Überwältigendes Nein zum Sparkurs – und damit zum Euro!
Von Jörg Fischer
Griechische Flagge: Dem Land steht eine schwierige Regierungsbildung bevor Foto: Wikipedia (gemeinfrei)
Die Griechen hatten am Sonntag die Wahl – und sie haben sich eindeutig entschieden: Etwa zwei Drittel der Wähler sagten klar Nein zum Sparkurs der sogenannten Expertenregierung, die in den vergangenen Monaten die Vorgaben der EU und des Internationalen Währungsfonds umzusetzen hatte. Die bisherigen Regierungsparteien – Nea Dimokratia (ND) und die sozialistische Pasok –, die 2009 noch zusammengerechnet fast 78 Prozent geholt hatten, kamen nun gemeinsam nur noch auf knapp 33 Prozent.
Eigentlich hätten die linken und rechten Kritiker des vom Ausland aufgezwungenen Spardiktats eine überwältigende Mehrheit im Parlament, doch der Volkswille wird durch eine Besonderheit des griechischen Wahlrechts verzerrt: Die jeweils stimmenstärkste Partei (diesmal die ND mit knapp 19 Prozent) erhält automatisch 50 zusätzliche Mandate in der 300sitzigen Volksvertretung. Doch selbst dieser traditionelle Mehrheitsbonus dürfte diesmal nicht reichen – laut aktuellem Auszählungsstand kommen ND und Pasok nur auf 149 Abgeordnete. Ob eine der drei Linksparteien (die zusammen mit den beiden rechten Parteien eigentlich eine Regierungsmehrheit hätten) eine „große“ ND-Pasok-Koalition stützt, ist noch unklar. Nur eines ist offensichtlich: Die Griechen haben sich am Sonntag mit ihrer Ablehnung des Spardiktats auch klar gegen den Euro entschieden. Deutschland und die anderen Nettozahler und Bürgen der Euro-Zone sollten nun das griechische Volk beim Wort nehmen und auf einen Ausschluß Griechenlands aus der unglückseligen Währungsunion drängen.
Das wäre zwar nicht einfach, aber unterm Strich besser für alle – denn nur mit einem kompletten Schuldenschnitt und der Rückkehr zu einer – an die griechischen Verhältnisse und Traditionen angepaßten – nationalen Währung, also einer „Neuen Drachme“ kann Griechenland wieder auf die Beine kommen. Nicht das südliche „Laissez-faire“ hat die griechische Wirtschaft ruiniert, sondern der für Athen viel zu harte Euro. Das kleine Wirtschaftswunder beim Nachbarn Türkei ist Beweis dafür – es ist nicht zuletzt der eher unterbewehrteten türkischen Lira zu verdanken.
Ausnahmsweise und trotz genügend vieler politischer Korrektheiten muß ich mal das ZDF loben, in dem gerade die Sendung "Die Griechenland-Lüge" lief. Kernpunkte:
- Griechenland ist schon seit einem dutzend Jahren ein im Kern gescheiterter Staat (failed state)
- Kohl in seiner Europaseligkeit war eine finanzpolitische Niete
- zu verdanken haben die Griechen den EURO-Beitritt ihren Statistikfälschungen und vor allem der Rot-Grün-Regierung der BRD - gerade das darf nie vergessen werden
rolf neumann aus Egestorf
Montag, 07-05-12 23:15
"die Griechen" - das einfache Volk wie unsereins hat doch nicht die großen Betrügereien gemacht - die ganz großen Korrupteure haben ihr abgezocktes Vermögen längst auf die auf Konten ins Ausland verschoben, einer davon der Reeder und Privatbankier Latsis konnte nur dank illegaler Beihilfe durch den portugiesischen EU-Kommissionspräsidenten Barroso seine ins Trudeln geratenen Geschäfte vor dem Konkurs retten.
Nicht nur Griechenland sollte Insolvenz anmelden und sich dann sanieren, siehe das Beispiel Argentinien, Spanien, Italien, und dann auch Frankreich werden folgen - und da wir Deutschen die nicht alle retten müssen, wer rettet am Ende uns? Auch wir sollten aus der EU austreten.
Laßt die internationalen Großbanken bluten.
Bernd Stanetzek aus Bünde
Montag, 07-05-12 21:21
Teil 2
Man könnte sich die Haare raufen.Die gestrige Landtagswahl ist die Bestätigung dafür.Warum sucht man
nicht mal nach einer Alternative? Warum wählt man die,
die das Land seit 40 Jahren ruinieren.Jeder der sich das
Programm der NPD oder DVU durchliest wird feststellen,
daß es mit seinen Vorstellungen übereintrifft,sofern er kein Kommunist ist.Aber ich vermute mal,das sind die
wenigsten die die Linke,die Grünen oder die SPD wählen.
Mir platzt der Schädel,wenn ich mir diese Wahlergebnisse ansehe.
Ich empfehle dazu auch mein Lieblingsgedicht von
Friedrich Franz von Unruh:
"KLAGE UM DEUTSCHLAND"
Bernd Stanetzek aus Bünde
Montag, 07-05-12 21:20
Ob Griechenland oder Frankreich,ob Norwegen oder Italien.Egal.Sieht man sich die Parlamente aller westlichen Demokratien an wird man feststellen,daß es in
ihnen noch echte Opositionen gibt.Da sind sozis noch
sozis,liberale noch liberale und konservative wenigstens
nach außen noch konservative.Viele haben auch schon richtig gute rechtskonservative Parteien fest im Sattel.
Da hat man auch ohne auf die Kleingedruckten zu achten,
Alternativen.Die Griechen haben von der Sparpolitik die
Nase voll,also wählen sie dagegen.Sehr simpel aber so einfach ist Demokratie.Was aber bleibt dem Michel,der
sich nur traut die fett gedruckten auf dem Wahlzettel
zu wählen??? Richtig,nichts.Jauche oder Jauchengrube.
Und das schlimme ist,er merkt es nicht.
Ralf Beez Ofw d. R. aus 72250 Freudenstadt
Montag, 07-05-12 20:52
Bin echt gespannt wie ein Bogen, wie das jetzt weiter -
geht.
Es wäre mir lieb, wenn dies das Ende mit Schrecken wäre, was allemal besser ist als ein Schrecken ohne
Ende.
Carsten Schulz aus Mannheim
Montag, 07-05-12 19:31
@P. Böttcher aus Dolmadakia bei Ouzo aufs Haus,
Ihre Argumentation greift in meinen Augen zu kurz. Natürlich haben wir das Geld nicht direkt an Griechen gezahlt, sondern an die Geldinstitute, bei denen sich der griechische Staat in einem Konsumrausch ohnegleichen bis über die Halskrause verschuldet hat. Konsumiert hat aber letztlich der Bürger, auch der sogenannte 'kleine Mann' (bezw. die kleine Frau, soviel Korrektheit muss sein). Letztlich lösen wir deren Schulden ab, sei es direkt oder über Bürgschaften mit unserer Bonität und zahlen dadurch doch wieder indirekt an die griechischen Bürger.
Willi Winzig aus takatukaland
Montag, 07-05-12 19:20
Warum fangen wir in Deutschland nicht auch mit dem prassen an ?
Das Schiff geht eh unter , ein Leck mehr oder weniger ist dann auch egal..
Wie hat mal eine Figur der Zeitgeschichte gesagt " Na ja, wenigstens 12 Jahre gut gelebt "
In diesem Sinne !
schwarzrotgold x aus im lande der unterwürfigen steuerzahler
Montag, 07-05-12 19:10
Es waren nicht die "extremen" Parteien Griechenlands oder andere EU-Staaten, die die Völker aller EU-Nationen an der Nase herumgeführt haben, (und es weiterhin tun).
Weg mit dem Mainstream-Parteien aller Länder, deren Politiker in Korruptions-Skandalen und Vetternwirtschaft - nicht nur im Lande Helenas - verstrickt sind und die seit Jahrzehnten die Macht an sich gerissen haben ! Deren einziges Streben darin besteht, ihre Völker erniedrigen, ihre ureigenen Kulturen zu zertreten, ihre Tradition und Vergangenheit - mit allen Vor-und Nachteilen zu verleugnen.
Nicht das griechische Volk ist schuldig, sondern diejenigen, die Gott spielen und behaupten, alle Menschen seinen gleich.
Markus Junge aus Deutschland, nicht die BRD
Montag, 07-05-12 18:13
Ich finde die Überschrift unpassend, wenn nicht bedenklich falsch. Nur weil die Griechen nicht mehr die alten, großen Parteien wählten, bedeutet es nicht automatisch auch ein "Nein" zum Euro. Es ist wohl eher so, daß man nicht die Sparmaßnahmen will, aber trotzdem den Euro behalten will. Irgendwelche Idioten im Norden bezahlen das dann halt.
Otto Ohnesorge aus Berlin
Montag, 07-05-12 17:59
Respekt!
Die Griechen haben es begriffen.
Ein Gabriel will mit Macht die Transferunion. Kann ihm nicht schnell genug gehen. Der Fiskalpakt reicht ihm nicht.
Ebenso wie die Franzosen, die in einem Fiskalpakt, bei dem sie zum Sparen gezwungen würden, reine Schikane Deutschlands sehen.
Die Griechen sowieso. Weg mit sparen.
Die Deutschen sind so scharf darauf einen EU-Länderfinanzausgleich zu schaffen, bei dem die Geberländer für alle Zeiten an die armen Nehmerländer zahlen, analog zur BRD, daß sie schlicht nicht ganz dicht sein müßten, sich eigene Anstrengungen aufzuerlegen.
Der Grieche sieht nicht ein, daß er bezahlen soll.
Für die Reichen im eigenen Land und den EU-Gewinnler Deutschland, das die Griechen in der EU haben wollte?
P. Böttcher aus Dolmadakia bei Ouzo aufs Haus
Montag, 07-05-12 15:52
@ Carsten Schulz
Wir haben doch kein Geld an Griechenland gezahlt.
Unsere sog. Volksvertreter haben Luftgelder in Griechenland verspielt und verpulvert.
Wurden wir gefragt?
Mit den Schutzgeldern, die uns täglich und monatlich aus der Tasche geleiert werden, haben diese Personen Lotterie gespielt und dadurch den braunen Gott der Heimatliebe in Griechenland installiert.
Bald wird in Germanien nur noch von der Athener Zelle gesprochen.
Warum sollen die Griechen die Euroditos zurückzahlen?
Was haben wir denn gemacht, um es zu verhindern?
Erwin der Querdenker aus Dummerland
Montag, 07-05-12 15:30
Wer hier von den Wahlentscheidungen in Griechenland angetan ist, sollte eines bedenken: Wir werden in jedem Fall die Zeche für die Griechen bezahlen müssen!
Betrügereien im großen Stil lohnen sich also, sobald der Gläubiger Deutschland heißt.
Verantwortung für ihr eigenes Handeln zu übernehmen, kennen die Griechen offenbar nicht.
Allerdings unsere Politiker, je linker und rückgratloser sie sind, auch nicht.
Carsten Schulz aus Mannheim
Montag, 07-05-12 15:26
@P. Böttcher aus Dolmadakia,
Griechenland erwache!? Na ja....
Mir wäre es weit lieber, Zeus würde sich in einen Goldesel verwandeln und uns in Form von Golddukaten das zurückzahlen, was wir schon sinnloserweise für das bankrotte Griechenland ausgegeben haben.
Aber da kann ich wohl lange warten....
P. Böttcher aus Dolmadakia
Montag, 07-05-12 14:29
Die alten Griechen scheinen zu erwachen.
Sie werden bald Vorbild für Europa sein.
Hoffentlich verwandelt sich Zeus wieder in einen Stier und entführt Europa durch das Meer.