Deutschland

Montag, 08.02.2010

Österreichischer Südtirol-Aktivist in Integrationsrat gewählt

 

Andreas-Hofer-Denkmal in Innsbruck: Vorbild für den Südtiroler Freiheitskampf Foto: JF

MEERBUSCH. Der österreichische Arzt Erhard Hartung ist am vergangenen Sonntag in den Integrationsrat der nordrhein-westfälischen Stadt Meerbusch gewählt worden. Wegen seiner Beteiligung am Freiheitskampf in Südtirol in den sechziger Jahren, hatte ihn die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) im Rat der Stadt vor der Wahl zum Verzicht auf die Kandidatur aufgefordert.

Hartung, der nach eigenen Angaben die Unabhängigkeitsbewegung der Südtiroler („Los von Rom!“) unterstützt hatte, indem er vor allem Opfern italienischer Folterungen half, wurde 1971 von einem italienischen Gericht in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt.

Drittbestes Ergebnis

Die Justiz legte ihm die Beteiligung an einem Sprengstoffanschlag zur Last, bei dem 1967 vier italienische Soldaten ums Leben kamen. Hartung ist Presseberichten zufolge 1969 nach Deutschland geflohen. Das italienische Urteil nannte er gegenüber der Rheinischen Post „erwiesen menschenrechtswidrig“.

Die Verurteilung hatte jedoch ohnehin keine Auswirkungen auf seine Wählbarkeit; diese verliert ein Kandidat nur dann, wenn er innerhalb der vergangenen fünf Jahre zu einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr verurteilt wurde.

Von den sechs Kandidaten, die in den Meerbuscher Integrationsrat gewählt wurden, erhielt der Österreicher das drittbeste Ergebnis. Allerdings lag die Wahlbeteiligung mit 7,4 Prozent deutlich unter den Erwartungen.

Hartung gehörte im Jahr 2008 zu den Unterzeichnern einer „Grundsatzerklärung ehemaliger Südtiroler Freiheitskämpfer gegen Faschismus und Nazismus“. (vo)



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Carsten Schulz aus Mannheim

Montag, 08-02-10 13:53

Was hat denn ein 'Ostmärker' in einem 'Integrationsrat' einer deutschen Stadt verloren? Na ja, vielleicht kann er den restlichen Teilnehmern ein besseres Verständnis von deutscher Leitkultur vermitteln. Er selber wird diese Nachhilfe ja wohl nicht nötig haben, wie man aus seiner Biographie entnehmen kann.

 

Marc Müller aus Kassel

Montag, 08-02-10 13:05

Eine Gute Nachricht!

Möge dieser Aktivist, der sich auskennt mit der Integration bzw. Nichtintegration von kulturfremden Völkern ein gutes Beispiel für die anderen Mitglieder des Integrationsrats der Stadt Meerbusch geben.

 

MG 42 aus Oberbayern

Montag, 08-02-10 12:55

"Grundsatzerklärung ehemaliger Südtiroler Freiheitskämpfer gegen Faschismus und Nazismus"

Was es nicht alles gibt ;-)

Aber für einen Südtiroler natürlich prinzipiell, was den Faschismus anbelangt, eine leichte Übung. Und "Nazismus"? Nun, nachdem der Führer Südtirol jämmerlich im Stich gelassen hat, hält sich die Begeisterung hier auch in Grenzen. Also auch das - geschenkt!

An die "UWG":
Na, die Freiheit ist wohl Ihre Sache nicht, was? Freiheitskampf gegen brutale Fremdherrschaft ist für Kaminzimmer-Demokraten sicher auch nur sehr schwer nachvollziehbar...

P.S. Was ist eigentlich ein Integrationsrat? Herr Dr. Hartung, wenn es das ist, wofür ich es halte, würde ich an Ihrer Stelle aus ganz anderen Gründen verzichten.

 
 

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