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Ausland

Sonntag, 07.03.2010

Chopin und Chauvinismus

Von Christian Rudolf

Polnischer Adler: „Erst wenn wir der deutschen Minderheit die Privilegien nehmen, wird sich etwas bewegen.“ Foto: Wikipedia

Das geschichtsbewußte Polen feiert seine Jahrestage, und während in der vergangenen Woche im Erdgeschoß des eleganten „Hauses des Auslandspolentums“ in Warschau zu Ehren Fryderyk Chopins ein Konzert gegeben wurde, richtete im Spiegelsaal das Posener West-Institut eine Experten-Konferenz zu Geschichte und Gegenwart der „Polnischen nationalen Minderheit in Deutschland“ aus. Anlaß war der 70. Jahrestag der „Verordnung über die Organisationen der polnischen Volksgruppe im Deutschen Reich vom 27. Februar 1940“. Die Verordnung des Ministerrats für die Reichsverteidigung unter Vorsitz von Hermann Göring bewirkte die Auflösung aller polnischen Vereinigungen im Reich und die entschädigungslose Einziehung ihres Vermögens.

Auf der Konferenz mit gut achtzig Teilnehmern trugen prominente Wissenschaftler – sämtlich nationalkonservativer Provenienz – ihre Argumente vor, warum es im heutigen Deutschland noch eine polnische Minderheit gebe, die ihre Rechte zurückerhalten solle.

Warschau will, daß die diesseits von Oder und Neiße lebenden Polen deutscher Staatsangehörigkeit als nationale Minderheit anerkannt werden. Berlin wies das Ansinnen jüngst zurück, weil den Polnischstämmigen das Merkmal einer nationalen Minderheit abgeht: deren Ansässigkeit über Jahrhunderte.

Polnische Namen für ostdeutsche Landstriche

Andrzej Sakson, Direktor des West-Instituts, das die Einverleibung Ostdeutschlands in den polnischen Staat nach 1945 publizistisch-wissenschaftlich flankierte, zählte „vier Millionen Polen“, die am Vorabend des Ersten Weltkrieges im Deutschen Reich lebten.

Vor der Kulisse eines in die Wand eingearbeiteten, mannshohen polnischen Adlers präsentierte Sakson polnische Bevölkerungsschwerpunkte der Zwischenkriegszeit, ausgearbeitet nach Ortschaften, Stadtteilen, Straßenzügen und sogar einzelnen Straßen: „Wilhelmsburg bei Hamburg, Stadtteil Reiherstieg: 38,2 Prozent Polen, in acht Straßen: mehr als 50 Prozent polnische Bevölkerung, darunter eine Straße mit mehr als 80 Prozent Polen.“ Mit kleinteiligen, landschaftsbezogenen Ausarbeitungen kennt sich das West-Institut aus: Vorgänger-Arbeitsgruppen der „Westforscher“ legten zwischen den Weltkriegen für ostdeutsche Landstriche, Städtchen, Flüsse und Weiher polnische Namen bereit. >>



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Hans Franke aus Nürnberg

Samstag, 20-03-10 08:30

Die Polen wollen noch härter gegen die Deutsche Minderheit vorgehen?
Als in der Seemannskirche von Gdynia eine 20*20 cm Gedenktafel für die Opfer der Gustloff angebracht werden sollte gab es von der Kaczynski- Partei “PIS” heftige Proteste weil angeblich die Täter Opfer Rolle verschleiert werden solle
Ich Frage mich wann endlich Deutsche Politiker wieder den aurechten Gang erlernen und aus ihrer Demutshaltung heraus kommen und auf solchen Provokationen mal ne Antwort geben immerhin waren auf der Gustloff fast nur Zivilisten darunter viele Frauen und Kinder.

 

kuzynek z aus Honolulu

Montag, 08-03-10 19:40

zwei Teilen (Gau X und Gau Y) auch gut gefallen, obwohl wir dann wahrscheinlich doch zu Kattowitz gehörten. An Katastrophen bin ich gewöhnt.

 

kuzynek z aus Honolulu

Montag, 08-03-10 19:38

An Don Pedro aIrgendwo
Die Aufteilung des Artikels in zwei Teile war der Grund, dass ich diesen Satz nur mit dem Text des Autors verbinden konnte. Ich jonglierte mehrmals von 1 zu 2 und zurück und stellte nirgendwo fest, dass es ein Zitat sei – keine Anführungsstriche! Außerdem gefällt mir ihr nächster Satz auch nicht. Auch wenn Sie recht haben und die Mehrzahl der Polen im Oppelner Land kein Oberschlesien sieht, kann man meine Meinung nicht ändern da ich mich seit fast 80 Jahren immer als „heimattreuer Oberschlesier“ fühlte und lasse mir das nicht nehmen. Dass die Oppelner weder Breslau noch Kattowitz anhimmelten ist mir klar – nur hatten wir praktisch nicht viel zu sagen, deshalb hat mir die Idee mit den zwei Teilen (Gau X und Gau Y) au

 

P. Don aus iRGENdWo

Montag, 08-03-10 18:06

An Vetter Nobody:

Das sind nicht die Worte des Autors, sondern die Worte des Herrn Sakson von diesem komischen West-Institut.

In Polen ist man generell der Meinung es würde nebeneinander ein Oppelner Land und ein Oberschlesien geben. Ein Oberschlesien das sich darüber hinaus auch noch über Tschenstochau hinaus erstreckt. Nein, besser noch: Man spricht sogar von Niederschlesien, Oppelner Land und Schlesien. Man hört öfters, dass die Polen von Breslau nach Schlesien fahren.

Und nein, die "Oppelner" haben nicht vor gehabt sich Breslau anzuschließen. Das wäre im Gegensatz zu Kattowitz wohl die größte Katastrophe.

 

Marc Müller aus Kurhessen

Montag, 08-03-10 17:52

Ich kann die Wut über die Ausbrüche des Westinstitutes verstehen. Man darf aber nicht vergessen, daß das Westinstitut schon seit jeher diese antideutsche Karte spielt und durch seinen Gründer Zygmunt Wojciechowski zu einer antisemitischen Einrichtung wurde.
Dieser Mann, der sich bei den Kommunisten, wie den Nationalisten anbiederte war es, der als erster für ein Polen an Oder und Ostsee eintrat.
Mit dem polnischen Volk an sich hat dieses Institut nichts zu tun.
Dieses will genau wie wir in Frieden und Freundschaft leben.
Es sind immer die Scharfmacher, die den einfachen Willen nach Frieden nicht akzeptieren können und sich durch solche Ausfälle meinen profilieren zu müssen.
Die Elbegrenze wollte Polen schon 1939. Aber will es auch das Volk?

 

Vetter Nobody aus Dingsda

Montag, 08-03-10 10:05

Teil 2
Diw Woiwodschaft Oppeln kann aber jederzeit wieder in irgendeinem „Schlesien“ verschwinden, wenn die Machthaber so eine Laune haben werden. So war auch das Los von Ratibor, welches zur Oppelner Provinz gehörte und arbiträr zu Kattowitz eingemeindet wurde. Brieg weiß nicht wo es seinen Blick wenden soll – das Los einer „Grenzstadt“. Dabei gehörte das Oppelner Land meiner Meinung nach immer zu Oberschlesien. Kattowitz hatte verschiedene „Väter“ und gehörte wahrscheinlich nach 1939 zum Gau Oberschlesien. Oppeln hatte wohl nie eine geopolitische Schizophrenie, höchstens die Ambitionen einer Provinzhauptstadt, was aber mit Geographie nicht viel gemeinsam hat.

 

Vetter Nobody aus Dingsda

Montag, 08-03-10 10:03

„Nach dem Ersten Weltkrieg lebten Polen an drei Schwerpunkten im Reich: .... Oberschlesien und Oppelner Land.....“

Im Artikel findet man diese etwas kuriose Abspaltung des Oppelner Landes von Oberschlesien. Wenn der Autor eine Landkarte anschauen würde, könnte er feststellen, dass sich kein dubioses, fremdes und zusätzliches „Land“ zwischen Niederschlesien und Oberschlesien eingenistet hat. Zur Hitlerzeiten war es simpel - Gau Niederschlesien grenzte an Gau Oberschlesien so ungefähr bei Brieg. Oppeln hat sich administrativ eine eigene Woiwodschaft erkämpft (die kleinste in Polen), weil es nicht zu Kattowitz gehören wollte und bei Breslau keine Chance hatte – zu weit entfernt(?.)

 

Paul Mannstein aus State Side

Montag, 08-03-10 03:01

In Amerika gibt es genau auch solche Chauvinisten unter der hier lebenden polnischen Minderheit. Man hort immer wieder von solchen Verborten dass George Washington den Aufstandskrieg verloren hatte wenn das polnische Heldentum nicht ihn unterstutzt hatte.

Ubrigens sind auch ihre Hauser ofters mit diesen polnischen Adler geschmuckt. Die meisten Amis wiessen uberhaupt nicht was dass sein soll.

 

Ein Masure aus Essen

Montag, 08-03-10 00:21

Teil 3:

Bei den Masuren handelte es sich um eine der Ursprungsvölker Ostpreußens bzw. Preußens, daher sind sie auch nie nach Deutschland eingewandert. Wer dem nicht folgen kann, sei auf Literatur zur deutschen Geschichte verwiesen.
Zu guter Letzt sei noch auf die Volksabstimmung in Ostpreußen nach dem ersten Weltkrieg verwiesen (Masuren: 97,9% für den Verbleib im Deutschen Reich).

Es ließe sich noch einiges zu diesem Thema sagen, was aber den Rahmen hier endgültig sprengen würde.

Zu den anderen slawischen Gruppen in Schlesien und Pommern mögen andere Stellung beziehen.

 

Ein Masure aus Essen

Montag, 08-03-10 00:10

Teil 2:

Um es mal in Zahlen auszudrücken: Die Anzahl der Polen im Deutschen Reich bis zum ersten Weltkrieg betrug insgesamt (!) ca. 560.000 nach dem ersten Weltkrieg betrug sie nur noch etwa 156.000.
So handelte es sich z.B. bei den meisten zugewanderten slawischen Einwohnern der Stadt Gelsenkirchen um Masuren und nicht um Polen.
Die Masuren zählten ebenso wie die Kaschuben, Tschechen, Slowaken, Polen und andere zu den westslawischen Volksgruppen. Ihr Sprache war das Masurische, eine westslawische Kleinsprache - verwandt aber nicht identisch mit dem Polnischen - welche im Laufe der Zeit immer stärker durch das Deutsche verdrängt wurde.

 

Ein Masure aus Essen

Sonntag, 07-03-10 23:52

Gegen die Bezeichnung der Masuren als polnische Minderheit verwahre ich mich auch stellvertretend für meine Vorfahren entschieden.
Ausgerechnet Masuren und andere slawisch- sowie baltisch-stämmigen Deutsche, welche nach dem Krieg wie alle anderen Deutschen auch vertrieben wurden, heute als polnische Minderheit zu deklarieren, um polnische Interessen durchzusetzen, ist äußerst niederträchtig.

Leider hat die polnische Propaganda aufgrund fehlender Geschichtskenntnisse auch in Deutschland offensichtlich beträchtlichen Erfolg. Es handelt sich bei den "...minskys" bei weitem nicht immer um Polen bzw. Polnischstämmige. Und erst recht nicht sind die meisten slawischenstämmigen Einwohner des Ruhrgebietes polnischer Abstammung.

 

Vetter Nobody aus Dingsda

Sonntag, 07-03-10 23:35

Teil 3
Das typische Verhalten der Deutschen gegenüber Juden geht aus einem der besten Nachkriegswitze hervor: Auf der Autobahn ärgert sich ein Deutscher über einen Straßenpiraten, hielt ihn an und fragte höflich: „Sind sie Jude, mein Herr?“ nach der Antwort: „Nein“ kam erst die Forderung: „Dann komm raus, du Schwein!“
Wie ich schon sagte, habe ich dieses Gesetz gefunden – und wieder verloren, kann aber leider den Originaltext des Erlasses aus dem Jahre 1940 nicht finden, oder nur bei Herausgebern, welche mir meine kleine Pension noch etwas vermindern wollen – so wichtig ist dieses Problem aber nicht für mich!


 

Vetter Nobody aus Dingsda

Sonntag, 07-03-10 23:34

Teil 2
Niemand interessiert sich für das Gesetz aus dem Jahre 1939, welches als wichtigste Errungenschaft der Vorbote der „Endlösung“. Wenn sich Hambura auf die Annullierung dieses Gesetzes konzentrieren würde, dann wäre er:
1) richtig am Platz,
2) hätte vollen Rückhalt der wenigen Juden, welche den Holocaust überlebten.
3) Sinti und Roma könnten moralisch auch ihr Scherflein beitragen, obwohl niemand ihren aktuellen Minderheiten-Status anzweifelt.
Dabei könnte man versuchen das Rad der Geschichte zurückzudrehen und bei der bekannten Angst der Deutschen vor ihrem eigenen Antisemitismus auch für Zigeuner und Polen etwas aushandeln.

 

Rosa Rot aus Helgoland

Sonntag, 07-03-10 18:33


Nun kommt es darauf an, der Deutschen Minderheit in Schlesien, aber auch in anderen Regionen des heutigen Polens den Rücken gegen diese neuen Angriffe polnischer Menschenrechtsverletzer zu stärken.

Die geflissentliche Ausblendung des Unterschiedes zwischen einer freiwillig eingewanderten und gut integrieten Gruppe - siehe Polnischstämmige im Ruhrgebiet - und den jahrhundertelang in Schlesien siedelnden und unter der kommunistischen Diktatur zwangspolnisierten heutigen Deutschen Minderheit seitens des umstrittenen Westinstituts in Posen, verdeutlicht dessen Unfähigkeit zu einer faktenbasierten Auseinandersetzung.

Deutschland muß dieser abstrusen Geschichtsverdreherei selbstbewußt entgegentreten!

 

Vetter Nobody aus Dingsda

Sonntag, 07-03-10 14:26

Mir geht es beim Surfen im Internet wie einem Afrikaforscher welcher durch Zufall im Urwald einem Pygmäen begegnet, wenn er aber ein Palaver mit ihm machen will, ist dieser schon verschwunden und nicht mehr aufzufinden.
So geht es mir auch mit Dokumenten über die polnische Minderheit in der Weimarer Republik – oder danach, als 1939 das Problem aller Minderheiten auf typisch nationalsozialistischer Ebene gelöst wurde (eher alle aufgelöst!) und das entsprechende Gesetz stach mir auch ins Auge, kann es aber jetzt nicht mehr finden im Dschungel der Internetinformationen. Die polnische Minderheit existierte also schon 1939 nicht mehr. Weshalb wird so viel Gedöns gemacht über das Dekret Görings aus dem Jahre 1940, auf welches sich Rechtsanwalt Hambura und alle polnischen Diskutanten berufen? Vielleicht weil es um Geld geht? Nach dem, was ich zufällig zwischen den Zeilen erfahren habe geht es in diesem Gesetz um den Verbot von Organisationen und Verfall aller Güter von Gemeinschaften (rechtlich oder „unrechtlich“ – wie man’s nimmt) der schon nicht mehr existierenden polnischen Minderheit.

 

Bernd Schmieder aus Berlin

Sonntag, 07-03-10 13:34

Die polnische Regierung könnte sich ja mal bemühen, ihre Landsleute zurück zu holen. Die ...minskys, die hier aber schon jahrzehnte oder über Generationen leben, wollen weder zurück noch wollen sie einen Minderheitenstatus. Wieso dürfen alle unser Land auspressen ? Ich hätte noch einen Vorschlag : Eine finanzielle Entschädigung für Ausländer, die in deutschen Gefängnissen einsitzen. Wofür ? Für eingeschränkte Freiheit.
Wirklich- langsam reicht´s.

 

Hans Holt aus Berlin

Sonntag, 07-03-10 13:32

„Überheblichkeit, die an Länderkleptomanie leidet“
Es hat sich nichts geändert, bis auf eine Ausnahme: Zur Zeit hat Deutschland keinen einzigen Politiker, der dieser Arroganz entgegensteht. Die polnischen Nationalisten behaupten, die polnische Siedlungsgrenze läge bereits westlich der Elbe. Sie rechnen die slawischen Volksgruppen zur Zeit der Reichsbildung Karls, zu den Polen. Aber die germanischen Siedlungsgebiete, vor dem Vorrücken der Slawen in Richtung West, lagen bis zum Ural. Die Völkerwanderung gab es für die Polen offensichtlich nicht. Wer sollche Freunde hat, braucht sich nicht um die Feinde zu scheren.

 

Horatio Germaniae aus Deutschland

Sonntag, 07-03-10 12:06

Schwer vorzustellen, daß die geäußerten Ansichten in offizielle poln. Politik münden.
Wenn dies doch so sein sollte, was im Hinblick auf die Geschehnisse der Zwischenkriegszeit als höchstwahrscheinlich angesehen werden sollte, lassen wir es doch darauf ankommen:
Engländer und Franzosen werden kaum, wenn auch aus unterschiedlichen Beweggründen, nochmals Garantien für Polen abgeben.

 

Ulrich Motte aus München

Sonntag, 07-03-10 11:40

In Deutschland gibt es heute fremd- bzw. zweisprachige Schulen in sehr großer Zahl. Was hindert Polen daran, auch solche Schulen zu errichten? Auch zwischen den beiden Weltkriegen gab es polnischsprachige Volksschulen und sogar Gymnasien in Deutschland.

 

Carsten Schulz aus Mannheim

Sonntag, 07-03-10 10:56

Die wissen genau, dass Deutschland letztlich einknickt, wenn sie nur lange genug frech fordern. Man muss sich nur diese weichgespülte deutsche 'Regierung' anschauen: wer kein Rückgrat hat, kann auch keinen Widerstand leisten.

 
 

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