Mittwoch, 25.11.2009 Integration ist machbar
Von: Michael Paulwitz
 Deutsche Farben zur Begrüßung: Staatsbürgerschaft zum begehrten Gut machen Foto: Pixelio/Dieter Schütz
Deutschland hat seinen ersten Bundesminister „mit Migrationshintergrund“. Die Karriere Philipp Röslers, des promovierten Mediziners vietnamesischer Abstammung, bewegt die Menschen, und sie hat eine Botschaft: Integration ist machbar.
Einwanderung ist Realität in einer Welt, die in Handel, Politik und Kommunikation rasant zusammenwächst. Es gibt einen weltweiten Wettbewerb um die besten Köpfe, dem sich die europäische Mittelmacht Deutschland nicht entziehen kann. Passiv ist die Bundesrepublik als Auswanderungsland, dem Jahr für Jahr gutausgebildete Bürger in sechsstelliger Zahl den Rücken kehren, ohnehin längst davon betroffen.
Philipp Rösler, im Säuglingsalter von deutschen Eltern adoptiert, ein praktizierender Katholik, der seinen Töchtern bodenständig-kerndeutsche Namen gab, ist zwar zweifellos ein Sonderfall in der neueren deutschen Einwanderungsgeschichte. Sein Aufstieg ins Bundeskabinett erinnert gleichwohl daran, daß Einwanderung nicht notwendig in Ghettos, Parallelgesellschaften und multikulturelle Brutstätten der zwischenethnischen Gewalt führt.
Verdrehte Beispiele der Multikulti-Ideologen
Um Beispiele für die gelungene Eingliederung in Deutschland aufgenommener Ausländer zu finden, muß man nicht in die Vergangenheit zurückgehen bis zur Aufnahme der französischen Hugenotten durch die preußischen Könige. Man muß auch nicht völlig falsche und verdrehte Beispiele an den Haaren herbeiziehen wie der NRW-Integrationsminister Armin Laschet und andere Multikulti-Ideologen, die ostpreußische Heimatvertriebene und oberschlesische Ruhrpottkumpel ohne Ansehen der kulturellen und ethnischen Hintergründe mit volksdeutschen Aussiedlern, anatolischen Analphabeten und afrikanischen Asylbewerbern als „Migranten“ in einen Topf werfen.
Gut integrierte Einwanderer mit Prominentenstatus dienen den Anhängern des Multikulturalismus meist als Beleg dafür, daß durch intensive staatliche Anstrengung alle Probleme zu lösen seien. Daraus wird zum einen die Forderung abgeleitet, den Sozialsektor und die Integrationsindustrie mit noch mehr Mitteln auszustatten; zum anderen ein Schweigegebot, die Befindlichkeiten integrationsunwilliger Einwanderergruppen möglichst zu schonen, um die „Erfolge“ nicht zu gefährden.
Haushaltsmilliarden und Sozialarbeiterarmeen
Wer dagegen verstößt, muß mit politisch korrekten Ausgrenzungsreflexen rechnen. Diese Strategie ist eine Sackgasse. Es ist an der Zeit, Irrtümer und Denkverbote über Bord zu werfen und die Debatte über Einwanderung und Integration vom Kopf auf die Füße zu stellen. Das Kernproblem besteht nicht darin, daß Einwanderung überhaupt stattfindet, sondern welche und wieviel: Eine Einwanderungspolitik mit falschen ideologischen Prämissen hat dazu geführt, daß zu wenig Integrierte und Assimilierte und zu viele integrationsunwillige und -unfähige Einwanderer ins Land gekommen sind.
Ob Integration gelingt, ist nicht eine quantitative Frage des staatlichen Aufwands, der Haushaltsmilliarden und Sozialarbeiterarmeen, sondern eine qualitative: Entscheidend ist die Auswahl und die Zahl der zu integrierenden Personen. „Wir brauchen mehr Einwanderer, die uns nützen, und weniger, die uns ausnützen“, lautete einmal die richtige, aber folgenlose Forderung des bayerischen Innenministers Günther Beckstein. >>

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