- ANZEIGE -

 


Sonntag, 28.02.2010

Therapierte Erinnerung

Die amerikanische Psychologin Elizabeth Loftus hat zahlreiche Experimente über das menschliche Gedächtnis durchgeführt. Sie hat nachgewiesen, wie Erinnerungen durch Suggestion stark beeinflußt werden können, so daß schließlich falsche Erinnerungen zustande kommen. Die erinnerten Ereignisse haben niemals stattgefunden.

Dieses „False-Memory-Syndrome“ (FMS) kann besonders fatale Folgen haben, wenn Psychologen einen Verdacht auf sexuellen Missbrauch in der Kindheit haben und durch suggestive Frage-Methoden so lange fragen, bis der Patient meint, sich erinnern zu können. Mit diesem Phänomen beschäftigt sich das Buch „Die therapierte Erinnerung. Über den zweifelhaften Versuch, sexuellen Missbrauch erst Jahre später nachzuweisen“ von Elizabeth Loftus und Katherine Ketcham. Leider ist das 1997 erschienene Buch schon längst vergriffen, höchstens noch antiquarisch zu finden.

Doch existiert ebenso ein „Arbeitskreis Induzierte Erinnerung“, bei dem zu Unrecht beschuldigte Rat suchen können. Sehr viel wird heute von sexuellem Missbrauch gesprochen. Aber wird jemals auch erwähnt, daß sich die Behauptung eines solchen Missbrauchs geschickt als Waffe gegen missliebige Personen einsetzen läßt?

Ein abscheuliches Verbrechen an unschuldigen Kinderseelen

Damit kein falscher Eindruck entsteht: Jeder sexuelle Missbrauch ist ein abscheuliches Verbrechen an unschuldigen Kinderseelen. Besonders schmerzlich ist es, wenn ein solches Vergehen durch einen Geistlichen verübt wird, der dadurch sein Amt pervertiert und das ihm entgegengebrachte Vertrauen schamlos ausnützt.

Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) hat am 27. September 2002 „Leitlinien zum Vorgehen bei sexuellem Mißbrauch Minderjähriger durch Geistliche“ erlassen. Wo immer ein Verdachtsfall vorkommt, muß sofort reagiert werden. Wenn tatsächliche Vergehen stattgefunden haben, müßen die Übeltäter sofort aus dem Dienst entfernt werden. In früheren Jahren wurde doch oftmals zu sehr die Barmherzigkeit betont und notwendige Konsequenzen nicht gezogen.

Doch ebenso muß jede Vorverurteilung vermieden werden. Es überrascht schon, wie viele Menschen sich gerade jetzt an einen jahrzehntelang zurückliegenden Missbrauch meinen erinnern zu können. Und nach dem letztjährigen Fall Williamson kommt vielen jetzt der neue Skandal sofort wieder äußerst gelegen, um die Kirche mit Dreck zu bewerfen und als letzte Bastion gegen den moralischen Verfall zu diskreditieren.




teilen:Diesen Artikel bei Facebook merkenDiesen Artikel bei Yahoo merkenDiesen Artikel bei Google merkenDiesen Artikel bei MySpace merkenDiesen Artikel bei Technorati merkenDiesen Artikel bei del.icio.us merkenDiesen Artikel bei Mr. Wong merken
Anzeige: 1 - 15 von 15.
 

Ulrich Motte aus München

Samstag, 06-03-10 13:48

Gemeinsames Konservativer?

Sehr geehrter Herr Deutsch,
konservative Religionen und Weltanschauungen haben sicher Gemeinsamkeiten. Nach evangelisch-konservativer Lehre landen Sie als Atheist allerdings in der Hölle! Und im Gegensatz zum Papst lehren wir auch, daß Moslems nicht in den Himmel kommen können. Das sind nur 2 Beispiele von doch wohl nicht ganz unwichtigem (oder?) Trennendem. Sollten das oder auch große Unterschiede in politischen Werten verschwiegen werden?

 

Hans Deutsch aus Dresden

Donnerstag, 04-03-10 10:02

Immer wenn das Thema auf Religion kommt, beginnt in den Leserkommentaren die Diskussion, wer der "konservativeren Christen" sind. Ich finde das nicht gut. Die Formulierung "letzte Bastion gegen den moralischen Verfall" in Bezug auf die katholische Kirche mag unbeabichtigt etwas überspitzt ausgefallen sein, aber wir sollten uns trotzdem versuchen auf das wesentliche zu konzentrieren: Konservative Katholiken, konservative Protestanten und auch konservative Atheisten vereint heute mehr, als sie trennt.

Wann immer das Thema auf die jüngsten "Enthüllungen" in der katholischen Kirche kommt, sage ich als Atheist wahrheitsgemäß, dass ich das für nichts weiter als eine gezielte Kampagne zur Diskreditierung der Kirche halte.

 

Jörg Hildesheim aus der Eifel

Montag, 01-03-10 18:40

"letzte Bastion gegen den moralischen Verfall" klingt ja ganz besonders glaubwürdig von einer Kirche, die sich oft letzte Bastion gegen die Freiheit oder die Wahrheit darstellte. "Pervertieren" die betreffenden Geistlichen wirklich ihr Amt oder dehnen sie nur die Grenzen ihres Zugriffs auf die Kinder in einen von ihrer Ideologie tabuisierten und von Gesetzen geschützten Bereich aus? Der geistige Mißbrauch kirchlicher Ämter und Privilegien kommt wesentlich häufiger vor wiegt daher insgesamt sicher gesellschaftlich schwerer als der sexuelle.

 

Angelika Hörner aus Striegistal

Montag, 01-03-10 14:05

"In früheren Jahren wurde doch oftmals zu sehr die Barmherzigkeit betont...". Barmherzigkeit für wen? Mit der gleichen "Barmherzigkeit" wird wohl den Afrikanern eingeredet, gegen AIDS helfe nur sexuelle Enthaltsamkeit und beten ???
"Missbrauch geschickt als Waffe gegen missliebige Personen einsetzen.." - komisch, dass mehrere Personen aus derselben Schule dieses Trauma haben...
Diese Aussagen des Herrn Oblinger bekräftigen meinen Verdacht, die Verantwortlichen in der kath. Kirche wollen es nicht wahrhaben und auch keine Schlüsse daraus ziehen.
Keine Steuergelder mehr für kirchliche Schulen!

 

d Schermuus aus Schopfheim

Montag, 01-03-10 12:28

Teil II.
@ Herrn Paul Pope
Wäre diese Vorlage der grünen Programmkommission Gesetzeslage geworden, könnte zum Beispiel ein katholischer Pfarrer oder ein grüner Lehrer mit Kindern sexuell verkehren, soweit keine Gewalt angewendet würde und die Kinder ihm nicht direkt unterstellt (schutzbefohlen) sind. Sprich: Führende Grüne hatten durchaus nichts gegen gewaltfreien Sex Erwachsener mit Kindern einzuwenden – die jetzige Kampagne der Qualitätspresse gegen die Katholische Kirche, die sich um Mißbräuche in den 70er, höchstens 80er Jahren und früher dreht, ist mal wieder abgrundtief heuchlerisch.

 

d Schermuus aus Schopfheim

Montag, 01-03-10 12:25

Teil I.
@ Herrn Paul Pope
Die unten von mir angegebene Quelle haben Sie inzwischen gelesen. Mir liegt weiter vor: „Die Grünen. Das Bundesprogramm“ aus den 80er Jahren, ohne Jahresangabe, 2. Auflage. Auf S. 39 unter „V. 5. 3. Gegen die Diskriminierung von sexuellen Außenseitern“ wird bemerkt, dass der Parteitag nicht mehr dazu kam, den Beschlusstext zu § 174 (sexueller Mißbrauch von Schutzbefohlenen) und § 176 (sexueller Mißbrauch von Kindern) zu diskutieren. Es wird daher im Programm der unabgestimmte Beschlußtext dokumentiert, der da lautet:
„Die §§ 174 und 176 StBG sind so zu fassen, daß nur Anwendung von Gewalt oder Mißbrauch eines Anhängigkeitsverhältnisses bei sexuellen Handlungen unter Strafe zu stellen sind.“

 

Paul Pope aus Baden-Württemberg

Montag, 01-03-10 09:30

Schließlich handelt es sich hier um ideologische Verfehlungen, welche sicher immer noch in den kranken Köpfen dieser Leute stecken. Also, wer Fundstellen, Zitate und Aussagen kennt: her damit. Es wäre eine gute Argumentationshilfe gegen die grüne Erziehungsweltanschauung!

 

Paul Pope aus Baden-Württemberg

Montag, 01-03-10 09:27

Schon seltsam, dass solche schlimmen Verfehlungen immer nur bei kirchl. Institutionen bekannt werden, man könnte eine gezielte Kampagne vermuten. Die Untaten hat es gegeben, was auch verfolgt werden muss. Leider gibt es das aber überall und man bekommt nirgends Vergleichsstatistiken gezeigt, sodass der Eindruck entsteht, die kath. Kirche habe überproportionalen Anteil am Kindesmißbrauch.
Bei dem Thema gibt es keinen Raum für Ironie, aber wenn man bedenkt, dass die Grünen wie Beck und Co. die schärfsten Kirchenkritiker sind, selbst aber früher ganz offen für sexuellen Kontakt mit Kindern als Bereicherung plädiert haben!
Diese Aussagen der feinen Herren und Damen der Grünen sollten häufiger öfftl. gemacht werden!

 

Helmut M. aus Unfreiburg

Sonntag, 28-02-10 23:03

Ich hörte in der Uniklinik Freiburg einen Vortrag über Gedächtnis. Einer der beiden Profs berichtete von einem Experiment: Erwachsenen werden Fotos gezeigt, in denen sie sich als Kind im Korb eines Heißluftballons befinden - Fotomontagen. Die so Hintergangen erinnern sich zunächst nicht. Aber nach ein paar "Was, weißt du das nicht mehr?" kommt die "Erinnerung" wieder und schließlich erzählen sie im Brustton der Überzeugung, sie seien Ballon geflogen. Wegen dieser Manipulierbarkeit würden vor Gericht heute möglichst keine Erinnerungen bemüht, sondern Indizien.
Die linke Pressekampagne gegen die Kirche arbeitet massiv mit dem Mittel der Suggestion im Bezug auf diese wirklichen und angeblichen Ereignisse vor 2 oder mehr Jahrzehnten.

 

d Schermuus aus Schopfheim

Sonntag, 28-02-10 21:35

Teil II.
Das bedeutete: Die Pädophilen in der Alternativen Liste, dem damaligen Berliner Landesverband der Grünen, forderten die Straffreiheit gewaltloser sexueller Beziehungen zwischen Erwachsenen und Kindern ins Wahlprogramm. Sie werden sie auch praktiziert haben. Heute sitzen sie und/oder ihre Parteigenossen in den Schulen als Lehrer, vielleicht auch in Pfarrämtern, vor allem aber in den Redaktionsstuben der Qualitätspresse und betreiben die Kampagne gegen die kath. Kirche. Man muss zugeben, sie machen ganze Arbeit. Wie schon vor einem Jahr, als der Papst wegen Williamsson als antisemitische Sau durchs Dorf getrieben wurde.

 

d Schermuus aus Schopfheim

Sonntag, 28-02-10 21:33

Teil I.
"Sind eigentlich alle Päderasten nur in der kath. Kirche versammelt, oder gibt es das auch in anderen, z. B. der islamischen?"
Nein, Herr Ohnesorge, es gab/gibt Sie auch bei den Grünen Ihrer Stadt und anderswo. Ich zitiere aus dem "Wahlprogramm der Alternativen Liste Berlin" von 1985, S. 49: "Unser Ziel ... muß jedoch sein, die Kinder zu fördern ...; ihre Sexualität - und darin eingeschlossen auch ihre Partnerwahl - zu akzeptieren! ... Dazu gehört u.a. auch die Verändrung des Sexualstrafrechts, in dem immer noch freiwillig und gewollt eingegangene sexuelle Betätigung in verschiedener Weise kriminalisiert wird. Es ist unmenschlich, Sexualität nur einer bestimmten Altersstufe und unter bestimmten Bedingungen zuzubilligen."

 

Ralf Kersten aus Flensburg

Sonntag, 28-02-10 16:19

Der von Frau Loftus entdeckte Mechanismus erinnert mich an der Satz "Es ist nie zu spät für eine schöne Kindheit". Genau das ist die spannende Frage: Warum entwickeln einige, schwer traumatisierte Menschen im Laufe ihres Daseins probate Bewältigungsmechanismen, während andere - denen gar nichts zugestoßen ist - sich lebenslang als Opfer betrachten und mit dieser "Überzeugung" hausieren gehen? Gerade WEIL sex. Mißbrauch ein abscheuliches Verbrechen ist, ist es besonders wichtig, lieber zehnmal nachzuforschen, ob dieses Verbrechen überhaupt stattgefunden haben kann? Sonst enden solche Vorwürfe in menschl. Tragödien wie bei den sog. "Wormser Prozessen". Steht ein solch ein harter Vorwurf im Raume, ist er nie mehr ganz aus der Welt zu bekommen.

 

Otto Ohnesorge aus Berlin

Sonntag, 28-02-10 15:10

Behauptungen nach Jahrzehnten lassen an seriöser Aufklärung zumindest zweifeln. Außerdem kommt der Verdacht auf, daß hier einige nach einer Entschädigung schielen.

Wenn ich das Medieninteresse betrachte und welchen Raum man diesem Interesse in sämtlichen Medien gibt, nach so langer Zeit, steht für mich fest, daß man wieder einmal eine wunderbare Gelegenheit sieht, dem verhaßten Feind Kirche und insbesondere der kartholischen, zu Schaden.

Sind eigentlich alle Päderasten nur in der kath. Kirche versammelt, oder gibt es das auch in anderen, z. B. der islamischen?

 

Otto Ohnesorge aus Berlin

Sonntag, 28-02-10 15:05

Man weiß, daß gerade Kinder äußerst leicht durch mehrmaliges gezieltes Nachfragen zu beeinflussen sind.
Deshalb sollten Eltern nach Bekanntwerden eines Mißbrauchfalles das Kind nicht selbst befragen sondern dies Spezialisten überlassen. Natürlich ist Zuhören nicht nur erlaubt sonder sehr wichtig.
Aber es besteht die Gefahr, daß sich das Kind bei einer unsachgemäßen Befragung alsbald ungewollt die Vorstellungen des erwachsenen Fragers zu eigen macht.
Dadurch wird alles das, was das Kind dann später, z. B. vor der Polizei oder dem Gericht erzählt, wertlos.
Oder zumindest besteht hierfür die Gefahr.

 

Ulrich Motte aus München

Sonntag, 28-02-10 09:46

Zustimmung, aber 2 Kritikpunkte:
A) Das Verschweigen von Mißbrauchsfällen dürfte nicht nur Barmherzigkeit als Ursache (gehabt) haben, sondern auch den Wunsch, solche Verbrechen Geistlicher zu verschweigen.
B) Die Römisch-Katholische Kirche (RKK) als (einzige) letzte Bastion gegen den moralischen Verfall zu sehen, übersieht, daß weltweit Evangelikale die RKK bei der Gottesdienstbesucherzahl wohl schon übertreffen und viele evangelikale Gemeinden viel rigoroser als die RKK (nur z.B. sexuelle) Unmoral ahnden: Evangelisch-konservative Gemeinden entlassen etwa Geistliche bei außerehelichem Geschlechtsverkehr.

 
 

Anmelden um Kommentare zu schreiben.

- ANZEIGE -