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Mittwoch, 10.12.2008

Massengrab nahe der Marienburg entdeckt

 

Die Marienburg in Westpreußen: Unbekannte in Massengräbern verscharrt Foto: Wikipedia

MARIENBURG. Bei Erdarbeiten in der heute zu Polen gehörenden Stadt Marienburg ist ein Massengrab mit Erschossenen entdeckt worden. Nach Einschätzung des Bürgermeisters stammen die sterblichen Überreste wahrscheinlich aus dem Jahre 1945.

Bei bauvorbereitenden Bodenuntersuchungen für ein geplantes Vier-Sterne-Hotel in unmittelbarer Nähe der berühmten Marienburg seien bereits Ende Oktober zahlreiche menschliche Gebeine und Schädel entdeckt worden. Da Reste von Kleidungsstücken wie Metallteile von Gürtelschnallen gänzlich fehlten, scheinen die Opfer vor ihrem Tod unbekleidet gewesen zu sein. Manche der Schädel wiesen Durchschüsse auf.

„Hier ist es zu irgendeiner Tragödie gekommen“, sagte der Marienburger Bürgermeister Andrzej Rychłowski. „Einen Teil der Überreste hat der Gerichtsmediziner zur Untersuchung mitgenommen, um festzustellen, aus welcher Zeit sie stammen, aber wahrscheinlich war das Ende 1945.“

Inzwischen schon über zweihundert Tote entdeckt

Nach einem Bericht der Regionalzeitung Dziennik Bałtycki  haben die Untersuchungen der Gerichtsmedizin ergeben, daß es sich um die Leichen von 67 Frauen, Männern und Kindern handeln soll. Mitte November sind durch starke Regenfälle indessen die Knochen von mehr als zweihundert Opfern freigespült worden. Auch fand man in der Nähe des Baufeldes Spuren von Kleiderhaufen und Munition.

Die Gazeta Malborska kritisierte am 18. November nach der zweiten Exhumierung die „große Hast“, mit der die Knochen jeweils freigeschaufelt und weggebracht worden seien. Auch wurden Zweifel an der Unabhängigkeit des Bürgermeisters laut.

Einerseits habe der Aufgaben der Denkmalpflege, darunter die Bewahrung von Bodendenkmälern, wahrzunehmen, andererseits sei er Befürworter des Hotelneubaus, der in einem archäologisch sehr sensiblen Gebiet geschehe – einen Steinwurf von der Ordensburg entfernt. Und in dem lokalen Internetforum www.marienburg.pl werfen Bürger dem zuständigen Staatsanwalt Jarosław Kembłowski seit Wochen vor, die Ermittlungen zu verschleppen.

 



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T. K. aus Köln

Donnerstag, 11-12-08 09:48

Also das ist doch wirklich nicht schwer. Wie ich gesagt habe, wer die Macht hat Menschen in einem bestimmten territorialen Bereich massenhaft mit "konventionellen" Methoden zu töten, der dürfte doch wohl auch die Kontrolle über eben dieses Gebiet ausüben können. Das aber würde der Argumentation des EGMR zuwiderlaufen und zeigen, daß der EGMR nicht ganz entlang der Fakten argumentiert. Beide Dinge haben insofern, sowohl geographisch, als auch in etwa zeitlich und wie aufgezeigt nicht zuletzt argumentativ einen engen Zusammenhang und lassen sich nicht so einfach trennen.

 

Muschelsucher Muschelsucher aus Stuhm

Mittwoch, 10-12-08 15:46

Verstehe nicht den Sinn Deiner Aussage. Was wolltest Du damit sagen? Ich sehe beides als zwei völlig unabhängige Themen an.

 

T. K. aus Köln

Mittwoch, 10-12-08 14:03

... und der Europäische Gerichtshof für "Menschenrechte" begründet die Nichtzulassung der Klage der Preußischen Treuhand damit, daß "Polen de facto über die Gebiete östlich von Oder und Neiße 1945 keine Kontrolle gehabt habe." Was bitteschön ist das denn anderes, wenn ich Menschen massenhaft ermorden kann, als "Kontrolle" sprich Staats-"Gewalt" auszuüben? Ein politisches Urteil, was die Jämmerlichkeit uder "Recht"-Sprechung des höchsten europäischen Gerichtes einmal wieder offenbart. Ende letzter Woche war ich in Lamsdorf(OS). 1500 dt. Zivilisten wurden dort in dem von der polnischen Verwaltung Oberschlesiens (so stand es auf der Schautafel) 1945 eingerichteten Lager ermordet. Und Polen hatte de facto keine Kontrolle über die Gebiete...

 
 

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