Heinrich Lummer (2009): Ein echter Konservativer Foto: Ronald Gläser
Er ist einer der letzten beinharten Konservativen, einer der immer nur gehaßt oder geliebt wurde. Heinrich Lummer hat wie kaum ein anderer Politiker die Berliner Landespolitik und die CDU in der Hauptstadt geprägt. Heute wird der schlagfertige Politiker, der Anfragen auch im hohen Alter noch mit „Ich bin für jede Schandtat zu haben“ beantwortet, 80 Jahre alt.
Der langjährige Fraktionsvorsitzende im Abgeordnetenhaus hat die Union im damaligen Westberlin, auch früher schon ein Eldorado für die linke Szene, zur unumstrittenen Führungspartei gemacht. Alles andere als ein Ergebnis nahe der 50-Prozent-Marke kam für ihn gar nicht in Frage. Als Innensenator verfolgte er zwischen 1981 und 1986 einen harten Kurs gegen Verbrecher und Kriminelle. Sein Name ist bis heute ein Synonym für Recht und Ordnung. Für die Anfeindungen der Linken hatte er stets nur ein Lächeln übrig. Der JUNGEN FREIHEIT ist er aus Überzeugung seit den 90er Jahren eng verbunden.
Sein Feuer ist nie erloschen
2009 würdigte das Berliner Abgeordnetenhaus Lummer mit einer Büste im Parlament. Mehr als 300 Gäste kamen zum Festakt. Selbst SPD-Urgestein Walter Momper zollte dem brillanten Redner seinen Respekt. „Die Besucher, die hier ins Haus kommen, werden die Büste sehen, sich an seine Arbeit als Oppositionsführer, als Parlamentspräsident, als Innensenator erinnern und sagen: ‘Das war noch einer.’“
Seit 2003 ist es um den Politiker, der 1987 bis 1998 als direkt gewählter Abgeordneter im Bundestag saß, ruhig geworden. Ein Schlaganfall zwingt den volksnahen Lummer seit einigen Jahren in den Rollstuhl. Menschen, die noch Kontakt mit ihm haben, wissen, im Innern ist sein Feuer nicht erloschen. Wer sich die Berliner Politik heute anschaut weiß, wie sehr er fehlt.
Lummers parteiinterne Aktivitäten zeigen, daß der Linksruck der CDU keine neuzeitliche Erscheinung ist. In den 1980ern und 1990ern war er wohl bei jeder CDU-internen, konservativen Totgeburt dabei.
Leider haben Leute wie er immer brav die ihnen zugedachte Rolle als Stimmenfänger im rechten Spektrum ausgefüllt und so das Entstehen einer nennenswerten konservativen Bewegung zugunsten dieser CDU-"Gesprächskreise" verhindert.
Und Lummers Vita ist ein Beleg für die Verlogenheit des politischen Systems. War er in den 1980ern noch Chef des Berliner VS, wurde er als Mitglied von "Die Deutschen Konservativen" wahrschelinlich von genau dieser Behörde beschnüffelt, ohne seine politische Einstellung auch nur einen Deut geändert zu haben.
Gerd-Joachim Kalkowski aus Bischofstadt Hildesheim
Mittwoch, 21-11-12 22:49
Solche Politiker wie Heinrich Lummer fehlen uns heute. Ich bin ihm einmal begegnet in den achtziger Jahren, beim Umsteigen auf dem Köln-Bonner Flughafen. Drahtig, dynamisch, voller Tatkraft.
Weitere Begegnungen im Umfeld der Jungen Freiheit. Von Krankheit gezeichnet, dennoch eine Persönlichkeit, die ich mir zum Vorbild für Mut, Haltung, Fairneß und politischen Weitblick nehmen kann.
Herzlichen Glückwunsch und noch viele Sonnenstrahlen!
DIETER MARTIN aus WOLFEN
Mittwoch, 21-11-12 18:27
Alles Gute zum 80. Geburtstag, Herr Lummer. Ich durfte Sie im Jahre 2002 kennen lernen. Trotz des jetzt nicht mehr so einfachem Lebens wünsche ich Ihnen nur das Beste!!!
@Alfred E: Neumann aus WB: Die von Ihnen genannte
Sendung mit "Sudel- Ede" habe ich mir mehrfach angesehen. Ein Zeitdokument der Extra - Klasse.
Solche Politiker braucht das Land.
Martin Böcker sen. aus Vilseck
Mittwoch, 21-11-12 16:47
........und Seine Nachfolger verkaufen und verraten uns.
Heinerich, oh Heinerich, dein Wagen ist bereits zerbrochen ..
Hans Holt aus Panama
Mittwoch, 21-11-12 15:46
Heinrich, Heinrich, der Wagen bricht ...
Sie denken, alle Menschen sind vergesslich. Wie war es mit dem falschen Spiel mit den Republikanern so um 1985 bis 1987? Sie haben uns (Republikaner) getäuscht und dann später, auch in die Pfanne gehauen.
Sie waren damals schon die einzigste Schwalbe am Himmel von West-Berlin - und es war kein politischer Sommer.
Dennoch: Alles Gute zum 80. wünscht ein alter politischer Gegner und menschlich zugetaner Berliner.
Alfred E: Neumann aus Berlin West
Mittwoch, 21-11-12 14:49
Berlin würde heute mehr denn je einen Innensenator wie Heinrich Lummer brauchen. Ausländerkriminalität könnte von den Medien nicht totgeschwiegen werden, kommunistische Strassennamen - besonders für Berlin eine absolute Schande - wären kein Thema und für schnorrende Zigeuner wäre Berlin ein heisses Pflaster.
Aber die heutige CDU wäre für Heinrich Lummer nicht die politische Heimat. Diese ist dabei, den Grünen nachzueifern und will "bunter" werden. Dem Herrn Lummer wäre die CDU schon lange zu bunt.
Ich wünsche Herrn Lummer für seinen 80. alles erdenklich Gute und möge er seiner Familie noch lange erhalten bleiben.
Bei Youtube kann man sich die Talkshow von TV Berlin "Ich stelle mich" mit K.E. von Schnitzler und Heinrich Lummer ansehen.