Tut sie es oder tut sie es nicht? Wird Angela Merkel einem neuen Schuldenschnitt für Griechenland zustimmen? Die Frage beschäftigt seit einigen Tagen den Berliner Politikbetrieb. Dabei geht es in Wirklichkeit schon lange nicht mehr um das „Ob“, sondern nur noch um das „Wann“.
Seit Jahren treibt die schwarz-gelbe Koalition in der Euro-Krise dasselbe Spiel. Egal ob Griechenland-Hilfen, EFSF oder ESM. Zuerst wird „kategorisch ausgeschlossen“, dann ein heißt es, „derzeit“ gäbe es keine Gründe für weitere Milliarden-Hilfen, schließlich mehren sich die drängenden Stimmen in der Koalition und am Ende war es dann entweder „alternativlos“ oder „unausweichlich“.
Praktisch ist das vor allem für Merkel. Sie ist nach jedem weiteren Milliarden-Paket plötzlich die Kämpferin für die deutschen Steuerzahler, die nur unter größtem Druck den neuesten Blankoscheck unterschrieben hat. Glaubt man den Umfragen, sehen 70 Prozent der Deutschen die Euro-Rettung bei der Kanzlerin „in guten Händen“. Es funktioniert also.
17,5 Milliarden Euro in den Sand gesetzt
Bei dem jetzt diskutierten Schuldenschnitt der öffentlichen Gläubiger für Griechenland, bei dem es erstmals nicht nur um Haftungssummen, sondern real in den Sand gesetzte Milliardenbeträge geht, ist das nicht anders. Nachdem Merkel ein derartiges Vorgehen ausgeschlossen hatte, meldete sich prompt Bundesbankchef Jens Weidmann und widersprach ihr. Auch Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und sein bayerischer Amtskollege Horst Seehofer (CSU) haben längst durchblicken lassen, daß an einem Schuldenerlaß kein Weg vorbeiführt.
Am Ende werden der Bundestag und viele seiner Abgeordneten erneut „unter großen Bauchschmerzen“ zustimmen und behaupten, dies sei das letzte Rettungspaket. 17,5 Milliarden Euro wird uns die nächste Runde in der Euro-Krise voraussichtlich kosten. Gleichzeitig wird seit Monaten in einem hysterischen Ton über das als „Herdprämie“ diffamierte „Betreuungsgeld“ für Familien hergezogen. Kostenpunkt: 2,2 Milliarden Euro im Jahr.
Natürlich wird sie es tun. Schließlich befindet sich Deutschland im Würgegriff von Versailles (oder war es Maastricht?) und Nürnberg (oder war es die Angriffskriegslüge?).
Ralf Beez Ofw d.R. aus 72250 Freudenstadt
Dienstag, 20-11-12 20:39
@Manfred Strossner aus Hildesheim
@Kersti Wolnow aus Irrenhaus BRD
Herzlichsten Dank und ein aufrichtiges Vergelt´s Gott
für ihre kurzen und prägnanten, leider bitterwahren
Beiträge!
Natürlich TUT der bunte Hosenanzug es, da gehe ich jede
aber wirklich jede Wette ein, daß Problem wird sein, daß ich weit und breit keinen Dummen finden werde, der
dagegenhält!
Erwin der Querdenker aus Dummerland
Dienstag, 20-11-12 17:40
T.1
Die Frage kann nicht lauten, ob Merkel allein diesen Bestrebungen nachgibt, sondern, ob die Bundesregierung insgesamt dem zustimmen wird. Doch da das "Faß ohne Boden" bereits geöffnet wurde, werden alle Verantwortlichen letztlich kuschen. Das französische Anliegen hat Vorrang vor allen Bedenken. Fr. Lagarde dürfte Fr. Merkel diesbezüglich schon eingestimmt haben. Das "Schwarze Loch" fordert seinen Preis.
Deshalb ist das eigentliche Problem Deutschlands das Fehlen seiner Souveränität!
Dieser Schuldenschnitt, der in der Hauptsache letztlich durch den deutschen Steuerzahler geleistet wird, auch wenn die EZB als Mittler auftritt, dürfte erst der Anfang von vielen weiteren Zahlungsleistungen an Griechenland sein, bis zum bitteren Ende.
Egon Olsen aus Absurdistan
Dienstag, 20-11-12 16:57
70% der Bevölkerung soll glauben, dass die Euro Rettung bei der Merkel in guten Händen ist? Ich kenne weder in meinen Bekannten-, Freundes- oder Verwandtenkreis, dass diese Frau beliebt ist.Das Gegenteil ist der Fall.Auch
in den jeweiligen Kabarettstücken,kann man erleben,wie "beliebt" sie ist.Das sind die Medien,die auf Bestellung
diese Kampagnen für eine Beliebtheit betreiben. Das
Volk wird manipuliert. Der Mensch ist eine Herde und wenn die Führungshammel in eine Richtung rennen, rennen die anderen hinterher.Merkel verkauft unser Land und
denkt nur an ihre Macht, auch für eine Macht in
Europa. Dafür ist ihr jedes Mittel recht.Diese Frau
eine sog.Christin ist Größenwahnsinnig geworden.
Manfred Strossner aus Hildesheim
Dienstag, 20-11-12 16:47
"Glaubt man den Umfragen,(...)"
Wer das heute noch tut, ist Teil unserer gegenwärtigen Probleme.
Kersti Wolnow aus Irrenhaus BRD
Dienstag, 20-11-12 16:19
An die 70 % glaube ich nicht, es ist wie bei den 98% bei der letzten Honecker-Wahl im Mai 1989.