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Deutschland

Dienstag, 09.03.2010

Tschechische Historikerin verläßt Beirat der Vertriebenenstiftung

 

Mit Kristina Kaiserová verließ ein weiteres Mitglied die Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung Foto: JF

BERLIN. Die tschechische Historikerin Kristina Kaiserová hat den wissenschaftlichen Beirat der Vertriebenenstiftung verlassen. Gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung begründete die Wissenschaftlerin ihren Austritt mit der zunehmenden Politisierung, die zu einer Beeinträchtigung ihrer Arbeit geführt habe. Kaiserová ist bereits das zweite Mitglied, das den Beirat unter Protest verläßt.

Erst im vergangenen Jahr hatte der polnische Historiker Tomasz Szarota der Stiftung den Rücken gekehrt, weil nach seiner Ansicht der Bund der Vertriebenen (BdV) einen zu starken Einfluß auf die Einrichtung ausübe.

Nahezu ein Jahr lang hatte der Streit um die Entsendung der BdV-Präsidentin Erika Steinbach in den Rat der Vertriebenenstiftung deren Arbeit überschattet. Im Februar war der Konflikt durch einen Verzicht der CDU-Politikerin beigelegt worden. Im Gegenzug hatte der BdV verschiedene Forderungen durchsetzen können. So wurden dem Verband unter anderem mehr Sitze im Stiftungsrat zugesprochen.

Thierse und Schwall-Düren sprechen von „Alarmsignal“

Die beiden SPD-Politiker Wolfgang Thierse und Angelica Schwall-Düren sprachen anläßlich des Ausscheidens Kaiserovás in einer gemeinsamen Erklärung von einem „Alarmsignal“. Die Bundesregierung ernte nun die Früchte der einseitigen Besetzung der Gremien der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung. Man brauche dringend eine Umformung des wissenschaftlichen Beirates.

„Es ist an der Zeit, daß dieses Gremium mit Wissenschaftlern besetzt wird, die sich historisch fundiert und kritisch mit der Geschichte von Flucht, Zwangsmigrationen und Vertreibungen auseinandersetzen, statt mehrheitlich den Ansprüchen des BdV zu entsprechen“, forderten die SPD-Politiker. Es dürfe nicht zugelassen werden, daß der Zweite Weltkrieg neu interpretiert werde. (krk)

Dossier zum Streit um Steinbach



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Rosa Rot aus Helgoland

Mittwoch, 10-03-10 17:12


Thierse und A. Doppel-Name haben scheinbar den Kern der Geschichtswissenschaft nicht verstanden.

Neuinterpretationen von historischen Vorgängen zu verbieten gleicht faschistischen und sozialistischen Gleichschaltungsversuchen!


 

Margrit Steer aus Krefeld

Mittwoch, 10-03-10 16:45

die Wissenschaftlerin hat Recht. Die Politik hat sich das mal wieder unter die Nägel gerissen. Und alles Deutsche ist den linken Politikern derzeit ohnehin nicht recht. Deutsch ist ja pfui geworden.
Diese Gedenkstätte ist von der Politik nicht gewollt, das ist Fakt.
Die Vertriebenen sollten das in Privatregie machen.
Der Austritt dieser Historikerin ist für Berlin eine Ohrfeige, aber lernen werden sie daraus nichts

 

Jason Argonaut aus RPL

Mittwoch, 10-03-10 12:25

Zu meinem Beitrag 9.3. 22:14:
Das Programm hat einen Kopierbefehl nicht ausgeführt, deswegen hier die Ergänzung.

Nach DWDS ist "interpretieren, etw. auslegen, deuten, erklären: es kommt nur alles darauf an, wie man die Dinge interpretiert"

 

Nobody not perfect aus Oberschlesien

Mittwoch, 10-03-10 12:03

Wenn das Zentrum – „für” oder „gegen” Vertreibungen paneuropäischen Charakter haben soll, dann gibt es zwei Möglichkeiten:
1)Die Vertreibung Deutscher deutschen Historikern überlassen, die Anderen den dementsprechenden Wissenschaftlern (Kaiserova, Szarota u.ä.)
oder
2)das Gegenteil – soll Kaiserova sich den Sudetendeutschen annehmen (auch den Todesmarsch aus Brünn verniedlichen), Szarota kann sich den aus Polen Vertriebenen annehmen (z. B. Thierse aus Breslau) und deutsche Historiker den Türken den Begriff „Völkermord“ an Armeniern zu erklären.
Die zweite Möglichkeit findet zum Beispiel da Anwendung, wo jemand etwas gerecht verteilen will: Einer teilt die Wurst in zwei Teile, der Andere hat die Wahl. Das ist dann ehrlich.

 

Paul Mannstein aus State Side

Mittwoch, 10-03-10 03:11

Und wie steht es mit den Deutschen die nach dem Ersten Welt Krieg aus Polen vertrieben wurden und den Sudeten Deutschen die in den zwanziger Jahren in der Czechei diskriminiert wurden?

War da auch Adolf Hitler schuld daran?

 

Ch. Henrich aus Berlin

Mittwoch, 10-03-10 00:25

Thierse, Thierse? War das nicht auch einer dieser "Widerstandskämpfer" der letzten Stunde, von dem noch nie jemand vor dem Gorbi-Besuch etwas gehört hatte und der selbst, wie so viele andere, die heute das große Wort führen, keine Gefängniszelle je von innen sahen. Was ist das für ein Staat, der es zuläßt, das solche Leute nach oben kommen?

 

Jason Argonaut aus RPL

Dienstag, 09-03-10 22:14

Hier ist wörtlich einkopiert, was Thierse und der Bindestrichname sagen:
Es darf nicht passieren, dass der Zweite Weltkrieg neu interpretiert wird.
Der sicherlich freiwillig (in seiner Vita spricht er allerdings von "Vertreibung") aus seiner Geburtsstadt Breslau umgezogene Thierse entlarvt sich durch den Gebrauch des Verbs "interpretieren" selbst. Peinlich für jemanden, der sich als studierter Germanist bezeichnet.

Nach DWDS ist .

Da haben wir´s: "Es kommt darauf an". Also keine wissenschaftliche Quellenforschung, sondern Auslegungssache.

 

Otto Ohnesorge aus Berlin

Dienstag, 09-03-10 17:35

Die letzten beiden BundeskanzlerInnen haben es klipp und klar gesagt: Die Deutschen sind alleine Schuld und die Schuld währt immer. Basta.
Und wer was anderes sagt, verdreht die Geschichte.

Was Thierse angeht: Lebt denn der alte Holzmichel noch?
Ist er wieder einmal aus dem Bett gefallen? Senile Bettflucht?

Einer seiner schönsten Coup´s war, daß er den Namen des dem "Deutschen Volke" gewidmeten Berliner Reichstag ändern wollte.
So einen muß man nicht ernst nehmen, oder?

 

michael leyer aus düsseldorf

Dienstag, 09-03-10 15:42

"begründete die Wissenschaftlerin ihren Austritt mit der zunehmenden Politisierung, die zu einer Beeinträchtigung ihrer Arbeit geführt habe"

Wenn man wissenschaftlich belegbare Entdeckungen zum Verlauf der Vertreibung macht und die nicht veröffentlichen darf, kann das schon mal passieren.

"Es dürfe nicht zugelassen werden, daß der Zweite Weltkrieg neu interpretiert werde"

Natürlich nicht. Warum nochmal? Wegen der Wahrheit?

Pfui!

 

O. Ditges aus NRW

Dienstag, 09-03-10 15:29

Es darf nicht sein, das irgend jemand den zweiten Weltkrieg (oder sonstwas) anders interpretiert als ich. Desswegen ist es an der Zeit, das alle Gremien (und sonstwas) mit Wissenschaftlern besetzt werden, die sich in der Art und Weise kritisch und fundiert mit der Geschichte (und allem) auseinandersetzen wie ich. Es ist dringend erforderlich, das die geschichtlichen Abläufe und deren Bedeutung gesetzlich geregelt werden, um deren Missbrauch durch gewalttätige, undemokratische, rassistische und menschenverachtende Braunesoßensumpfexkremente einen Riegel vorzuschieben.

 

Carsten Schulz aus Mannheim

Dienstag, 09-03-10 15:18

Polen und Tschechen in einem Stiftungsrat für eine Ausstellung über die Vertreibung der Ostdeutschen nach dem Kriege - das ist so, als hätte Albert Speer das Holocaust-Denkmal mitgestaltet. Einfach absurd!

 

Arno Pielenz aus Cottbus

Dienstag, 09-03-10 15:05

"Es dürfe nicht zugelassen werden, daß der Zweite Weltkrieg neu interpretiert werde." - Geschichte, guter Herr Thierse, soll nicht interpretiert, sondern dargestellt werden, und zwar so, wie sie wirklich gewesen ist (Ranke). Daß Sie das fürchten, wundert mich nicht.
Im übrigen ist nichts dagegen einzuwenden, wenn polnische oder tschechische Historiker die Kommission verlassen: Sie haben in der eigenen Geschichte genügend aufzuarbeiten.

 

Willi Wunder aus Dresden

Dienstag, 09-03-10 14:57

Die Vorkommentatoren habens im Grunde alle schon sehr gut getroffen. Bei so einem schönen Thema kann man sich aber kaum zurückhalten. Die Vorstellung, wie Thierse angesichts des „Alarmsignal(s)“ in Schockstarre fällt, ist schon amüsant.
Wenn das Kartenhaus aus Lügen und Verzerrungen- gerade über Beginn und Schlussphase des WK2- erstmal ins Wanken gerät, hilft vielen dieser Leute nur noch die hastige Abreise. Da hat Kaiserova schonmal vorausschauend gehandelt.

 

Michael Karthäuser aus St.Vith

Dienstag, 09-03-10 14:41

Geben Sie es doch zu, Herr Thierse! Ihnen geht es nicht um eine eventuelle Neuinterpretation der Geschichte, sondern darum, die volle Wahrheit weiter zu unterdrücken und eine Historisierung des 2. Weltkriegs zu verhindern. Sollte nämlich Sie - die Wahrheit - zur Mehrheit vordringen, dann bleibt von Ihnen nicht mehr übrig als das, was Sie wirklich sind: ein Deutschenhasser und damit Rassist und Menschenhasser!

 

Andrea Dickerson aus Abilene, Kansas

Dienstag, 09-03-10 13:42

Es war ja mal ein paar Tage ruhig ums Zentrum. Man fragte sich nicht ob, sondern wie es Die Thierses und Schwalls wohl angehen werden, die Hoffnung auf ein historisch fundiertes Zentrum zu zerstoeren.

Nach dem Gezeter ueber die Stiftung wunderte man sich ohnehin, dass ein Pole und eine Tschechin im wissenschaftlichen Beirat sassen. Polen wollte das Zentrum verhindern, und Tschechien war an einem derartigen "Produkt" nicht interessiert.

Nun weiss man, warum. Naemlich um sich oeffentlichwirksam von ihm zu distanzieren. Der polnische Historiker hat sein Projekt in Danzig, und Details ueber die Arbeit der Tschechin, die sie angeblich bei der Stiftung nicht erledigen kann, wird man wohl auch nicht erfahren...

 

Gerhard Popp aus Nordendorf

Dienstag, 09-03-10 12:41

Was brauchen wir denn in einem deutschen Projekt
die Vertreter der ehemaligen Vertreiberstaaten?

Damit sie im Nachhinein das epochale
Menschendrama der massenweisen Vertreibung und Tötung von unschuldigen Deutschen verniedlichen können ?

Nein, Frau Kaiserova, gehen Sie dahin zurück,
wo Sie hergekommen sind und bewältigen Sie erstmal
die Kriegs-und Nachkriegsverbrechen der Tschechen.

 

Horatio Germaniae aus Deutschland

Dienstag, 09-03-10 12:34

'Es dürfe nicht zugelassen werden, daß der Zweite Weltkrieg neu interpretiert werde.'

Welchen Grund sollte es denn dafür geben? Vielleicht ist jahrzehntelang gelogen, vertuscht, verdreht, verheimlicht worden? Ist nicht vielmehr das offiziös geäußerte Geschichtsbild der ersten Hälfte des 20. Jh. eine einzige Interpretation? Sollten nicht endlich die Archive geöffnet werden? Wer mit welcher 'Interpretation' hätte dann etwas zu befürchten, wem wüchse die Nase um den Erdball, so daß dieser aussähe wie eine Magnetspule?

 

Daniel Frey aus Rostock

Dienstag, 09-03-10 12:18

GENAU!

In diesen Rat gehören von deutscher Seite ausschliesslich "Wissenschaftler" die über die ewig währende Schuld des deutschen Volkes" (ja, hier ist es noch das Deutsche Volk, nicht die "Bevölkerung") schwadronieren und grundsätzlich vornüber gebeugt gehen.

Was soll das überhaupt mit den "Vertriebenen"?! Die sind doch alle freiwillig ausgewandert!

Weihnachtsmann und Frau Doppelname rütteln schon wieder an der Vereinbarung die dem BdV wenigstens etwas Gehör in diesem Stiftungs-Theater verschafft haben.

 

Gerhard Bauer aus Bayern

Dienstag, 09-03-10 12:11

Ach ja, wird etwa auch über tschechische und polnische Verbrechen gesprochen, etwa auch über diejenigen die vor Beginn des Krieges begangen wurden?

 

H Schauer aus Waldshut

Dienstag, 09-03-10 11:59

Mit Thierse und Schwall-Düren haben sich einmal mehr die Protagonisten der einseitigen Geschichtsinter-pretationion zu Wort gemeldet, die bisher ganz gut ohne "historisch fundierte" Geschichtsschreibung auszukommen schienen! Dass sie zu denen gehören könnten, die eine ernsthafte wissenschaftliche Auf-arbeitung der Geschichte beeinträchtigen, das kommt ihnen wohl gar nicht in den Sinn!
Den Vertriebenen sprechen sie seit Jahrzehnten das Recht ab, ihre Geschichte aufzuarbeiten aufgrund eigener Erfahrungen an Körper und Seele, denn eine solch historisch fundierte "neue Interpretation" würde wohl zu vielen liebgewonnenen Interpretationen des linken Spektrums den Garaus machen. Deshalb ist das Geschrei nach Wissenschaftlern ernst nehmen!

 

antonius von Padua aus Dingsda

Dienstag, 09-03-10 11:39

Ich habe nur eine Frage: Hat der Journalist der FAZ Frau Kaiserova gefragt, was sie von den Benes-Dekreten hält? Wenn ja, wie war die Anwort? Pardon! Es waren leider zwei Fragen.

 
 

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