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Arabische Revolution: Libysches Bürgerkriegstagebuch V

Arabische Revolution: Libysches Bürgerkriegstagebuch V

Arabische Revolution: Libysches Bürgerkriegstagebuch V

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Arabische Revolution
 

Libysches Bürgerkriegstagebuch V

In Libyen liefern sich Aufständische und Gaddafi-treue Truppen heftige Kämpfe. Gaddafi-Agenten haben westliche Journalisten ins Visier genommen. Aus Bengasi berichtet Billy Six.
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Rebellen an der Mittelmeerpromenade von Bengasi. Vorbereitung fuer die Schlacht bei Ras Lanuf
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Vorbereitung auf Luftangriffe
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Zentraler Protestplatz vor dem ehemaligen Staatsgericht an der Mittelmeerpromenade von Bengasi: Junge Freiwillige machen sich auf zur Front nach Ras Lanuf

In Libyen liefern sich Aufständische und Gaddafi-treue Truppen heftige Kämpfe. Zur Zeit tobt eine Schlacht um Brega, eine Hafenstadt an der Großen Syrte. Beide Seiten behaupten, die Stadt erobert – beziehungsweise zurückerobert – zu haben.

Von Brega aus sind es noch 240 Kilometer bis Bengasi, wo sich bislang viele Journalisten aufgehalten haben, darunter auch unser Reporter Billy Six. Aus der 670.000-Einwohner-Stadt wird berichtet, daß Gaddafis Schergen offenbar gezielt Jagd auf westliche Medienvertreter machen. Angeblich hat der Diktator Agenten hinter den feindlichen Linien abgesetzt, die von dort aus gezielte Angriffe vornehmen.

Journalisten geraten dadurch zwischen die Fronten. Aus Angst vor diesen Kommandos gehen die Rebellen jetzt auch gegen westliche Ausländer vor, die sie für Gaddafi-Agenten halten. Billy Six wurde vorübergehend festgenommen. Inzwischen ist er wieder auf freiem Fuß. Anders als mehrere deutsche Reporterteams, die die Stadt verlassen haben, harrt er in Bengasi aus und berichtet weiter für die JF. Hier ist sein Bericht:

11. März 2011

„Illegal“ begebe ich mich auf das Flughafengelände von Bengasi. Anders als in den meisten Berichten benannt, sind Rollbahn und Gebäude nicht zerstört. Dafür liegen hier zerschossene Busse und Flugzeuge rum. Sehr schnell werde ich von Zivilkommandos festgesetzt. Anschließend Verhaftung durch das Militär. Drei Stunden Verhör. Generäle und Leutnants sprechen sehr gutes Englisch, machen einen gebildeten Eindruck. Unter Tränen sagt ein Offizier, er wolle nur, daß seine Kinder endlich in einem freien Libyen leben können.

Anschließend heftige Wortgefechte zwischen Militärs und Abgesandten der Revolutionsregierung. Die Soldaten weigern sich, mich an angebliche Regierungsvertreter abzugeben, die sich nicht ausweisen können. Stattdessen kommen zwei Geländewagen mit sieben Bewaffneten und nehmen mich zur Kaserne mit. Hier nochmals drei Stunden Verhör. Papiere und Kamera werden zeitweise eingezogen. Anfangs haben sie Sorge, ich wäre ein Gaddafi-Spion. Bevor meine zwei mal drei Meter große Zelle abgeschlossen wird, gibt mit ein Mann sein Wort, daß er mich bei seiner Familie unterbringen und morgen wieder abliefern wird. Da er einen berühmten Namen besitzt und sein Großvater gegen die Kolonialmächte Italien und Großbritannien gekämpft hat, wird ihm Glauben geschenkt. Ich komme wieder frei.

12. März 2011

Den ganzen Tag im Haus der Familie. Gegen 21 Uhr kommt der Anruf von der Kaserne. Alles ist in Ordnung mit mir. Die Revolutionskräfte sorgen sich von nun an um meine Sicherheit. Angeblich machen Gaddafi-Geheimtrupps Jagd auf Journalisten. Tatsächlich wird in der Nacht ein Kameramann von Al Dschasira aus dem Hinterhalt erschossen. Hitziges Beerdigungsgebet gegen Mitternacht mit Hunderten Teilnehmern nach Mitternacht auf dem Revolutionsplatz von Bengasi. Ägyptische und libysche Reporter haben sich im Hafengebäude gesammelt, um im Konvoi zu ihrer Unterkunft zu fahren. Sie sagen, es habe vor kurzem mehrere Schüsse von Gaddafi-Leuten auf ihre Wohnung gegeben. Ich übernachte im (gesicherten) Hafengebäude.

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