Samstag, 04.02.2012

Anfangsverdacht

Bei einer rechtsextremistischen Demonstration soll vor einigen Tagen die Paulchen Panther-Melodie gespielt worden sein. Da die bisher allseits beliebte rosa Comicfigur aber seit einigen Wochen mit dem Ruf zu kämpfen hat, das Wappentier des bundesdeutschen Rechtsterrorismus zu sein, wird nun polizeilich ermittelt. Es besteht der Verdacht auf Billigung einer Straftat.

Diese Meldung kam fast zeitgleich mit einer anderen: „War die ‘Vertreibung’ Unrecht?“ Unter diesem Motto kündigt tatsächlich die Freie Universität Berlin für den 17./18. Februar eine Tagung an. Mit im Boot der Veranstalter ist ein bunter Strauß der üblichen Verdächtigen. Dazu gehören die Aktion Sühnezeichen e.V., die Berlin-Brandenburgische Auslandsgesellschaft e.V., die Deutsch-Polnische Akademische Gesellschaft e.V., die Deutsch-Polnische Gesellschaft der Bundesrepublik e.V. und – last, but not least – die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten e.V. (VVN-BdA).

Enteignung, Entwurzelung und Vertreibung ohne individuelle Schuld, rein nach ethnischer Zugehörigkeit, dazu die allgegenwärtigen Begleiterscheinungen wie Mißhandlung, Vergewaltigung, Mord und Totschlag, Diebstahl, Grabschändung, jahrelange Ausbeutung durch Zwangsarbeit vor der Ausweisung und anderes mehr, kann das wirklich Unrecht gewesen sein? Man wird doch wohl noch fragen dürfen.

Für die brutalen Einzelaspekte gab und gibt es Persilscheine

Natürlich ist die Fragestellung konsequent. Die Vertreiberstaaten haben sie für sich mit einem eindeutigen Nein beantwortet. Als Rechtfertigung verweisen sie für den völkerrechtlichen Aspekt gern – und auch im Untertitel der Konferenzeinladung – auf das sogenannte „Potsdamer Abkommen“. Das hat es zwar gar nicht gegeben, es wird aber dem bundesdeutschen Abiturienten trotzdem treuherzig als Schulwissen aufgetischt und daher später vom akademischen Pseudointellektuellen in Berlin selten hinterfragt. Für die brutalen Einzelaspekte aber gab und gibt es Persilscheine, in Polen ebenso wie die hierzulande bekannteren Benesch-Dekrete der Tschechoslowakei. 

So reiten die Veranstalter denn optimistisch den Tiger und wollen nun augenscheinlich auch in der deutschen Hauptstadt einen Vorgang gebilligt sehen, der insgesamt selbstverständlich als Verbrechen gegen die Menschlichkeit gesehen werden muß und im Detail ungezählte Kapitalverbrechen nach sich gezogen hat. Ermitteln wird gegen diese mögliche Billigung wohl niemand. Im Gegenteil hat die Veranstaltung eine leibhaftige frühere Bundesjustizministerin als Vortragende vorzuweisen.

Herta Däubler-Gmelin will über „Das Menschenrecht auf Heimat“ sprechen. Frau Däubler-Gmelin kann zu diesem Thema als ganz besonders kompetent gelten, gehörte sie doch als Ministerin jener Bundesregierung an, die 1999 als erste die deutschen Streitkräfte in einen nicht von den Vereinten Nationen gebilligten Angriffskrieg führte. Als Grund dafür wurde, wie man sich erinnert – die serbische Vertreibungspolitik im Kosovo angegeben.

Wenn Sie die Veranstaltung miterleben möchten, melden Sie sich hier an. Ob die Bundesministerin die Diskrepanz zwischen der Haltung gegenüber Serbien und der Hinnahme der Vertreibung der Ostdeutschen und der dabei verübten Verbrechen thematisiert, bleibt abzuwarten. Es besteht ein Anfangsverdacht, daß dies nicht der Fall sein wird.



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Andre Boine aus Dresden

Mittwoch, 08-02-12 23:32

Ist Rache Unrecht?

Es ist sowieso Unsinn, dass Unrecht zu beklagen, weil dieses nun "nach neuesten historischen Erkenntnissen" angeblich nicht durch ein Potsdamer Abkommen gestattet war. Hätte ein solches Abkommen Unrecht zu Recht gemacht? Ist ja ne tolle Argumentation.

Da ich zu denjenigen Menschen gehöre, die findet, dass bspw. Vergewaltigung, etc. viel zu lasch bestraft wird, ist es für mich ein unsinniges Argument, dass man Verbrechen nicht mit Verbrechen vergelten darf.

Ich kann mich nicht darüber beschweren, dass Andere uns bestraft haben und gleichzeitig jammern, dass Vergewaltiger zu mild bestraft werden.

"man kann Menschen nie so behandeln wie ihnen geschah"

Und genau das sehe ich anders.

 

Erwin der Querdenker aus Dummerland

Dienstag, 07-02-12 10:53

Bei diesen Veranstaltungen wird nicht weniger als Quadratur des Kreises angestrebt.

Ein Hilfsinstrument wird bereits auf dem Tisch bereitliegen, um an sich unüberbrückbare Widersprüche eindeutig zu "glätten". Nun jeder kennt diese Keule.
Ein Totschlagsargument, mit dem in Deutschland alle noch so berechtigte Kritik verstummt. Stillscheigend werden sämtliche Teilnehmer ihre Verse im Takte dieser Keule vortragen.

Da wird stets ein deutsches Opfer, ohne Widerspruch, zum Täter uminterpretiert, ganz im Sinne eines Herrn Thierse. Es kommt eben nur auf die richtige Interpretation an. Wahrheit ist dann nichts anderes als Revisionismus und negative Interpretation der Geschichte. Frau Däubler-Gmelin wird genau diese Gedankengänge bestätigen.

 

schnurzpiep egal aus Alleswasimfernsehnisbeeinflusstuns

Montag, 06-02-12 20:45

SIE ENTLARVEN SICH DOCH SELBST, diese FRAGESTELLER :

"WAR DIE VERTREIBUNG UNRECHT ?"

Nein, es war RECHTENS oder teilweise RECHTENS,
12 Millionen Menschen aus ihrem Zuhause wegzujagen, sie zu entwurzeln, zu ermorden, zu vergewaltigen, verhungern, erfrieren und ertrinken zu lassen.

OK so ?

 

Jürg Rückert aus Südwest

Montag, 06-02-12 19:03

@Stanetzek
Wenn Deutsche von ihren Opfern reden, halten andere Deutsche sofort dagegen: Man dürfe nicht aufrechnen! Auch hört man heute zunehmend, dass Deutsche gar nicht Opfer sein könnten, da sie alles allein zu verantworten hätten, Verbrecher seien (Bomber Harris, do it again).
Egal was die Juden nach Auffassung der Nazis für Sünden begangen haben sollen, man kann Menschen nie so behandeln wie ihnen geschah. Das gilt aber auch für Deutsche. Wer hier bagatellisiert („Die Rote Armee sühnte deutsche Verbrechen beim Einmarsch …“ – dt. Fernsehen), begibt sich genau auf das Niveau des Verächtlichen, steht seinerseits mit einem Fuß im „Zivilisationsbruch“. Die Aufrechner der Aufrechner der Aufrechner – eine Spirale ohne Ende.

 

Bernd Stanetzek aus Bünde

Sonntag, 05-02-12 21:34

Ich habe die folgenden Sätze in ähnlicher Weise schon
mal geschrieben in diesem Forum.Nichts desto trotz haben
sie an Gültigkeit nicht verloren und gelten für mich als Richtlinien für Menschenrechtsverletzungen:
Ob direkt betroffener,Kinder oder Enkel von Vertriebenen.Ob Deutscher oder Nicht-Deutscher.
Entscheidend ist,das wir anerkennen,daß kein Verbrechen
ein anderes rechtfertigt,kein unschuldiger Mensch für die Verbrechen anderer zu leiden hat,und daß alle Opfer die gleiche Menschenwürde besitzen.
Nicht mehr und nicht weniger.

 

Olaf Ditges aus NRW

Sonntag, 05-02-12 20:26

Es ist doch egal was diese Leute so alles erzählen, an der Wahrheit können sie doch nichts ändern. Und das wissen sie auch, warum sollten sie sonst auf jeden Widerspruch so hysterisch reagieren.
Wer wissen will, der kann auch wissen.

 

Thomas Schulz aus Leipzig

Sonntag, 05-02-12 17:39

Gibt es eigentlich schon Ergebnisse bei den Ermittlungen wegen Billigung einer Straftat gegen Frau Merkel ? -

'Ich freue mich, daß es gelungen ist Osama bin Laden zu töten.'

 

Paul Heller aus München

Sonntag, 05-02-12 17:04

Interessant mal wieder diese "Doppelmoral" deutscher Ermittlungsbehörden:

Wenn jemand lautstark skandiert:
"Ein Baum, ein Strick ein Nazigenick" in Richtung NPD passiert gar nix.
Bundestagsabgeordnete von CSU bis Grüne stehen wohlwollend grindens daneben...

Wenn nun eine Paulchen Panther Melodie gespielt wird, mit dem wohl eher die Fragwürdigkeit dieses bei der Mauermörderpartei eingegangen "Bekennervideos" zum Ausdruck gebracht wurde, gibt es natürlich gleich eine Anzeige und eine angemeldete Demonstration wird gestört durch die Polizei.

Scheinheiliger geht es nimmer...

 

Kassandra Priamos aus Troya

Sonntag, 05-02-12 10:43

Man wird doch wohl noch fragen dürfen.

""..Es mag Sie vielleicht überraschen, aber ich bin eine Volksverräterin. Ich liebe und fördere den Volkstod, beglückwünsche Polen für das erlangte Gebiet und die Tschech/innen für die verdiente Ruhe vor den Sudetendeutschen...""

Danke Frau Löchner, dank Ihnen habe ich keine Fragen Kmehr! Wann kommt wohl IHRE Zeit?, daß Sie endlich auch aktiv werden kann?

 

Jürg Rückert aus Südwest

Samstag, 04-02-12 17:06

Die kontinuierliche Aktivierung antideutscher Ressentiments wird es geben, so lange diese belohnt wird.
Wir hatten nur selten Diplomaten, aber immer wilhelminische Tölpel ("jetzt wird deutsch gesprochen", "Sparkommissar nach Griechenland"). Eine gesunde Mitte ist uns so fremd wie eine elastische, durchsetzungsfähige und zielstrebige Politik zum Nutzen des eignen Volkes.
Wie 1914 stehen wir wieder alleine da. Es ist Merkel nicht einmal gelungen England in die Verantwortung zu nehmen (Wenn GB sich beteiligt sind wir gern bereit..., sonst aber...).

Wenn die deutsche Kuh keine Milch mehr gibt wird sie geschlachtet.

 

Wahr-Sager - aus NRW

Samstag, 04-02-12 16:44

@Wolf Fechter:

Absolut!!!

"Es ist kein Zeichen von Gesundheit, an eine von Grund auf kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein."
Jiddu Krishnamurti, indischer Philosoph und Theosoph

Immer daran denken, dass der Begriff "Nazi" in unserer "bunten Demokratie" eine Auszeichnung bedeutet und für Courage, Rückgrat und Aufrichtigkeit steht.

 

Thomas Lentze aus Bonn

Samstag, 04-02-12 15:30

@ Ulla Lang aus Hessen

Danke für den Hinweis!

Erfreulicherweise ist Ihr Link vollständig wiedergegeben worden, was hier nicht selbstverständlich ist.

 

Wolf Fechter aus Fulda

Samstag, 04-02-12 14:15

Es gilt für uns Patrioten immer Sand ins Getriebe dieser selbstgefälligen, geschichtsfälschenden und ehrlosen bunten Republik zu streuen.

 

Wolf Fechter aus Fulda

Samstag, 04-02-12 14:14

Allein schon das Wort Vertreibung im Titel in Anführungszeichen zu setzen verrät die Gesinnung der Veranstalter. Wahrscheinlich reden sie dann auch Westverschiebung Polens, geordneter Übersiedlung der restdt. Bevölkerung, Rückgewinnung urpolnischer Gebiete usw. Dass eine solche Propagandaveranstaltung auf restdeutschen Boden überhaupt stattfinden kann ist schon ein Skandal an sich. Dort aber die umerzogenen und speichelleckenden "Diskutanten" miterleben zu müssen ist für einen halbwegs normal empfindenden Deutschen nahezu unmöglich. Dennoch gilt es einer falschen, absurden Geschichtsdeutung entgegen zu wirken. Insofern müssten viele von uns sich dort anmelden und den Laden (verbal) aufmischen.

 

Ulla Lang aus Hessen

Samstag, 04-02-12 14:08

# Thomas Lentze

Potsdamer Abkommen:Auf der Seite von S. Scheil lesen Sie mehr darüber

http://www.vernichtungskrieg.de/stichwort-potsdamer-abkommen.htm

 

Bernhard Münch von Rosenberg aus Süddeutschland

Samstag, 04-02-12 12:59

Selbstverständlich kann der Deutsche - vom Säugling bis zum Greis - nur Täter sein. Das muss auch so bleiben, weil es sonst für die uns umgebenden Opfervölker arg arg teuer würde, wenn sie uns für das entschädigen müssten, was sie uns seit dem 11.11.1918 angetan haben. Außerdem müssten sie für die Schadensfolgekosten gerade stehen, ohne Versailles hätte es keinen Judenmord gegeben.

 

Wahr-Sager - aus NRW

Samstag, 04-02-12 12:27

"Man wird doch wohl noch fragen dürfen."

Also Herr Scheil, sind Sie Nazi? Zumindest nach Simone Rafaels Einstellung, heißt es doch in der von der Amadeu Antonio-Stiftung herausgegebenen Broschüre mit dem Titel "Neonazi-Strategien in sozialen Netzwerken":

"Eine andere, unauffälligere Variante, die gerne von Neonazis ebenso wie von Rechtspopulist/innen angewendet wird, ist die Selbstinszenierung als 'Tabubrecher' im Sinne eines 'man wird ja wohl noch sagen dürfen!' bzw. eines 'ist man denn schon ein Rassist, wenn…'. "

Dem Gedankengut Rafaels nach muss man sich diesem absolut unterwerfen, ansonsten zählt man einfach nicht zu der Elite der "Guten".

 

Otto Ohnesorge aus Berlin

Samstag, 04-02-12 11:18

Trotzdem wäre ich gespannt zu erfahren, wie sie die Kurve kriegen hinsichtlich der Behauptung, Deutsche könnten niemals Opfer sein. Nur Täter.

Insbesondere wenn ich an Säuglinge, Kinder, Jugendliche und hilflose Greise denke.

An denen alle nur erdenklichen, völkerrechtswidrigen und teils auf brutalste und viehischste Weise begangenen Verbrechen begangen wurden.

Warum man die Geheimarchive nicht zugänglich macht und warum man sich Gesetze geschaffen hat, die eine Strafverfolgung ausschließen.

Wo man doch angeblich gar keine Verbrechen begangen hat.
I

 

Otto Ohnesorge aus Berlin

Samstag, 04-02-12 11:13

Vielen Dank Herr Scheil.

Das übliche Gebaren. Man lädt zu einer meinungsfreiheitlichen, demokratisch bestimmten, ergebnisoffenen Gesprächsrunde nur die Leute ein, von denen man schon lange vorher weiß, welche Meinung sie vertreten werden.

Deutsches TV läßt grüßen.

Warum erklärt man nicht in einem Zusatzartikel der UN-Charta,

(schnell noch vor dieser Diskussion, bei der man sich ununterbrochen selbst und gegenseitig auf die Schultern klopft)

daß die Deutschen explizit von den Menschenrechten ausgeschlossen sind?

Dann hat man alles rechtlich sauber. Schwarz auf weiß.
Kann sich die Diskussionen sparen.

Ich habe, ob dieser Nachricht, vom vielen Kopfschütteln ein Schütteltrauma bekommen.

Ich muß jetzt zum Arzt. Mit Couch.

 

Joachim Mader aus Hessen

Samstag, 04-02-12 10:48

Schon die Fragestellung im Veranstaltungstitel ist eine Frechheit. Was anderes als Unrecht soll denn die Vertreibung gewesen sein? Es war und bleibt Unrecht, daß durch keinerlei Verträge gedeckt war. Und wenn, dann wären solche Verträge ebenfalls Unrecht. Was den vielen Millionen Vetriebenen, ihrer Heimat beraubten, den unzähligen Ermordeten und Umgekommenen angetan wurde, findet im 20. Jahrhundert nichts Vergleichbares. Es war dazu der größte Landraub der jüngeren Geschichte. Dies alles sind Tatsachen,die keiner Frage bedürfen.

 

Thomas Lentze aus Bonn

Samstag, 04-02-12 09:44

"„Potsdamer Abkommen“. Das hat es zwar gar nicht gegeben, es wird aber [...]"

Inwiefern hat es das nicht gegeben? In der Wikipedia ebenso wie in der (rechts orientierten) Metapedia wird es behandelt, und zwar als Willens- und Absichtserklärung mit weitreichenden Folgen. Es soll sogar ein Abschlußprotokoll veröffentlicht worden sein.

 
 

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