Ausland

Mittwoch, 03.02.2010

Eine Frage der Integrationsbereitschaft

Von: Jürgen Liminski

Burka-Trägerinnen in Afghanistan: kein Vorbild für Frankreich Foto: Wikipedia/Steve Evans

Das künftige Burka-Verbot in Frankreich betrifft nach Schätzungen des Innenministeriums in Paris etwa 600 bis 1.800 Frauen – eine verschwindende Minderheit. Man sieht in der Tat auch nur selten ganzkörperverhüllte Personen (ob es Damen sind, läßt sich auf den ersten Blick nicht immer feststellen) in den Straßen von Paris, in Marseille dafür schon öfter.

Ein eigenes Gesetz also für eine Handvoll Frauen? Weit gefehlt. Es geht bei politischen Debatten in Frankreich selten ohne überhöhende Rückgriffe auf Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit und damit natürlich auch auf die Menschenwürde. So auch diesmal. Die seit Monaten laufende Burka-Debatte ist ein medial dankbares Sujet für profilsuchende Politiker.

Der Fraktionschef der Präsidentenpartei UMP, Jean Francois Copé, hat seit Beginn des Jahres mit seinen entschiedenen Anti-Burka-Thesen bei  mehreren Auftritten in Presse, Funk und Fernsehen seine Popularität erheblich steigern können. Kein Wunder: Immerhin sind zwei Drittel der Franzosen auch für ein striktes Burka-Verbot im öffentlichen Raum.

Das Gesetz wird also kommen. Zunächst soll eine feierliche Resolution des Parlaments das Vorhaben psychologisch vorbereiten. Nach den Regionalwahlen im März wird ein Gesetzentwurf dann in der Nationalversammlung debattiert; diese Reihenfolge erklärt auch, warum die sozialistischen Abgeordneten in der 30köpfigen Burka-Findungskommission die jetzt verabschiedete Empfehlung nicht unterschreiben wollten. Sie wollten keine (muslimischen) Wähler verprellen.

Die Burka als Gradmesser für die Integrationswilligkeit

Hinter der Burka-Debatte stehen allerdings auch ganz andere Gedanken. Innenminister Brice Hortefeux etwa wünscht aus Sicherheitsgründen die wallenden Verschleierungsinstrumente nicht. Das läßt sich alllerdings nicht so offen und politisch korrekt äußern wie der würdevolle Freiheitsgedanke. Sein Kollege Eric Besson, zuständiger Minister für Immigration und nationale Identität, hat ein ähnliches Problem. Er sieht in der Burka einen Gradmesser für die Integrationswilligkeit von muslimischen Einwanderern.

Auch hier muß man politisch korrekt argumentieren und sich vor Pauschalurteilen hüten. Sicher zu recht. Aber auch in der Grande Nation ist unter Muslimen die Bereitschaft zur Integration nicht besonders ausgeprägt. Das macht Besson Sorge. Die Muslime stellen mit sechs Millionen Menschen eine starke Minderheit.

Immerhin wird bei aller Korrektheit doch ausgesprochen, was viele Franzosen denken: Wer seiner Frau (oder einer seiner Frauen) gebietet, nur mit  Ganzkörperschleier auf die Straße zu gehen, der stellt ostentativ eine islamische Gewohnheit über die Sitten und Gebräuche des Gastlandes. Und er verstößt in der Tat gegen die Gleichheit von Mann und Frau.

Die Burka ist kein religiöses Gebot, ähnlich wie das Kopftuch, das in Frankreich seit 2003 in öffentlichen Schulen nicht mehr getragen werden darf. Ein Verbot widerspräche also nicht der Religionsfreiheit. Man kann diese Kleidungsstücke aber durchaus als politische Demonstration betrachten. Denn der Islam ist eminent politisch und daraus resultiert das Unbehagen der Franzosen. Die Parlamentskommission hat dies nun aufgegriffen. >>



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Thomas Lentze aus Bonn

Freitag, 05-02-10 12:54

@ Otto Ohnesorge aus Berlin:

Danke, daß Sie auf die Lohnlüge hinweisen.

Was die Lohnlüge in Deutschland betrifft, so ist sie längst aufgedeckt, ja durch das Frauenministerium zurückgenommen worden. Anlaß war eine Intervention durch MANNdat e.V., siehe hier:

http://www.manndat.de/index.php?id=532

Freundliche Grüße!

 

Otto Ohnesorge aus Berlin

Donnerstag, 04-02-10 18:36

Friedrich von Droste-Schattenburg aus Berlin, Berlin,

"dass französische Frauen im Schnitt 20 Prozent weniger verdienen als Männer"

Sie müssen nicht alles glauben, wenn Sie nicht wollen.

Den Rest kann ich nicht nachvollziehen. Ist mir schleierhaft, wie sie zu solch Analyse kommen.

 

Friedrich von Droste-Schattenburg aus Berlin, Berlin

Donnerstag, 04-02-10 12:22

Die Analyse geht am Kern der Sache weit vorbei. Richtig ist: Die französische Regierung interessiert sich keinen Deut für die Rechte von Frauen, wäre es anders, würde sie es nicht dulden, dass französische Frauen im Schnitt 20 Prozent weniger verdienen als Männer. Sie nimmt vielmehr ein populistisch wirksames, in der Realität jedoch unbedeutendes Thema zum Anlass, vorhandene Stimmungen und Ressentiments aufzugreifen und weiter zu schüren. Den Mächtigen spielt es natürlich in die Karten, wenn das Volk glaubt, es gelte einen Kulturkampf zu fechten. An einen solchen glauben allerdings nur ein paar radikale Islamisten - und deren westliches Pendant, die Islamhasser.

 

J.C. Denton aus Erfurt

Mittwoch, 03-02-10 23:32

Ich wollte eigentlich nur einmal sagen, dass ich den Artikel gut fand. Es ist als würde mir jemand aus der Seele sprechen. Viele in meinem Bekanntenkreis denken auch so aber leider werden unsere Medien zu sehr manipuliert als dass daraus etwas wachsen könnte. Erschwerend kommt hinzu, dass die Meisten Menschen die Macht über diese Kommunikationstechnologien haben zu links-liberal sind als dass sie sich in dieser Sache konservativ engagieren würden.

 

Thomas Lentze aus Bonn

Mittwoch, 03-02-10 19:44

So sehr ich Maßnahmen befürworte, die eine Islamisierung Europas verhindern, so sehr irritiert mich die ständige Rede von dem Verstoß islamischer Bräuche gegen die "Gleichheit von Mann und Frau". Diese Gleichheit gibt es doch aus natürlichen Gründen gar nicht. Es gibt sie nicht einmal vor dem Gesetz, selbst in Frankreich nicht. Welchen Zweck verfolgt etwa das neue Gesetz gegen seelische Gewalt in der Ehe? Doch wohl nicht, auch Männer zu schützen! Was geschlechts-neutrale Formulierungen wert sind, das ersehen wir am deutschen Gewaltschutzgesetz.

Hier gilt es, zwei völlig verschiedene Interessen voneinander zu entflechten. Die Abwehr der Islamisierung bedarf keiner Begründung durch eine angeblich notwendige "Gleichheit von Mann und Frau".

 

Joachim Reuter aus Mönkeberg

Mittwoch, 03-02-10 12:45

Es wird viel von "westlicher Wertegemeinschaft" gefaselt. Viele - besonders in Deutschland - denken dabei zuerst an Aktien- und Kolesterienwerte.

Wer aber kulturelle Werte kennt und meint, der weiß, daß der Islam mit unseren christlich geprägten Werten nicht vereinbar ist.

Der Islam muß deshalb aus Europa verdrängt werden. Eine "Integration" ist weder möglich noch wünschenswert.

 

Bernd Sydow aus Berlin

Mittwoch, 03-02-10 12:35

Wo genau ist eigentlich obiges Foto gemacht worden? Ohne den Begleittext könnte man meinen, in einer Geisterbahn mit lebenden "Gespenstern". Oder gibt es solche Unterhaltungsmöglichkeiten auch in Afghanistan?


 

Bernd Schmieder aus Berlin

Mittwoch, 03-02-10 12:23

Wer eine Burka trägt will, darf oder soll sich nicht integrieren. Eine wirklich politisch Verfolgte würde sich anpassen, allen anderen würde ich eine Fahrkarte in die Heimat spendieren, einfache Fahrt.
Gestern (vorgestern?) hat es wieder einen Bericht von einer Burka-gekleideten Selbstmordattentäterin gegeben. Lernen die Verantwortlichen denn nicht oder fühlen sie sich sicher in ihren goldenen Käfigen ?

 
 

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