Ausland

Donnerstag, 09.02.2012

Frankreich: Streit um Ungleichwertigkeit der Kulturen

 

Der Ballhausschwur von Jacques-Louis David: Französische Sozialisten messen ihrer Kultur keinen besonderen Wert zu. Foto: Wikimedia

PARIS. In Frankreich haben Aussagen des Innenministers Claude Guéant zur Ungleichwertigkeit der Kulturen eine heftige Debatte ausgelöst. Der Sprecher des sozialistischen Präsidentschaftskandidaten François Hollande, Bernard Cazeneuve, kritisierte die Äußerungen des UMP-Politikers als „spaltend und erniedrigend“. Die Präsidentschaftskandidatin von 2007, Ségolène Royal, nannte sie „gefährlich“.

Guéant hatte in einer Rede vor konservativen Studenten eine Gleichwertigkeit der Kulturen abgelehnt. „Entgegen der relativistischen Ideologie der Linken sind für uns nicht alle Kulturen von gleichem Wert“, zitiert ihn die französische Nachrichtenagentur Agence France-Presse. „Diejenigen, die Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit verteidigen, erscheinen uns denjenigen überlegen, die die Tyrannei, die Minderwertigkeit von Frauen, sozialen und ethnischen Haß akzeptieren.“

Für den Minister, der unter anderem auch für Einwanderung zuständig ist, besteht daher die Verpflichtung, „unsere Kultur zu schützen“. Auch nach Angriffen von Sozialisten und Grünen hielt er an seiner Aussage fest. Er bedauere lediglich, daß „einige Linke“ seine Rede „aus dem  Zusammenhang“ gerissen hätten. Beistand bekam Guéant von Kabinettskollegen. Verteidigungsminister Gérard Longuet bezeichnete sie als „gesunden Menschenverstand“ und Finanzminister François warf den Sozialisten vor, die Äußerungen „für den Wahlkampf auszuschlachten“.

Eklat im Parlament

Hollande griff den engen Vertrauten des amtierenden Präsidenten Nicolas Sarkozy in der Nationalversammlung scharf an. „Was ich mißbillige, daß ist diese unnütze Polemik. Diese verletzende Spaltung, der Unfriede. Ist Ihnen klar, daß ein Innenminister, der das Land zur Ordnung bringen sollte, stattdessen Spaltung und Unfride sät? Das reicht!“ Das Regierungslager verließ das Parlament aus Protest, als der Abgeordnete Serge Letchimy aus dem Überseegebiet Martinique dem Innenminister nationalsozialistische Ideologie vorwarf:

„Sie, Herr Guéant, bevorzugen den Schatten. Sie bringen uns Tag um Tag zurück zu diesen europäischen Ideologien, die die Konzentrationslager hervorbrachten, am Ende einer langen Kette der Sklaverei und des Kolonialismus. Herr Guéant, das Nazi-Regime, das sich so um die Säuberung sorgte – war das eine Zivilisation?“ Kritik kam auch von der Grünen-Chefin Cécile Duflot, die von einer „Rückkehr zur Zeit vor drei Jahrhunderten“ sprach.

Die Nummer zwei der Sozialisten, Harlem Désir, bezeichnete in einem Rundschreiben die Rede des UMP-Politikers als die „erbärmliche Provokation eines Ministers, der zu einem Sprachrohr des Front National (FN) wurde“. Umfragen zufolge liegt Amtsinhaber Sarkozy hinter dem sozialistischen Herausforderer zurück. Die Präsidentschaftswahlen sind am 22. April. Bei einer möglichen Stichwahl zwischen Sarkozy und Hollande am 6. Mai könnte das Wahlverhalten der FN-Anhänger entscheidend sein. (FA)



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Deutsche Mutter aus Frankenstein

Montag, 20-02-12 04:05

.............wären Alle richtig informiert..........
so müßte sich NIEMAND so einer Problematik stellen....es gäbe so ETWAS nicht.
Gäste sind und bleiben Gäste, wer einem Gast das Haus überläßt, muß sich über die eigenen Platzängste und Ablehnungen nicht wundern....., " Gute Gäste" spüren wenn es Zeit ist zu gehen, "Gäste sind eben wie Fisch, dieser stinkt schon nach ......? Tagen ?,
Im Namen der Vergesslichkeit, laßt Gerechtigkeit walten ! Immer wieder die Frage beantworte.......
die einzig richtige Frage: Wem nutzt ES ?
Unabhängig, wo+ was+ wie+ überhaupt passiert, obe gesehen, gehört oder gelesen......Wem nutzt ES?

 

Herbert Weiß aus Stahnsdorf

Freitag, 10-02-12 23:11

(2) Bei den Schrumpfkopfsammlern täte ich mich allerdings auch schwer, hier eine gleichwertige Kultur zu erkennen. Und Taliban & Co. - haben die überhaupt so etwas wie eine Kultur? Andererseits gibt es auch zahlreiche Muslime, die mit diesen Radikalinskis nichts am Fez oder Turban haben.

Stehen wir also zu unserer Kultur nach dem Motto: Mer san mer! Unterschiedliches lässt sich ohnehin nur schwer vergleichen. Wie z. B. Äpfel und Birnen.

 

Herbert Weiß aus Stahnsdorf

Freitag, 10-02-12 23:08

In vier Wochen soll in Niemegk (Kreis Potsdam-Mittelmaß) eine Gedenktafel für Hedwig Rösemann enthüllt werden, die 1665 als Hexe verbrannt wurde. Wie unzählige andere Frauen und auch manche Männer, die allerdings auch oft als Ketzer abgeurteilt wurden. Nehmen wir uns also nicht gar so wichtig. Jede Kultur hat neben ihren positiven Errungenschaften auch ihre Schattenseiten und Abgründe.

Man sollte sich besser an einer Gleichwertigkeit der Menschen orientieren, wie Andreas Muscarius aus Hamburg so schön zutreffend anmerkte. Als ein besonders markantes Beispiel dafür, dass es manchmal nur der richtigen Erleuchtung bedarf, kann man einen gewissen Saulus anführen, der damals von vielen als der personifizierte Antichrist betrachtet wurde. >

 

Carsten Schulz aus Mannheim

Freitag, 10-02-12 10:33

@Toni von Schlummerland aus und vorbei isses schon lange!,

an 'Überheblichkeit' der rechtskonservativen Szene liegt es meines Erachtens nicht. Eher an der 'Lufthoheit' der Linken im öffentlichen Diskurs.

 

Eckard Eckstein aus Deutschländ einig Kasperländ

Freitag, 10-02-12 09:56

Das Stichwort in dieser Sache wurde von Monsieur Longuet genannt: Gesunder Menschenverstand!

Das genaue Gegenteil davon ist es jedoch, in wohliger Illusion über eine harmonische Welt - oder aus verlogener politischer Ideologie -, herandrängenden Gefahren für den Fortbestand der eigenen Kultur und politischen Verfassung als Nation nicht entgegenzutreten, sondern diese sogar zu angeblicher "Bereicherung" usw. umzulügen!

Im Prinzip sind Jene die das tun nichts anderes als gefährliche Staatsfeinde! In Frankreich ebenso wie in Deutschland und weiteren europäischen Ländern.

Hoffen wir, daß die mutigen Worte französischer Politiker einen Hoffnungsschimmer am Horizont darstellen und die Wähler dem endlich Rechnung tragen werden!

 

Toni von Schlummerland aus und vorbei isses schon lange!

Freitag, 10-02-12 08:57

@ Carsten Schulz aus Mannheim
Aber die Linken haben, wegen unserer Überheblichkeit (oder was auch immer), die Nase vorne!

 

Ralf Beez Ofw d. R. aus 72250 Freudenstadt

Donnerstag, 09-02-12 19:05

Respekt, Respekt, es gibt Sie also doch noch die Leute
die es wagen, Wahrheiten auszusprechen, noch dazu ein
Politiker.

Ich will auch einen DEUTSCHEN Innenminister, der solche
Wahrheiten ausspricht, aber dann auch standhaft bleibt!

 

Max Sternhuber aus koeln

Donnerstag, 09-02-12 17:50

klassische linke rherotik díe der minister hier anbietet. universalistisch, den menschenrechten verpflichtet, vom antirassismus beseelt. was er meint: wir (der westen) hat die bessere kultur weil wir
a) die ehe von homosexuellen als wichtiger erachten als hinreichenden nachwuchs
b) weil wir gluecklich sind dass z.B. in Frankreich 2050 vielleicht noch 30% der buerger vorfahren habe die vor 1970 in frankreich lebten
c) weil bei uns frauen general werden koennen
d) weil wir jedes jahr abermilliarden an entwicklungshilfe zahlen
etc.
schade dass soetwas heuzutage schon als rechts verkauft werden kann. eine vermeintliche gesellschaftliche debatte ist nichts anderes als ein fluegelstreit innerhalb der hegemonialen linken

 

Angriff gegen linke Sekti fordert Plebiszit aus Hamburg

Donnerstag, 09-02-12 15:44

@Henk Boil
Berichtigung in der Wandlung

Zitat von Ibn Warraq: "Eine Kultur, welche der Welt den Roman gab, die Musik von Mozart, Beethoven und Schubert und die Gemälde von Michelangelo, da Vinci und Rembrandt, braucht keine Lektionen von linken Gesellschaftsminoritäten, deren Vorstellung hirnnivelierte Uniformiertheit sozialistische Gleichmacherei ist, gleich den Nürnberger Parteiaufmärschen.

Das haben die beiden Sektierer, Islamist und Sozialist gemeinsam, die direkte geistige Blutsverwandschaft.

google: Bram Stokers Roman Dracula erzählt...

 

Klaus Wiegand aus Espenau

Donnerstag, 09-02-12 15:14

Ha, Henk Boil aus Chemnitz, Du hast den berühmten Nagel mit Deinem Zitat voll auf den Kopf getroffen. Ich habe längere Zeit, mit Unterbrechungen, in einem, mittlerweile auf dem Weg der Islamisierung befindlichen Landes gelebt. Ich bin sozusagen "Insider".

 

Andreas Muscarius aus Hamburg

Donnerstag, 09-02-12 14:48

"Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit" bezieht sich nicht auf eine Gleichwertigkeit der Kulturen, sondern der Menschen, aber das haben nicht nur die Sozialisten in Frankreich vergessen, sondern besonders auch die in England, Deutschland, Schweden und Norwegen.

Noch Anfang der 1990er Jahre hätte so gut wie jeder SPD-Vorstand gelacht, wenn jemand behauptet hätte, eine untergegangene Kultur der Schrumpfkopfsammler oder eine islamisch-fundemantalistische sei der europäischen Zivilisation gleichwertig, d.h. ebenbürtig. Heute will man aber genau diesen Unsinn in Deutschland mit Institutionen wie dem unsäglichen Humboldt-Forum propagieren. Auch die deutschen Museen werden Schritt für Schritt nach diesem Dogma neu konzipiert.

 

Klaus Reichel aus Forchheim

Donnerstag, 09-02-12 14:39

Der Herr Abgeordnete Serge Letchimy scheint, wie leider auch allzuviele hierzulande, äußerst mangelhafte Geschichtskenntnisse zu haben. Anders kann ich es mir nicht erklären, daß er von Sklaverei und Kolonialismus, worin sich außer Frankreich auch England, Spanien, Portugal und Holland sogar Belgien unrühmlich hervorgetan haben, einen kausalen Zusammenhang mit Konzentrationslagern findet. Die ja im übrigen eine "Erfindung" der Engländer sind und nicht der Nationalsolzialisten.
Und Frankreich als Hort von "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" ist mindestens ebenso verlogen wie die "verdammenswerte Nazistadt Dresden".

 

Henk Boil aus Chemnitz

Donnerstag, 09-02-12 14:28

Wer behauptet alle Kulturen seien "gleich (gut)", der darf dies gern verifizieren und für einige Zeit in einem moslemischen Land leben, bevor er sich standardmäßig u. faktenfrei empört. Dazu ein Zitat von Ibn Warraq: "Eine Kultur, welche der Welt den Roman gab, die Musik von Mozart, Beethoven und Schubert und die Gemälde von Michelangelo, da Vinci und Rembrandt, braucht keine Lektionen von Gesellschaften, deren Vorstellung von einem Himmel voller Jungfrauen an ein kosmisches Bordell denken läßt."

 

Otto Ohnesorge aus Berlin

Donnerstag, 09-02-12 14:07

Man sehe sich die Staaten und Völker, in denen die Ideologie des Islam herrscht, an.

Die leben mit Unterdrückung der Frau, ohne Demokratie, ohne Religionsfreiheit, mit Folter, mittelalterlichen Strafen, Steinigungen und Beschneidungen, Verfolgung von Homosexuellen.

Und da bahauptet ein Vertreter einer völlig kruden Ideologie der Gleichmacherei die Kulturen seien alle gleichwertig?

Da muß sich jemand rechtfertigen, der dem widerspricht?

Was für ein kranker Schwachsinn ist das denn?

Wann jagen die Völker Europas diese Ideologen zum Tempel hinaus?

 

Otto Ohnesorge aus Berlin

Donnerstag, 09-02-12 14:01

Auch in Frankreich herrscht ausschließlich die Ideologie.

Jahrhunderte hat Europa gebraucht, um Gesellschaften zu schaffen, die frei sind von Sklaverei, Unterdrückung von Frauen. Hin zur relativ freien Meinungsäußerung, wenigstens in Ansätzen so etwas wie Demokratie, Abschaffung der Stände, Gleichheit von Bildungschancen, relative Pressefreiheit. Abschaffung der Todesstrafe, Folter und anderer sinnloser Grausamkeiten.

Wie kann es sein, daß dies in Frage gestellt, diskutiert wird?

Nur weil sich in Europa eine mittelalterliche, kriegerische, auf Weltherrschaft ausgerichtete Ideologie namens Islam ausbreitet?

Ausbreiten kann, weil alle Interessenvertreter nicht auf deren Stimmen verzichten wollen?

Stimmen,die ihre Existenz sichern sollen.

 

M. H, aus Ffm

Donnerstag, 09-02-12 13:46

noch was - vor 2 tagen kam ein bericht im fernsehen wo gezeigt wurde wie die feuerwehr aus weisnichtmehr wo einen teich am nicht zufrieren hindert damit die enten im wasser sind, und nicht auf dem eis wo der fuchs sie frisst. soweit müssen es andere kulturen erstmal bringen !!!

 

M. H, aus Ffm

Donnerstag, 09-02-12 13:43

also ich bin ja nur ein ungeblideter prekarier aber ich sehe hier gibt es : goethe, hegel ,hartz4, schule umsonnst, studium auch, gerichtsverfahren, ärzte an jeder ecke, notarztwagen und rettungshubschrauber auch für nichtversicherte, rufrauenwahlrecht, lesben und schwule, behinderten gerechte einkaufszentren, strassenmarkierungen für blinde, strom wasser und feuerwehr allüberall, die junge freiheit und die taz, raumfahrtprogramme und meinungs sowie religionsfreiheit......

das haben nicht allekulturen - auch nicht für fremde die all dies nutzen ohne jehmals auch nur einen krümel dafür zu tun.

 

Kersti Wolnow aus Irrenhaus BRD

Donnerstag, 09-02-12 13:26

Sozialisten sind international, die Schreier der Parteien, die Einpeitschmedien und die Konzerne, die sich global ausbreiten, die die Welt mit ihren Produkten "beglücken" und die kleinen nationalen Strukturen überall auseinanderreißen, überflüssig machen und uns alles durch ein Einheitsbreiangebot wie Mc. Donalds langweilen, durch das Anlocken von Ausländern werden die Nationen alle zerstört, der Einwanderer hat seine Heimat verloren und das Volk im Einwanderungsland auch. Es läuft also alles auf Zerstörung hinaus.

 

Alexander Anonymus aus Wiesbaden

Donnerstag, 09-02-12 13:00

1)Tja, die Gleichheit...gleich sind wir, derb ausgedrückt, nur in einem Punkt: wir alle müsse fresse, scheisse un schlafe.
Als diese rohe Masse Mensch betrachtet haben,in meinen Augen,erstmal alle Menschen eine relative Gleichwertigkeit und das gleiche Recht auf würdige Behandlung.DA sollte das Gleichheitsprinzip fußen.
Darüber hinaus sollte man die Welt als Schule sehen:
manche sind Gymnasiasten, manche Real- oder Hauptschüler,manche Sonderschüler und manche sind gar frei von jeder schulischen und moralischen Bildung.
Und innerhalb dieser Gruppen haben wir jeweils auch eine weite Bandbreite an diversen Ungleichheiten.
Wenn man nicht einmal alle Menschen EINER Kultur, auch nicht die eines Landes als "gleich" abstempeln kann, dann klappt....

 

Carsten Schulz aus Mannheim

Donnerstag, 09-02-12 12:59

wie öööööde! Diesen linken Bessermenschen fällt auch nichts anderes mehr ein, als bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit die Nazis zu bemühen.

Andererseits merken diesen Linken nicht, zu welch absurden Schlussfolgerungen deren Argumente führen, wenn man sie konsequent zu Ende denkt: denn wenn alles gleichwertig ist, dann gilt das im Grunde auch für die nationalsozialistischen Wertvorstellungen.

Allerdings sollte auch der Innenminister den Mund nicht zu voll nehmen: Im Namen von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit wurde ja nicht rein zufällig die Guillotine entwickelt.

 

Kassandra Priamos aus Troya

Donnerstag, 09-02-12 12:48

Wenn alle Kulturen gleichwertig WÄREN, worum wird dann hier gestritten???? Offenbart nicht der Streit, daß die Kulturen eben NICHT gleichwertig sind! Man kann zwar an allem zweifeln, man kann aber nicht daran zweifeln, daß man zweifelt. Hollande beklagt die "Spaltung" des Landes in dem er es spaltet.

 
 

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