Montag, 06.02.2012

Meinung und Hirn

Woher stammen unsere politischen Anschauungen? Ein Kommentar in der Jungen Freiheit (JF 5/12) unter dem Titel „Niedliche Kaninchen, eklige Spinnen“ widmete sich kritisch dieser Frage: In einer US-amerikanischen Untersuchung der Lincoln-Universität Nebraska wurde die Weltsicht von Probanden, die sich als liberal oder konservativ eingeschätzt hatten, untersucht.

Mittels Elektroden und „Eyetrackern“ maßen die US-Wissenschaftler Augenbewegungen und emotionale Reaktionen auf gezeigte Fotos. Dabei stellte sich angeblich heraus, daß Liberale eher auf schöne Bilder (Kaninchen, glückliche Kinder) schauten, Konservative eher auf unschöne Bilder reagierten (Spinnen, offene Wunden). Daraus schlossen die Wissenschaftler, daß Konservative über ein größeres Angstzentrum im Hirn verfügen müßten.

Der JF-Autor äußerte sich negativ zu der Untersuchung als „bisher einmaligen Tiefstand von polit-psychologischer Wissenschaft“. Und er stellte dem eine These der Milieudominanz entgegen: „Normalerweise weiß schon jedes Kind, daß politische Meinungen eine Sache des sozialen Zufalls, von konkreten Lebensumständen, Alter, Milieu, gesellschaftlicher Position und so weiter abhängen.“

Die Tücken der Milieutheorie

Ich schrieb ihm folgende Zeilen als Kritik: „Das ist allerdings schon eine ausgesprochen linke, wenn nicht marxistische Position. Das Sein formt demnach das Bewußtsein. Daran ist durchaus viel Wahres, andererseits erklärt diese Theorie nicht alles. Beispielsweise, warum es innerhalb von Familien konträr zueinander liegende Meinungen gibt. Warum ein Bruder Sozialdemokrat wird und der andere Nationalsozialist, obwohl sie aus dem gleichen Milieu mit den gleichen Lebensumständen stammen.

Die Beschränkung auf die Milieutheorie steht ja zum einen in Kontrast zur in konservativen Kreisen beliebten Genetik. Denn wenn nach Eysenck der überwiegende Teil der Intelligenz vererbbar ist, warum sollten es dann bestimmte Meinungsbilder und Weltsichten nicht auch sein? Zum anderen übersieht die Milieutheorie den Eigencharakter von Seelen. Menschen erkennen in anderen Seelenverwandte, teilen ihre Weltsicht, obwohl sie teils aus ganz anderen Regionen, Familien oder sozialen Milieus stammen.“

Man muß meine Äußerung insofern einschränken, daß ich nur von Personen spreche, die über eine eigenständige politische Anschauung verfügen. Dies ist bei geschätzten 95 Prozent der Leute hierzulande nicht der Fall. Bei jenen dienen politische Äußerungen oder Haltungen allenfalls als Maske, um sich ohne Gefahren durch den sozialen Kontext der Gesellschaft bewegen zu können. Solche Form von Opportunismus wechselt auch rasch, wenn von den Betroffenen erkannt wird, daß sich die Machtverhältnisse im gesellschaftlichen Überbau verschoben haben.

Politisch motivierte Untersuchungen

Bei allen Einwänden verstand ich allerdings auch die Reaktion des JF-Autors. Denn viele derartige Untersuchungen sind letztlich politisch motiviert. Sie werden finanziert um vorhersehbare Ergebnisse zu liefern, die der Bestätigung der bestehenden Machtverhältnisse dienen sollen. Solche Untersuchungen nach „Schema F“ führen meist zu jenem Abziehbild, das Günther Maschke mir gegenüber einmal so formulierte: „Der Rechte ist dumm, häßlich und völlig lächerlich – aber zugleich unglaublich gefährlich.“

Beispielsweise wollen etwa Forscher wollen Forscher der Brock-Universität in der kanadischen Provinz Ontario unlängst herausgefunden haben, daß aus dummen Kindern in der Regel später „Rassisten“ oder „Homophobe“ würden. Im Umkehrschluß sind also Menschen, die beispielsweise für Einwanderung eintreten oder Homosexuelle ausgesprochen mögen, mehrheitlich intelligent. Eine solche Studie führt natürlich auch zu gewünschten Ergebnissen, denn wer möchte schon zu den Dummen gehören? Daher kann man demnächst in der Kneipe begeistert von der „Vielfalt als Chance“ schwadronieren und darf sich dabei ausgesprochen intelligent fühlen.

Nun stehen stumpfe Ressentiments oder irrationaler Haß wirklich nicht für einen reflexiven Geist. Solche Untersuchungen könnten bei anderer Fragestellung rasch das gegenteilige Ergebnis erbringen. Man bräuchte nur statt des linken Fragekanons („Leidet das Familienleben, wenn die Frau in Vollzeit arbeitet? Sollten Schüler lernen, Autoritäten zu gehorchen? Stört es Sie, mit Menschen anderer Hautfarbe zusammen zu arbeiten?“) Fragen nach der Art stellen: Würden sie Wut empfinden, wenn ihr Nachbar in einer rechtspopulistischen Partei aktiv ist? Stören sie sich an Menschen in Luxusautos? Haben sie Verständnis für Frauen, die sich nur der Hausarbeit und Kinderaufzucht widmen möchten, ohne berufliche Karriereabsichten zu hegen?“ Rasch könnte man aus den richtigen Antworten schlußfolgern, daß „Probanden mit verfestigten antifaschistischen Gedankenstrukturen“, „Menschen mit Sozialneid-Empfindungen“, „Personen mit feministischen Rollenmustern“ nun wahrlich eine ganz besonders dumme, von Ressentiments und Irrationalität gesteuerte Spezies sind.

Das menschliche Hirn hat keine statische Struktur

Zurück zur Ausgangsuntersuchung der Lincoln-Universität in Nebraska. Hier sehe ich die Denunziationsabsicht nicht so eindeutig wie der JF-Autor. Und so schrieb ich ihm: „Ganz so falsch finde ich somit auch die dargelegte und von Dir kritisierte Untersuchung nicht. Es könnte durchaus möglich sein, daß Konservative über ein meßbar größeres Angstzentrum im Hirn verfügen. Jedenfalls neigen Konservative traditionell zur Vorsicht, zur Vorsorge, zur Sicherheit und sie äußern häufig kulturpessimistische, gar apokalyptische Zukunftsprognosen (Bürgerkrieg und so weiter). Das unterscheidet sie eklatant von Liberalen oder Linken, die in der Zukunft meist ein positiv erreichbares fortschrittliches Ziel wittern. Warum sollte so etwas nichts mit dem Hirn zu tun haben beziehungsweise sich auf die Struktur des Hirns auswirken?“

Unser Gehirn ist schließlich kein statisches Instrument, es baut sich ständig um. Diesen Umbau können wir auch bewußt steuern und verfestigen. Schlaganfallpatienten können beispielsweise durch ihren Willen einen großen Teil ihrer ehemaligen Hirnfunktionen wieder erlernen. Man kann auch durch kontinuierliche Übungen seine Psyche aktiv beeinflussen. Unser Leben und unser Denken hat unmittelbaren Einfluß auf das Gehirn. Und unser Geist wiederum bestimmt auch, was wir sehen. Gehe ich beispielsweise mit einem Freund durch eine vertraute Straße, bemerke ich sofort die Fassadensanierung eines Hauses, er hingegen das neue Feinkostgeschäft in dessen Erdgeschoß. Warum also sollten nicht auch Konservative und Liberale die Welt wirklich mit anderen Augen sehen?

Mit anderen Worten: Gerade Konservative werfen Linken und Liberalen oft die „rosarote Brille“ angesichts der gesellschaftlichen Verhältnisse vor. Insofern muß auch der Hinweis der amerikanischen Forscher auf das größere Angstzentrum nicht gleich als Denunziation verstanden werden. Angst kann positiv und produktiv sein, so sie zur Vorsorge, zur Umsicht und zu einer realistischen Gefahrenanalyse führt.



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August Heinrich von Loen aus Deutschland

Donnerstag, 09-02-12 01:22

Dem Autor des Artikels kann man nur beipflichten. Das, was uns mit diesen Untersuchungen der Lincoln-Universität Nebraska und der Brock-Universität in der kanadischen Provinz Ontario als „Forschungsergebnisse“ präsentiert wird, ist nichts anderes als politisch-ideologisch motivierte „Gefälligkeits-Wissenschaft“ und hat im Entferntesten nichts mit seriöser Wissenschaft zu tun. Der Mißbrauch mit der Wissenschaft und durch die Wissenschaft zu politischen Zwecken nimmt mehr und mehr zu.
Im ersten Beispiel will man uns auf das politisch-ideologische Ziel konditionieren und fixieren: Konservative zeigen aufgrund eines „größeren Angstzentrums im Hirn“ andere Reaktionen als Liberale, was zwangsläufig auch andere Verhaltensmuster zur Folge hat. Da Angst ein natürlicher Schutzmechanismus ist, löst er entweder Flucht- oder Aggressionsverhalten aus. Was wiederum zur Folge hat, daß Konservative entweder die größeren Feiglinge im Leben oder alternativ gefährliche Kriegstreiber sind. Sie sind damit unberechenbar. – Schlußfolgerung der Untersuchungen: Die Konservativen gehören zu einer Spezies, die psychologisch therapiert und politisch umerzogen werden müssen.
Im zweiten Beispiel will man uns auf das politisch-ideologische Ziel konditionieren und fixieren: Aus „dummen Kindern werden in der Regel später ‚Rassisten‘ oder ‚Homophobe“. Im Prinzip will man damit das linksfaschistische Ressentiment transportieren: Die Rechten sind dumm und damit alle Rassisten und Homophobe. Also Indoktrination und Gehirnwäsche mit pseudowissenschaftlichen Methoden.

 

gernot haider aus Wien

Donnerstag, 09-02-12 00:07

Da es in einer Großstadt viele Kirchen und natürlich auch viel kriminelles Gesindel gibt, kann man davon ausgehen, daß dort, wo viele Kirchen stehen Kriminalität überbordet.

 

Thomas Schulz aus Leipzig

Mittwoch, 08-02-12 12:50

Das Gegenwort zu konservieren ist nicht - progressieren (- regredieren) nicht liberalisieren (- sozialisieren) und selbstverständlich auch nicht links (- rechts) sondern: alterieren !

Bewahren und Verändern, Vater und Sohn - vermittelt durch den (heiligen) Geist, was nicht mehr bedeutet als besonnen, behutsam sein, denn das was ist hat den Nachweis des Seinkönnens allein durch sein Bestehen schon erbracht wogegen diejenigen die anderes, neues wollen in der Begründungspflicht einer dadurch erreichbaren wirk-lichen Verbesserung stehen – denn bei Abschaffung dessen was ist droht immer das – CHAOS.

Also alles Logik – ohne ‚Psycho’; der Gedanke macht das Hirn – und nicht umgekehrt.

 

Thomas Schulz aus Leipzig

Mittwoch, 08-02-12 10:33

Das Gegenwort zu konservieren ist nicht - progressieren (

 

Thomas Schulz aus Leipzig

Dienstag, 07-02-12 20:08

Das Gegenwort zu konservieren ist nicht - progressieren (

 

Otto Ohnesorge aus Berlin

Dienstag, 07-02-12 20:04

Wenn jemand das "Angstzentrum" entdeckt und es für meßbar befunden hat, will ich das gerne annehmen.

Sicher spricht einiges dafür.

Allerdings steht es im Widerspurch zur beispielsweise Kernkraft.

Dabei sind es doch insbesondere linkslastige Personen, die sich vor dieser Technologie und den damit verbundenen möglichen Unfällen fürchten.

Oder vor dem "Klimawandel". Oder der "Umweltzerstörung". Oder Übervölkerung der Erde.

Das sehen Konservative doch eher gelassener, oder?

Wie paßte das zusammen?



 

Bernd Schmieder aus Berlin

Dienstag, 07-02-12 18:03

Vielleicht sind die Konservativen auch vorausschauender, blicken hinter die schönen Bilder und sind deshalb vorsichtiger als die "Liberalen" oder die Linken, die ja ihre rosa Brille nicht absetzen wollen.

 

Maximilian Irrlicht aus Berlin

Dienstag, 07-02-12 16:40

Natürlich korrelieren politische Ansichten und geistige Fähigkeiten, schließlich war fast die ganze deutsche Wissenschaftselite vor 1945 nationalliberal bis konservativ, während man heute in den Lieblingsfächern der Linken (Soziologie, Politologie, Erziehungs"wissenschaften") selbst mit niedrigem zweistelligen IQ promovieren kann. Im Ernst: Es geht nicht um Denunziationsabsicht, sondern um methodische Fragen (z.B. bei statistischen Aussagen, ob die Stichprobe repräsentativ war), und in Bezug auf diese Kriterien hat sich die Psychologie (einschließlich der Intelligenzforschung) ihr Image als Pseudowissenschaft gerade mit Studien wie den im Artikel angesprochenen redlich verdient. Die Humangenetik - das war einer interessanteren Punkte in der hocherregten Diskussion über Sarrazin - kann nämlich derzeit so gut wie keine Aussagen darüber machen, wie komplexe Persönlichkeitsmerkmale und genetische Disposition zusammenhängen. Zudem ist es möglich, dass die Dichotomie Vererbung vs. Umwelteinflüsse falsch ist, d.h. dass die Grenzen der geistigen Leistungsfähigkeit zwar biologisch determiniert sind, aber nur im geringen Maße vererbt werden.

 

Karen M. aus dem Wunderland

Dienstag, 07-02-12 10:24

Angst und Vorurteile sind Schutzmechanismen vor Gefahren, die über Jahrtausende durch Auslese genetisch selektiert wurden. Deren Träger hatten höhere Überlebensvorteile, als die allzu sorglosen Trottel.

 

Otto Ohnesorge aus Berlin

Montag, 06-02-12 18:30

Das alles verläuft bei jedem individuell.

Bevor der Mensch, insbesondere in einer komplexen Welt wie der unseren, auch nur die 1. Entscheidung für sich alleine trifft, vielleicht im jugendlichen Alter, ist er durch jeden einzelnen Erwachsenen und Mitmenschen seiner Umgebung nachhaltig beeinflußt.

Über viele Jahre, unbemerkt.

Macht sich, gerade als unerfahrener, junger Mensch Meinungen, Grundhaltungen, zu eigen.

Die er als erwachsener Mensch entweder behält und festigt oder ändert oder gar aufgibt.

 

Otto Ohnesorge aus Berlin

Montag, 06-02-12 18:24

Weil jeder seine eigenen Gene, Talente und Vorlieben, auf die er am Anfang keinen Einfluß hat.

Mit dem 6. Lebensjahr ist der Charakter, das Wesen, geprägt.
Mit dem 3. Lebnesjahr ist festgelegt, ob man zu Süchten neigt.

Auch keinen Einfluß hat der einzelne auf die Zeit und in welchen Zeitgeist er geboren wird.
Welchen Kontinent, Klimazone, Rasse, Kulturkreis.
Welche soziale Stellung und Anlagen die Eltern haben.
Ob jemand als Einzelkind aufwächst. Wenn nein, ob als jüngstes oder ältestes Kind.
Kein Einfluß auf Verwandtschaft, Onkel, Tanten, Nachbar.
Kein Einfluß auf Mitschüler, Lehrer.

Auf viele beeindruckende Begegnungen, Ereignisse.

Alle hinterlassen Spuren. Programmieren die Festplatte Hirn.

 

Otto Ohnesorge aus Berlin

Montag, 06-02-12 18:11

Der These eines Wissenschaftlers zufolge, sind die Menschen allgemein vorsichtiger geworden.

Da die Mutigeren unter ihnen, wegen der höheren Risikobereitschaft, in der Regel doch früher ins Gras bissen, verringerte sich die Wahrscheinlichkeit sich fortzupflanzen und somit die Wahrscheinlichkeit ihr Erbgut "Mut" weiterzugeben.

Meine Berufs- und Lebenserfahrung sagt mir, daß die These eines meßbar größeren Angstzentrums durchaus möglich ist.

Unser Denken und Handeln wird zum weitaus größten Teil vom Unterbewußtsein bestimmt.

Woher stammen aber unsere Talente, besonere Fähigkeiten und z. B. sexuelle Vorlieben?
Sicher, zum Teil ererbt.

Aber wie können zwei gleich sozialisierte Menschen unterschiedliche Grundansichten des Lebens bekommen?

 

Kassandra Priamos aus Troya

Montag, 06-02-12 16:34

""..daß aus dummen Kindern in der Regel später „Rassisten“ oder „Homophobe“ würden...""
Das würde aber doch heißen, die Kinder kommen als Gutmenschen auf die Welt und lernen später dann "Rassismus". Das heiß aber dann auch, die angeblich "Schlauen" sind nur zu blöde etwas dazu zu lernen. Ziemlich unlogisch das Ganze.

 

ProPlebiszit vom blog aus Hamburg

Montag, 06-02-12 15:57

Mit neurologischen Untersuchungen kann ich wenig anfangen. Der Beitrag ist dennoch interessant, weil er der ewigen Nachfrage gerecht wird, ob Konservatismus eine Weltanschauung also eine Ideologie sein kann.
Selber finde ich mich näher bei C. von Schrenck-Notzing These darüber.
Milieugeprägte Erbschaften kann ich auch bei meinen Söhnen nicht feststellen. Der Kluge von ihnen neigt zur Sozialgewichtung, der Tüchtigere zur freiheitlich, kreativen Standortbestimmung.
Vorgelebter Konservatismus hat zwar geprägt, aber keine Anerkennung hinterlassen. Muss auch nicht.

Da sich im Konservatismus keine Ideologie festmachen lässt, meinen Konservative wie Liberale,- nach Kirk Russel,- "daß alle Ideologien falsch sind." Gemeint sind wohl eher deren Untauglichkeit, wegen ihrer totalitären Ansprüche.
googl mal nach: Wenn aus Idealisten Ideologen werden

 

P. H. aus Ba-Wü

Montag, 06-02-12 15:54

Ich finde nicht, dass dumm und gefährlich sich gegenseitig ausschließen, die beiden sind idR identisch. Ein Haufen Leute freut sich, wenn ihnen jemand erzählt, dass es eine einfache Lösung für ihre Probleme gibt, faules Beispiel zB "die Ausländer/Juden sind schuld" oder von mir aus "das Kapital/die Bullen ist/sind schuld" etc, und solche Argumentationen sind nunmal gefährlich, weil sie Haß auf Sündenböcke schüren und damit zusätzliche Probleme schaffen, ohne zur Lösung der bestehenden Probleme beizutragen. Umso wichtiger dass man, wie in diesem sehr schönen Artikel, die Dinge differenziert betrachtet.

 

Max Sternhuber aus koeln

Montag, 06-02-12 13:30

@manfred stossner:
viele wege fuehren nach rom. kreative auswege aus dem derzeitigen politisch korrekten antirassistischen zeitalter koennten sein:
- kommunismus artiges runterwirtschaften, das wuerde den eine welt ideologen wind aus den segeln nehmen, da die bewaltigung des alltags genug energie verschlingen wuerde.
- ein schritt weiter waere eine morgenthau-artige deindustrialisierung. die buergerliche gesellschaft wuerde zusammenbrechen, traditionelle sozialverbaende an bedeutung gewinnen, nach kurzem schock die geburtenrate wieder steigen
- goldman sachs die kontrolle ueberreichen, das wuerde zu einem land in form einer gated community fuehren, die deutschen muessten nur clever genug sein sich in die banker klasse zu selektieren

 

Toni Roidl aus k.A.

Montag, 06-02-12 13:00

Dr. Wolfschlag gehört jedenfalls nicht zu den Dummen, wie diese geistreiche Replik zeigt. Mit einem hat der Artikelautor Thorsten Thaler allerdings Recht: Linke Wissenschaftler haben ein größeres Quatschzentrum im Gehirn als andere Leute.

 

Olaf Ramcke aus Fellin

Montag, 06-02-12 12:09

Aber gibt es wirklich ein biologisch angelegtes Angstzentrum?

Oder machen einen die eigenen Erfahrungen ängstlich?

Auch gibt es alle möglichen Querbeziehungen zu anderen psychischen Eigenschaften, beispielsweise mag sich aus der Erkenntnis eines Unterschiedes eine Distanz entwickeln, welche zur Vorsicht zwingt.

Außerdem läßt sich Angst sehr wahrscheinlich auch von außen induzieren, warum sollten sonst Menschen zu den verschiedensten Zeiten an den bösen Blick geglaubt haben?

M.a.W., es ist doch genauso wahrscheinlich, daß Linke deswegen weniger Angst empfinden, weil sie in der Mehrheit sind oder ihnen das Gefühl gegeben wird, am Drücker zu sein. Geradezu trivial.

 

Max Sternhuber aus koeln

Montag, 06-02-12 11:29

„Der Rechte ist dumm, häßlich und völlig lächerlich – aber zugleich unglaublich gefährlich.“
eine sehr gute zusammenfassung der ueblichen rhetorik.
sarrazins kritiker wollten stets mehreres unters volk bringen. seine thesen seien "krude" (=laecherlich) wissenschaftlich unhaltbar (=dumm) aber doch ungemein gefaehrlich. gleiches gilt zum beispiel fuer die kritik am psychologen rushton, der zur Gallionsfigur der HBD-Ketzerei wurde.

 

Manfred Strossner aus Hildesheim

Montag, 06-02-12 11:23

Sehr guter und ausgewogener Artikel. Ebenso wie beim "IQ" sind die Meßwerte selbst bei ausgewogeneren Vorgaben von äußeren Umständen abhängig. Man kann einen selbstsicheren und "intelligenten" Tag mit 129 haben - oder das verdruckste Gegenteil. Das "Rechts-Links-Schema halte ich für überholt; beispielsweise sind für mich vielerlei Möglichkeiten vorstellbar, um ein ganz bestimmtes politisches Ziel zu erreichen. Selbst äußerst libertäre Ansätze.

Z.B. die Staatsquote nach amerikanischem Vorbild herunterzubrechen, inklusive subventionierter Sozialstudien samt Fakultäten. Mal eben 5 Mio. Arbeitslose mehr, ganze Universitätslandschaften würden eingeebnet!

Und dabei muß kein volkswirtschaftlicher Schaden entstehen, wer würde es vermuten ?

 
 

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