Donnerstag, 14.01.2010

Quatsch nach Quoten

Schon eine Weile nichts mehr gehört vom weiteren Gedeihen des Gender-Mainstreaming-Unfugs – da läuft mir diese kleine Agenturmeldung über den Weg: Schweden schafft die Frauenquote an den Universitäten wieder ab – weil sie Frauen benachteiligt.

Natürlich nur an den Fakultäten, die schon vor der Einführung von Minderheitenquoten im Jahr 2003 von Studentinnen dominiert waren. Psychologie oder Veterinärmedizin zum Beispiel: In diesen bei Frauen beliebten Studiengängen seien in letzter Zeit wegen der Fünfzig-Prozent-Quote bevorzugt Männer zugelassen worden, obwohl es mehr qualifizierte Frauen als Männer für die Studienplätze gegeben habe.

Und das darf natürlich nicht sein, schreibt der schwedische Hochschulminister Tobias Krantz in der Zeitung Dagens Nyheter. Denn: „Das Bildungssystem sollte Türen öffnen und sie nicht motivierten jungen Frauen vor der Nase zuschlagen.“

Planungsbürokratische „Gleichberechtigung“

Aha. Und was ist mit jungen Männern, die ihr, sagen wir mal, humanmedizinisches oder ingenieurwissenschaftliches Studium nicht aufnehmen können, weil sie trotz Motivation und Qualifikation wegen der Frauenquote nicht zum Zuge kommen? Wenn denen im Namen der planungsbürokratischen „Gleichberechtigung“ das Bildungswesen die Tür vor der Nase zuschlägt, ist das dann in Ordnung?

Wir wissen nicht, ob in Schweden auch männliche Quotenopfer vor Gericht gegangen sind. Den Umdenkprozeß des schwedischen Hochschulministers hat, neben der in solchen Ämtern zwingend erforderlichen politisch korrekten Gender-Gesinnung, offenbar vor allem die erfolgreiche Klage von 44 jungen Frauen befördert, die gegen die Verweigerung des gewünschten Studienplatzes aufgrund ihres Geschlechts vor einem schwedischen Gericht geklagt und recht bekommen hatten.

Der schwedische Minister hat eine im Prinzip richtige Maßnahme falsch begründet und damit unfreiwillig zwei Grundwahrheiten bestätigt. Zum einen: Das „Gender- Mainstreaming“- und „Gleichstellungs“-Unwesen hat nichts mit Chancengleichheit zu tun, im Gegenteil: Es geht um knallharte, auf einseitige Privilegiensicherung und institutionalisierte Bevorzugung ausgerichtete Lobbypolitik – vorhandene Vorteile behalten und neue dazugewinnen. Auf daß einige eben gleicher seien als die anderen.

Qualität und Niveau sinken

Das gilt nicht nur beim Zugang zu schwedischen Fakultäten und Studiengängen, sondern in der ganzen Berufswelt. Von der Forderung nach Frauenquoten bei Müllabfuhr oder Kampftruppen hat man schließlich ebensowenig gehört wie vom Ruf nach Männerquoten in den komfortablen Bürojobs der öffentlichen Verwaltungen oder in den Lehrerkollegien unseres durchfeminisierten Bildungssystems, in dem die strukturelle Benachteiligung der Jungs schon lange nicht mehr zu leugnen ist.

Und zweitens: Auch „positive Diskriminierung“ ist Diskriminierung. Privilegierungsquoten schaden allen: Den Benachteiligten sowieso, aber auch den Begünstigten, weil sie protektionistisch zumindest teilweise vom Leistungswettbewerb freigestellt werden, und letztlich der Allgemeinheit, weil Qualität und Niveau dadurch insgesamt gesenkt werden.



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Dirk Pöhlmann aus 2.

Freitag, 15-01-10 16:20

Ohne jemanden abzuwerten:

Die "Karrieren" der beiden Arbeiterkinder sind erwartungsgemäß nicht gerade....

Dem superintelligenten Arztsohn -der die EOS im Grunde in einem Jahr geschaftt hätte- ist 1 Jahr seines Lebens geraubt worden. Außerdem musste er sich mit der (zusätzlichen) Berufsausbildung rumschlagen, wohnte in der Abiturzeit nicht zu Hause, sondern im Wohnheim usw. usf.

Und das alles wegen der Quote !

Mir braucht nie mehr jemand mit Quoten zu kommen !

 

Dirk Pöhlmann aus 1.

Freitag, 15-01-10 16:14

Herr Paul Pope,

wenn Sie sich da mal nicht irren:

Wir waren seinerzeit 10 Jahre in der POS. Um Abitur zu machen bewarb man sich danach entweder für 2 Jahre EOS oder 3 Jahre Berufsausbildung mit Abitur. Allein aus meiner einen 10jährigen Klasse wurden 2 Mädchen für die EOS zugelassen, obwohl deren Durchschnitte dazu keinen Anlass gaben.

Just in meinem Zimmer des Lehrlingswohnheimes (3-Jahres-Variante) landete jemand, der mit 1,1 bei dieser EOS abgelehnt wurde.

Begründung (unter der Hand mitgeteilt): da er Arztsohn war, und auf Grund der örtlichen 2 Kurbäder die Quote der "Intelligenzkinder" sehr hoch war, musste man diese ablehnen, und dafür "Arbeiterkinder" nehmen.

 

Paul Pope aus Baden-Württemberg

Freitag, 15-01-10 08:29

Der Großteil der Frauen hält die Extremform dieses Feminismus selbst für abartig - hab ich so selbst bei einer Diskussion zu Schulzeiten erlebt.
Dennoch schwingen sich die Extremisten zum Sprachrohr "der Frauen" auf.
Wenn Minderheiten die Mehrheit regieren nennt man das...?

 

Otto Ohnesorge aus Berlin

Donnerstag, 14-01-10 17:52

Kann mir mal jemand erklären, wozu überhaupt eine Quote für Frauen?

Angeblich schneiden Mädchen besser in der Schule ab als Jungen.
Mittlerweile studieren mehr Studentinnen als Studenten.
Bei der Polizei werden bereits mehr Frauen eingestellt als Männer.

Früher hieß, Mädchen seien von den Vätern benachteiligt worden. Der späteren Heirat wegen.

Wo, um Himmels willen, liegt bei einer völligen Chancengleichheit eigentlich heute die Benachteiligung?

Wenn es eng wird, kehren Frauen seit eh und je das Weibchen heraus.
Wie die Ausländer, die, wird es eng, immer plötzlich kein Deutsch mehr verstehen.

 

Thomas Lentze aus Bonn

Donnerstag, 14-01-10 17:21

"Am besten man verkauft sich künftig als "Transgender"":

Das ist ja, was gewollt wird. Es geht auch gar nicht um eine Förderung. "Förderung" ist ein Euphemismus. Es geht vielmehr um die Zerschlagung des Menschen in seiner Abbildlichkeit Gottes. Da Mensch und Mann zumindest sprachlich mehr miteinander gemein haben, folgt daraus gleichsam die Zerschlagung des (normalen, heterosexuellen) Mannes.

Ich sehe das als Vorbereitung eines zweiten Schrittes. So wie heute Mann und Frau gegeneinander ausgespielt werden, um den Menschen zu degradieren, so werden in Konsequenz dann Mensch und Tier gegeneinander ausgespielt. Es kündigt sich bereits an im "Ökofaschismus" oder - apokalyptisch - als Herrschaft des Tieres, "Theriokratie".

 

Paul Pope aus Baden-Württemberg

Donnerstag, 14-01-10 16:25

Diese Unlogik logisch weitergedacht bedeutet dies:
Ich habe 10 Stellen zu vergeben. Es bewerben sich 5 Frauen und 500 Männer. Da ich 50% Quote beachten muss, stelle ich also 100% der Bewerberinnen ein, aber nur 1% der Bewerber?
Am besten man verkauft sich künftig als "Transgender". Dann ist man auch als Mann eine Frau und sogar noch eher Minderheit als eine Frau. Die DDR-Vergleiche sind nicht mehr zeitgemäß - solch einen Blödsinn gab es nicht einmal zu Honeckers Spitzenzeiten!

 

Paul Pope aus Baden-Württemberg

Donnerstag, 14-01-10 16:19

"Die Regierung hatte den Universitäten im Jahr 2003 erlaubt, die Regelungen zur Minderheitenförderung anzuwenden."

Diesen Satz aus dem Verweis finde ich besonders interessant. Minderheitenförderung für Frauen - um was für eine Minderheit soll es sich da handeln? Aber ich kenne auch einen Studiengang mit 75% Frauen und nichts desto trotz einer Frauenbeauftragten!?
Die "positive Diskriminierung" hat etwas von Auge um Auge. Nur seltsam: Genau die Gender-Anhänger lehnen doch gerade dieses archaische Prinzip meist ab!? Eine Quote ist immer Schwachsinn, aber umso schlimmer, wenn Quoten nicht einmal ins Verhältnis zur Bewerbungszahl gesetzt werden.

 
 

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