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Samstag, 04.10.2008

Cem Özdemir klagt erfolgreich gegen Moschee

 

Der Grünenpolitiker Cem Özdemir will keine Moschee in seinem Haus Foto: EU-Parlament

BERLIN. Der türkischstämmige EU-Parlamentsabgeordnete und designierte Grünen-Chef Cem Özdemir hat erfolgreich eine Moschee aus einem Wohnhaus geklagt. Die Selahaddin-Eyyubi-Moschee war im ersten Stock eines Hauses im Bezirk Kreuzberg untergebracht. Dagegen klagte Özdemir, der vor einem Jahr mit Ehefrau und einer kleinen Tochter in das ehemals besetzte Szene-Haus am Kottbusser Platz einzog.

„Eine Moschee in einem Wohnhaus ist unzumutbar“, sagte Özdemir der taz. Eine Begründung, der das Gericht in seiner Entscheidung vergangenen Monat folgte. Brisant an dem schon seit Jahren schwelenden Rechtsstreit ist der Umstand, daß die Selahaddin-Eyyubi-Moschee die einzige kurdische Moschee in Berlin ist. Gegenüber Spiegel-online bezeichnete Özdemir diese „quasi als Domizil der in Deutschland als terroristisch verbotenen Organisation PKK“.

Belästigung der Mieter durch Gläubige

Zu diesem Zeitpunkt hatte der grüne Spitzenpolitiker bereits eine Eigentumswohnung erworben. Der Trägerverein der Moschee, die kurdisch-demokratische Gemeinde, ist seit dreizehn Jahren Mieter. Immer wieder war es zu Spannungen zwischen den türkischen, aber auch kurdischen Mitbewohnern des Hauses gekommen. „Der Konflikt geht schon lange“, sagte Özdemirs Nachbar Hasan Togrucla der taz. Der Kurde berichtete auch von sexuellen Belästigungen seiner achtzehnjährigen Tochter und anderer Frauen.

Zuletzt drohte die Situation im Oktober vergangenen Jahres zu eskalieren. Türkische Nationalisten griffen das zur Moschee gehörende Café im Erdgeschoß an. Aufgebrachte Kurden wollten daraufhin die Wohnung Özdemirs stürmen, konnten aber noch von der Polizei daran gehindert werden. „Mir liegt daran, daß der Konflikt bald vorbei ist“, sagte das Vorstandsmitglied Riza Baran der Welt. Im Gespräch ist ein leeres Fabrikgebäude im gleichen Bezirk. Das Café soll jedoch weiterbetrieben werden.

 



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Michael Karthäuser aus St. Vith

Sonntag, 05-10-08 17:59

Wie der Herr Ö. wohl reagiert hätte, wenn es eine armenische Kirche gewesen wäre?

 

Petra Baum aus Wiesbaden

Sonntag, 05-10-08 12:22

Es ist beim Moscheenbau so wie bei den Windrädern: Baut soviel wie möglich, aber gefälligst nicht vor meiner Haustür.

 

Freddy Flopp aus RLP

Samstag, 04-10-08 20:17

Ausschlaggebend für eine erfolgreiche Klage in Deutschland, scheint mittlerweile wohl nur noch der entsprechende Migrationshintergrund und vor allem der politische Status zu sein.
Ottonormalmichel, als Kläger in diesem Falle, wäre wohl voll gegen eine massive 68er Betonwand gelaufen...Naziunterstellungen inklusive!

 

Joachim Reuter aus Mönkeberg

Samstag, 04-10-08 19:33

Ich bin sprachlos - und das paßiert weiß Gott selten.

 

Thomas Horst aus Berlin

Samstag, 04-10-08 18:57

Meinem vorherigen Schreiber kann ich mich nur anschließen und möchte noch darauf hinweisen, dass es sich um eine KURDISCHE Moschee handelt. Bekanntermaßen sind Türken und Kurden nicht gerade die besten Freunde. Scheinbar sind solche Animositäten auch unter den achso toleranten Grünen stark ausgeprägt.

 

Peter Freimann aus Schleswig-Holstein

Samstag, 04-10-08 18:14

Tja, da bekommt man schnell Migräne, welcher Konflikt im Hintergrund der vielfältigen Kulturen besteht, die uns alle bereichern. Wieviel Sozialarbeiter, Psychologen, Polizisten,Richter, Förderlehrer usw. wird Deutschland benötigen, um Frieden im türkisch-kurdischen Konflikt zu stiften? Wo bleibt die Berichterstattung über die Baskenproblematik der Spanier, die in unserem Land wohnen, die Reibereien zwischen weltlichen und streng-katholischen Polen, Dramen zwischen italienischen Einwanderern aus Südtirol bzw. Süditalienern?

 

Hans Schieke aus Hannover

Samstag, 04-10-08 13:36

Wie hätte wohl ein deutsches Gericht entschieden, wenn der Kläger ein Deutscher und kein Ausländer(*) gewesen wäre. Hier versucht doch tatsächlich ein türkischer Nationalist seine Einstellung auf demokratischen Weg durchzusetzen, und das sogar mit Erfolg. Hingegen wurde Pro-Köln und deren Anhänger rechtes Gedankengut unterstellt, mit der Konsequenz eines Veranstaltungsverbots. Der Prozeßausgang bestätigt die Befürchtung, in Deutschland wird mit zweierlei Maß gemessen.

Auf der einen Seite spielen sich die Grünen als moralische Instanz der Fremden in Deutschlanf auf, auf der anderen Seite verstößt ausgerechnet der grüne Vorzeige-Muslim und designierte Grünen-Chef Cem Özdemir dagegen.
Ich habe es schon immer vermutet, grüne Kernpunkte sind nichts weiter als Lippenbekenntnisse. Wie ließe sich sonst die Verträglichkeit des ehemaligen RAF-Rechtsantwaltes Hans-Christian Ströbele mit grüner Ideologie vereinbaren.

(*) Cem Özdemir gilt zwar formal als Deutscher, kulturell aber weiterhin als Ausländer.

 
 

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