Interview

Sonntag, 08.11.2009

„Ich bin froh und dankbar!“

Von Moritz Schwarz

Ihre Bilanz zum Jahrestag des 9. November 1989 fällt also rein negativ aus?

Ortleb: Nein, nach meinem Rückzug aus der Politik 2001 habe ich mich dem Vereinswesen gewidmet, um wieder in Kontakt mit den Menschen zu kommen. Die dadurch gemachten Erfahrungen machen mir Hoffnung. Und obwohl ich keine politischen Ambitionen mehr habe, möchte ich dennoch einen Vorschlag machen:

1990 haben wir am Ende des deutsch-deutschen Einigungsvertrages extra eine Klausel eingefügt, die es erlaubt, den Vertrag mit Zweidrittel-Mehrheit zu ändern. Nachbesserungen sind also grundsätzlich möglich! Es muß sich nur die politische Stimmung im Land ändern.

Einen ersten Verbesserungsvorschlag hätte ich schon: Vielleicht sollten wir den Mut haben, den Nationalfeiertag der Deutschen vom 3. Oktober, für den ich damals leider mitverantwortlich war, der sich aber nicht bewährt hat, auf den 9. November zu verlegen, den Tag, an dem unsere Herzen höher schlagen!

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Prof. Dr. Rainer Ortleb, Bundesminister a.D.  Im Frühjahr 1990 wurde der 1944 in Gera geborene Informatik-Professor Partei- und Fraktionschef der ehemaligen SED-Blockpartei LDP – vormals LDPD (Liberal-Demokratische Partei Deutschlands).

Er organisierte die Fusion mit der FDP, deren Bundes-Vize er bis 1995 war, und nahm an den Verhandlungen zur deutschen Einheit teil. 1990 wurde er Bundesminister für besondere Aufgaben, 1991 für Bildung und Wissenschaft und im gleichen Jahr FDP-Chef in Mecklenburg-Vorpommern.

1994 zog er sich von beiden Posten zurück, blieb jedoch bis 1998 Bundestagsabgeordneter. 1997 übernahm er den Vorsitz der FDP in Sachsen, trat aber 1999 auch hier zurück. 2001 verließ er enttäuscht seine Partei.  

JF 46/09

   



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M H aus Augsburg

Montag, 09-11-09 22:50

Jemand, der mit offenen Worten den politisch bewußt gesteuerten "Volksmord" zugunsten einer schnell mobilisierbaren, konsumgelenkten und wertelosen Bevölkerung kritisiert, mehr Nationalbewußtsein und eine Abkehr vom eingeschlagenen neoliberalen Weg fordert, diskreditiert sich mit dem folgenden Wahlaufruf selbst und wäre, sofern sein Name selbstbestimmt darin auftaucht, negativ gesehen absolut unglaubhaft, positiv gesehen wiederholt verblendet. Aber vielleicht kommt auch hier 20 Jahre zu spät die Irrtumseinsicht:

http://die-linke.de/wahlen/kampagne/wahlaufrufe/

 
 

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