Mittwoch, 23.12.2009 Islamische Autorität will Weihnachten verbieten
 Die Internet-Seite des ECFR: für die Scharia in Europa Screenshot: JF
BERLIN. Einer der populärsten Geistlichen im sunnitischen Islam, Scheich Jussuf al-Kardawi, hat die islamische Welt dazu aufgefordert, in ihren Ländern das Weihnachtsfest für Christen zu verbieten. Begründet wird dies unter anderem mit dem Schweizer Minarett-Verbot. „Araber und Muslime dürfen keine Weihnachtsfeste mehr erlauben“ zitiert Spiegel-Online al-Kardawi, der vor allem durch seine Fernsehsendungen erheblichen Einfluß ausübt.
Durch Festlichkeiten zum Weihnachtsfest in islamischen Ländern, an denen sich auch Moslems beteiligen würden, müsse man sich schon fragen, ob man in einer muslimischen oder eher einer christlichen Gesellschaft lebe, empörte sich al-Kardawi. Der Geistliche forderte harte Repressionen für die Christen: „Kirchen dürfen keine Kreuze mehr tragen. Kirchenglocken dürfen auch nicht mehr läuten“ heißt es weiter in dem islamischen Rechtsgutachten.
Kampf für die Scharia in Europa
Der 83jährige Prediger, der dem strenggläubigen Wahabismus angehört, galt bisher als Dialogpartner der europäischen Welt. Er ist Gründungsmitglied und Vorsitzender des 1997 eingerichteten „Europäischen Rates für islamisches Recht und Forschung“ (ECFR), der die Durchsetzung der Scharia in Europa anstrebt.
Den Schweizer Volksentscheid hatte al-Kardawi zuvor noch mit den Worten kommentiert: „Die Muslime können auch in Moscheen ohne Minarett beten.“ Tatsächlich entstand diese Bautradition erst nach Gründung des Islams. (FA)

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