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Deutschland

Donnerstag, 04.03.2010

„Viele Konservative fühlen sich heimatlos“

Von Marcus Schmidt

Friedrich-Wilhelm Siebeke: „Kämpft in der CDU, rumort in der CDU!“ Foto: Privat

Eigentlich fehlt jetzt nur noch Angela Merkel. Abgesehen von der CDU-Chefin hat sich fast die gesamte Parteispitze zum „Manifest gegen den Linkstrend“ in der CDU geäußert, mit dem parteiinterne Kritiker gegen die Erosion des konservativen Profils protestieren.

Nun hat sich Fraktionschef Volker Kauder zu Wort gemeldet: Er können einen solchen Linkstrend nicht erkennen, sagte er dem Hamburger Abendblatt. Zudem sei die CDU „keine konservative Partei“. Allein die Tatsache, daß Kauder sich zu dem Thema geäußert hat, scheint den Initiatoren um Friedrich-Wilhelm Siebeke recht zu geben. Im Interview mit der JUNGEN FREIHEIT spricht Siebeke über die Reaktionen auf das Manifest.

Herr Siebeke, sind Sie vom Erfolg der Kampagne „Linkstrend stoppen“ überrascht?

Siebeke: Ja, ich werde laufend angesprochen und habe bisher nur Zuspruch bekommen. Die Resonanz ist großartig, vor allem bei jungen Leuten,

Und wie hat die Partei reagiert?

Siebeke: Ich habe einen Anruf von CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe bekommen. Er hat mir versucht zu erklären, warum es keinen Linkstrend gebe. Dabei verwies er unter anderem auf den Einsatz der Union für das ungeborene Leben. Bei der Asyl- und Abschiebepraxis verwies Gröhe auf die stets ablehnenden Stellungnahmen der Kirchen. Ein weiteres Thema war der Kampf der CDU für das Vertriebenenzentrum und für Erika Steinbach.

Obwohl es in einer Koalition notwendig sei, Rücksicht zu nehmen, habe Frau Merkel dennoch Steinbach unterstützt. Am Ende sei eine Einigung erreicht worden, die von Steinbach und von den Vertriebenen mitgetragen werden. Gröhe hat meiner Meinung nach natürlich recht, wenn er darauf hinweist, daß die CDU nicht mit absoluter Mehrheit regiert, sondern auf Koalitionen angewiesen ist. Ich habe aber darauf verwiesen, daß sich trotzdem mittlerweile viele Konservative und viele Christen in der CDU heimatlos fühlen.

„Konservative in der Partei halten“

Was erwarten Sie denn jetzt von der Parteiführung?

Siebeke: Ich weiß, daß es die Parteiführung in einer Koalition nicht leicht hat. Aber ich erwarte, daß die CDU bei der Öffnung für neue Wählerschichten – die ich nicht für falsch halte, wir sind ja eine Volkspartei – die rechten Wähler nicht vergißt und diese vor allem nicht ausgrenzt. Wichtig ist mir dabei das Stichwort Bandbreite.

Wir brauchen auch einen rechten Flügel, der mit den Federn schlagen kann. Ich halte es in diesem Zusammenhang für einen Fehler, daß man nicht versucht hat, Konservative wie den ehemaligen sächsischen Bundestagsabgeordneten Henry Nitzsche in der Partei zu halten.

Wo sehen Sie inhaltliche Probleme?

Siebeke: Was mir fehlt, ist eine klare Frontstellung der CDU gegen die Islamisierungsversuche. Ich finde es etwa bedenklich, daß sogar Steuergelder für die Errichtung der Großmoschee in Duisburg geflossen sind. Etwas anderes beschäftigt mich als Jurist: daß der Rechtsstaat 2008 anläßlich einer Demonstration in Köln gegen die Großmoschee erstmalig außer Kraft gesetzt worden ist und die genehmigte Demonstration verhindert worden ist. Da sind gestandene CDU-Mitglieder von dem  damaligen Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma – einem CDU-Mann – als „braune Soße“ bezeichnet worden.

Ähnlich war es im Februar in Dresden, wo Ministerpräsident Stanislaw Tillich und die Oberbürgermeisterin Helma Orosz, die beide der CDU angehören, sich an einer Menschenkette beteiligt haben, um eine Demonstration zu verhindern. Dadurch wird der Rechtsstaat ausgehebelt. Das ist etwas Ungeheuerliches. >>



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U S aus Dießen

Sonntag, 07-03-10 17:37

Herr Siebecke spricht mir aus der Seele. Viel zulange schon hat die CDU den Attacken der Linken gegen alles liberal-konservative tatenlos zugesehen. Fast alles wurde mit der rechtsradikalen- oder Nazikeule platt gemacht und die Konservativen haben sich leider auch zu wenig gewehrt und oftzu schnell, wenn auch persönlich verständlich, den Schwanz eingezogen.
Viele "CDU-Größen" sind doch heute sozialdemokratischer, als alte Sozialdemokraten wie Schmidt. Diese CDU ist beliebig, ohne Vision und Mitte-süchtig, was allein schon den linkstrend bestätigt, denn die deutsche Gesellschasft ist heute mehrheitlich links, ohne es richtig zu begreifen. Die Linken haben ganze Arbeit geleistet.

 

Dietrich Mainz aus Düsseldof

Samstag, 06-03-10 19:10

Lieber Herr Siebeke, das wird nichts mehr mit der CDU. Die verkauft uns genau so, wie das übrige "Drei- weisen- Affen" Theater der gesamten Regierung!
Was uns da geboten wird, ist der Ausverkauf unseres Landes. Erst als Kolonie, dann als Zweitstaat der Türkei! Sehen Sie sich MP Erdogan an u. seine ausgebenen Parolen an seine Landleute hier!
Es ist nur möglich, mit einer neuen Partei und mittlerweile aufgewachten, betuchten Menschen, die ihr Land erhalten wissen wollen, die keine Landschaft von Moscheenbauten wollen,vor Leuten katzbuckeln, die aber auch gar nichts mit unserem Land, unserer Lebensweise, unserer christl. geprägten Kultur zu tun haben wollen! Auch ich tendiere als ewiger CDU-Wähler zur ProNRW
Bewegung. Dazu ein charism.Mensch

 

borg drone aus Hessen

Freitag, 05-03-10 20:44

was ist den ein "linkstrend" ?
kann mir einer mal die Inhalte beschreiben?

danke

 

Hans Holt aus Berlin

Freitag, 05-03-10 14:07

Nachstehenden Text hatte ich schon vor einiger Zeit an „linkstrend stoppen“ geschrieben und wie erwartet auch KEINE Antwort bekommen:

Meine lieben Initiatoren,
warum sollte ein Konservativer gerade die CDU retten wollen? Diese Partei verdient es nicht mehr, gerettet zu werden. Ich jedenfalls werde es nicht tun!
Die Idee, gegen den Linkstrend anzugehen, ist richtig. Aber müssen die alten, abgehalfterten „PlatzhirscheInnen“ dieser Partei sofort wieder „Erstunterzeichner“ sein? Weil sie stets und immer die Klappe gehalten haben (zumindest meistens) stellen sie sich jetzt, wie weiland am Runden Tisch der untergehenden DDR, in forderster Front. Der Rote Platzeck gehörte damals auch zu dieser erlesenen Runde, jetzt ist er SPD-Ministerpräsident und auf dem linken Auge blind.
Weiter kann ich diese Initiative nicht gutheißen, die in zwei Punkten schwere Fehler macht.
1.) Wer unreflektiert von einem „Marsch in den Schuldenstaat“ redet und diese Schulden zuerst bei den „Verharzten“ einsparen will und wer
2.) von „hunderttausendfache, straffreie Kindestötung durch Abtreibung“ spricht und einen katholischen Lebensschutz propagiert,

dem steht keine Unterstützung zu, auch wenn die restlichen Punkte unterstützenswert sind.

MH, RF 182 366 (Das Kürzel ist meine Adelsbezeichnung, die mir die Stasi im Zuchthaus verliehen hat und welches ich mit Stolz trage!)

 

Jörg Hildesheim aus der Eifel

Freitag, 05-03-10 13:37

Das andauernde Gerede von der Mitte? Vergessen Sie's.
Das besagt nichts anderes, als daß die CDU ein LINKE Partei ist. Erinnern wir uns der typisch linken Rhetorikstrategie? Im Neusprech lautet der Begriff für "links" eben "Mitte". Die Partei wird, wie die anderen Bundestagsparteien, dominiert von karrieregeilen, egomanischen, geschmeidigen Juristen ohne Gefühl für ihr Fach, und wenn in der Geschichte irgendwo dieser Typ vorherrschte, dann nahte der Untergang.

 

Marco R. aus Sachsen

Freitag, 05-03-10 10:41

Herr Siebeke, helfen Sie (und all die anderen Unzufriedenen) doch lieber mit beim Aufbau einer neuen Partei. Verschwenden Sie doch nicht länger ihre Energie für diese unsägliche Merkel-Union.

 

Carsten Schulz aus Mannheim

Freitag, 05-03-10 10:24

@Bernd Schmieder,
um Ihr Bild aufzugreifen: eine 'weichgespülte' NPD wäre mir genauso zuwider wie das von Ihnen genannte Pendant am linken Flügel des politischen Spektrums. Auch die Linken werden den SED-Gestank in ihrem Laden nicht los, weil sie nach der Wende die Chance eines Neubegins verpasst haben.

Übrigens: deutsche Konservative wollten schon einmal jemanden 'in die Ecke drücken, dass er quietscht'. Wer nachher gequietscht hat, dürfte hinlänglich bekannt sein.

 

Bernd Sydow aus Berlin

Freitag, 05-03-10 10:05

Siebekes Aktion "Linkstrend stoppen" will also nun erreichen, daß die CDU sich wieder ihrer konservativen Traditionen besinnt. Gut und schön. Aber daß die Konservativen auf dem letzten Parteitag die Berliner Erklärung nicht verhindern konnten, offenbart ihre eklatante Schwäche und ihren mangelnden Kampfeswillen.

Und wie sollen sich denn nun frustrierte konservative CDU-Stammwähler verhalten? Wieder CDU wählen? Dann wären sie wirklich bescheuert.

Für die CDU-Konservativen kann somit nur
das bekannte Sioux-Sprichwort gelten:
Wenn du merkst, daß du ein totes Pferd reitest, steige ab.

 

Bernd Schmieder aus Berlin

Donnerstag, 04-03-10 16:43

Sollen die Enttäuschten in die NPD gehen, sie etwas weichspülen und schon hätte die CDU das, was die SPD mit der Linkspartei hat.

 

Martin Heine aus Hannover

Donnerstag, 04-03-10 16:34

"Der Zünder kann nur ein charismatischer Politiker sein" - vollkommen richtig, und daran fehlt's nunmal. Bei aller Lobhudelei: gerademal 2000 Unterstützer für diese Initiative werden sojemanden auch nicht hervorlocken.

Aller möglicher Wettbewerb zwischen den EU-Staaten wird - nicht selten zu unseren Lasten (s. Bahn) - forciert, aber ich vermisse da etwas dieselbe Konsequenz unserer Damen und Herren Politiker was ihre eigenen Pfründen angeht: man könnte doch einmal das Wahlrecht dahingehend anpassen, zugelassenen Parteien anderer EU-Mitglieder auch den Antritt bei nationalen Wahlen hierzulande zu gestatten... ;-)

Wie früher bereits gesagt: sobald HC Strache mit seiner FPÖ drüben Kanzler ist, votiere ich für den Anschluß an Österreich! :-)

 

michael leyer aus düsseldorf

Donnerstag, 04-03-10 16:10

"Bei der Asyl- und Abschiebepraxis verwies Gröhe auf die stets ablehnenden Stellungnahmen der Kirchen".

Dann hat doch die Politik die Aufgabe das deutsche Volk zu befragen, wenn "seine Meinung" nicht so klar zu erkennen ist. Schließlich ist das doch nur eine Stellungnahme der Kirchenführer, die man ja gut kennt!

Bei`m Heldenhaften Beistand für Erika Steinbach sind wohl die Begrifflichkeiten durcheinander geraten.

Das ist ja so, als gäbe es keinen Linkstrend in der (C)DU!

 

Dirk Pöhlmann aus .

Donnerstag, 04-03-10 13:01

In Deutschland gibt es sicherlich genügend patriotische und finanzkräftige Familien (Dynastien) denen es ein leichtes ein sollte, eine 6-stellige Summe auf den Tisch zu blättern, statt das Geld durch die Inflation zu verlieren.

Nur diese Kräfte sind in der Lage, die politische Landschaft Deutschlands grundlegend zu ändern.

Also, legen Sie zusammen, gründen Sie eine Partei !

Glauben Sie mir, selbst für den Gründungsparteitag werden Sie die Halle rappelvoll haben. Gute, fähige Leute (von denen genügend im Lande mit den Füßen scharren) werden sich von allein melden.

(Und mit den Wahlsiegen kommt dann das nötige Geld auch von den anderen Stellen.)

 

Otto Ohnesorge aus Berlin

Donnerstag, 04-03-10 11:16

Die Marschrichtung der CDU steht lange fest und wird von Merkel konsequent fort- und umgesetzt.
Das ist wie in nahezu allen Unternehmen in der BRD.
Am wichtigsten ist nicht mehr der Inhalt. Am wichtigsten ist, wie man wirbt und es dem Kunden präsentiert.
Nehmen wir Kauder. Zuerst erklärt er, daß ein Linkstrend in seiner Partei nicht stattgefunden hat. Jetzt, daß die Partei nicht konservativ ist.

Ich halte das aber für nicht schlimm. Ist mir recht.
Die haben sich alle links von der Mitte positioniert.
Jetzt ist genug Platz rechts von der Mitte.
Noch ein paar Ausländer mehr im Land, noch ein paar Moscheen mehr, von denen ein Vögelchen zwitschert, noch ein wenig mehr schlechtere Wirtschaft und Finanzen und schwups, wird das schon.

 

Bernd Sydow aus Berlin

Donnerstag, 04-03-10 11:10

Ich hatte schon immer Probleme mit selbsternannten "Volksparteien", die um jeden Preis in die "Mitte" wollen. Denn die "Mitte" ist wie das Auge eines Hurrikans: Windstille und schönes Wetter, während drumherum die Hölle los ist. Politisch formuliert: Realitätsverdrängung und ein opportunistisches Es-jedem-rechtmachen-Wollen.

In so einer Partei wie der CDU haben Konservative nichts mehr verloren (und können auch nichts gewinnen). Herr Siebeke versucht offensichtlich die Quadratur des Kreises.

 

Paul Pope aus Baden-Württemberg

Donnerstag, 04-03-10 10:05

Übrigens kann jeder seinen Wahlkreisabgeordneten im Bundestag befragen, wie er / sie zur Aktion steht und ob der Abgeordnete unterzeichnen würde. So kann man auch erwägen die Dierektstimme zu ändern!

 

Paul Pope aus Baden-Württemberg

Donnerstag, 04-03-10 09:19

Volker Kauder sagt es doch ganz offen: "Wir sind keine konservative Partei." Ich bin aber ein konservativer Wähler, ergo wähle ich die CDU nicht mehr - als ehemaliges Mitglied! Jeder Konservative sollte dieselbe Entscheidung treffen. Dann wird auch der noch vorhandene rechte Flügel zur Neugründung ermuntert. Nur wenn die Pro-Bewegung in NRW stark genug wird, erkennen die Konservativen ihr Potential jenseits der jetzigen Partei!

 
 

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