Montag, 21.12.2009

Wo bleibt mein Geld, Mr. Brown?

Die Kampagne gegen Karl-Theodor zu Guttenberg hört nicht auf. Dabei war der Mann noch nicht einmal Verteidigungsminister, als amerikanische Piloten ihren Angriff bei Kundus ausgeführt haben.

Was also wirft die linke Presse dem Franken überhaupt vor? Es habe eine „gewaltige Vertuschungs-, Verheimlichungs- und Beschönigungsaktion“ gegeben, schreibt der Spiegel in seiner neuesten Ausgabe. Die „deutsche Demokratie“ habe „ein Desaster“ erlebt. Drunter macht’s der Spiegel nicht. An Fakten hat er aber nur die spannende Frage, wer wann welches Dossier zu lesen bekommen hat. Gähn. Wenn das ein Skandal sein soll, dann lachen doch die Hühner. Diese rotgrüne Diffamierungskampagne stinkt bis nach Kabul.

Tatsache ist, daß die Leute, die die Tanklaster entführt haben, zumindest einen der beiden Fahrer erschossen und den anderen mißhandelt hatten. Danach wollten sie damit einen Anschlag durchführen oder wenigstens den Sprit klauen. Auf jeden Fall waren es keine harmlosen Zivilisten, die ängstlich in ihrem Keller gehockt haben, als sie die tödliche Luft-Boden-Rakete traf.

Vom deutschen Steuerzahler entschädigt

Bei allem Mitgefühl für die unschuldigen Opfer des Angriffs: Die Attacke hat unseren Soldaten genutzt. Im Spiegel ist eine Grafik mit Angriffen vor und nach dem 4. September abgebildet. Vor dem Angriff haben Aufständische sehr viele Raketenangriffe gestartet, sich sehr viele Gefechte mit der Bundeswehr geliefert, sehr viele Sprengsätze gezündet und sehr häufig unsere Truppen beschossen. Danach gab es nur noch ein paar Mal Beschuß. Keine Gefechte mehr. Und auch keine Raketenangriffe.

Deswegen war der Angriff richtig. Das ist brutal. Aber so ist Krieg. Wenn die Deutschen dieser Logik nicht folgen wollen – daß der Gegner ausgeschaltet werden muß, damit Ruhe herrscht –, dann sollten sie lieber abziehen. Aber dableiben und nur Selbstverteidigung durchführen, funktioniert nicht. Das eigentlich Überraschende an Kundus ist doch, daß es nicht schon viel früher eine solche Tragödie mit vielen Toten, auch vielen toten Zivilisten, gegeben hat.

Übertroffen wird der Irrsinn nur noch durch jetzt anstehende Entschädigungen: Die Angehörigen der Banditen werden jetzt sogar noch vom deutschen Steuerzahler entschädigt. Gibt’s denn so was? Wer hat die Bombenopfer von Dresden, Hamburg, Berlin oder sonstwo nach 1945 entschädigt? Das Haus meiner Familie in Königsberg wurde beim alliierten Bombenangriff im August 1944 schwer beschädigt. Hallo, ich hätte gerne Entschädigung, Mr. Brown! Meine Kontonummer lautet 45892378.

Pazifismus nur propagandistischer Natur

Das kann ja wohl nicht wahr sein, daß wir Deutsche jetzt damit anfangen, Opfer von Luftangriffen zu entschädigen – womöglich noch dauerhaft Renten zahlen. Der Einsatz in Afghanistan ist mit das Dümmste, was deutschen Politikern in diesem Jahrzehnt eingefallen ist. Wir sind jetzt mit unseren Soldaten schon seit acht Jahren dort. Das sind zwei Jahre mehr als der Zweite Weltkrieg gedauert hat! Wann wird dieser Wahnsinn endlich ein Ende haben?

Die linke Presse sollte sich mit dieser Frage beschäftigen statt mit den angeblichen Verfehlungen von zu Guttenberg. Das hieße aber die Positionen von Roten und Grünen, die jetzt besonders heuchlerisch kreischen, hinterfragen. Diese Parteien waren es, die uns diesen sinnlosen Kriegseinsatz eingebrockt haben. Und was die Opposition der Linkspartei angeht: Auch sie ist völlig unglaubwürdig. Als vor dreißig Jahren die Sowjetunion in Afghanistan einmarschiert ist, fanden es die SED-Genossen richtig. Sie sind jetzt nur dagegen, weil die falsche Macht das Land zu besetzen versucht. Ihr zur Schau getragener Pazifismus ist nur propagandistischer Natur.

Für Konservative kann die Losung nur lauten: Bringt unsere Soldaten nach Hause, oder gebt uns eine Gegenleistung. Wenn uns die Amerikaner nichts dafür geben, daß wir uns mit der Bundeswehr dort engagieren, dann sollten wir schleunigst das Weite suchen. Denn es wird weitere tote Zivilisten und/oder Partisanen geben, solange dieser Krieg andauert.



teilen:Diesen Artikel bei Facebook merkenDiesen Artikel bei Yahoo merkenDiesen Artikel bei Google merkenDiesen Artikel bei MySpace merkenDiesen Artikel bei Technorati merkenDiesen Artikel bei del.icio.us merkenDiesen Artikel bei Mr. Wong merken
Anzeige: 1 - 40 von 40.
 

Waldemar Pabst aus Berlin

Sonntag, 27-12-09 11:35

@Also wirklich, ich bitte Sie: es ist allgemein bekannt


Wir brauchen gar nicht darüber zu diskutieren, was angeblich "allgemein bekannt" bzw. "offenkundig" ist oder was manche dafür halten, aber in diesem Fall verwechseln Sie - wie so viele Kritiker des Krieges - das Recht zum Krieg (Jus ad bellum) mit dem Recht im Krieg (Jus in bello).
Wir sprechen hier um angebliche Verbrechen im Krieg in Afghanistan, d.h. um Kriegsverbrechen. Und diesbezüglich wäre es wirklich naiv zu glauben, deutsche Staatsanwälte würden nicht tätig, wenn einem Deutschen ein Kriegsverbrechen vorgeworfen würde.
Wenn man 90jährige Greise wegen Kriegsverbrechen vor den Kadi zerrt, macht man vor 45jährigen sicher nicht Halt.

 

Ein Leser aus Franken

Samstag, 26-12-09 17:58

Waldemar Pabst schrieb:
"Wie naiv sind Sie, Leser aus Franken, wenn Sie glauben, in unserer bundesrepublikanischen Gesellschaft könnten Deutsche, denen Kriegsverbrechen vorgeworfen werden, vor strafrechtlicher Verfolgung sicher sein?"

Also wirklich, ich bitte Sie: es ist allgemein bekannt, dass der NATO-Überfall auf Serbien ein völkerrechtswidriger Angriffskrieg war. Der Angriff auf den Irak war ebenfalls völkerrechtswidrig. Tony Blair hat kürzlich sogar zugegeben, dass die angeblichen Kriegsgründe nur erfunden waren. Keiner der Verantwortlichen wurde angeklagt, weil wir keine unabhängige Justiz haben.

 

Waldemar Pabst aus Berlin

Samstag, 26-12-09 13:41

@Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, aber wie naiv sind Sie?

Wie naiv sind Sie, Leser aus Franken, wenn Sie glauben, in unserer bundesrepublikanischen Gesellschaft könnten Deutsche, denen Kriegsverbrechen vorgeworfen werden, vor strafrechtlicher Verfolgung sicher sein?
Unsere Gesellschaft hat eine naive Einstellung darüber, was Krieg in Wirklichkeit bedeutet. Und nur weil wir nicht zur Kenntnis nehmen wollen, daß in Afghanistan Krieg herrscht - mit allen seinen schrecklichen Auswirkungen - ist der Krieg dort nicht aus der Welt.

 

Ein Leser aus Franken

Donnerstag, 24-12-09 12:26

Hochinteressanter Vortrag von Christoph Hörstel zum Massaker von Kundus: http://www.youtube.com/watch?v=9_Zm6xaOGUs

Hörstel war langjähriger ARD-Korrespondent in Afghanistan und als Berater der Bundeswehr tätig.

 

Ein Leser aus Franken

Mittwoch, 23-12-09 22:01

Waldemar Pabst schrieb:
"Wenn es sich bei den Menschen in der Masse um Taliban handelt, ist diese Vernichtung legitim. Wäre es anders, müßten sich der befehlsgebende Kommandeur sowie die Bomberpiloten wegen Kriegsverbrechen verantworten. Mir ist nicht bekannt, daß bereits derartige Verfahren eröffnet wurden."

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, aber wie naiv sind Sie?

 

Michael V aus dem Werratal

Mittwoch, 23-12-09 21:39

@Ein Leser

Hitler hätte sich bei „Gegnern“ wie Ihnen vor Lachen auf die Schenkel geklopft. Der Herr sei gepriesen, dass unsere Jungs da unten Oberst Klein hatten, und nicht so ein verantwortungsloses Subjekt wie Sie, dann hätten diese sich ja gleich selber erschießen können. Ich frage mich wirklich manchmal, ob Gutmenschen wie Sie diesen unvorstellbaren Blödsinn wirklich ernst meinen. Sie haben vom Krieg offenkundig keinen blassen Dunst. Nach dem Kriegsvölkerrecht obliegt es zudem einer jeden kriegführenden Partei, dass kriegswichtige Personen und Objekte von rein zivilen (z.B. Kindern!) GETRENNT sind! Logisch, denn sonst könnte man sich ja einfach immer mit Kindern umgeben und wäre völkerrechtlich geschützt. Hirnrissig.

 

Waldemar Pabst aus Berlin

Mittwoch, 23-12-09 17:11

@Die Bombardierung einer Menschenmenge, die um zwei feststeckende Tanklaster herumsteht, mit dem Ziel, die Menschen "zu vernichten" ist nicht legitim.

Wenn es sich bei den Menschen in der Masse um Taliban handelt, ist diese Vernichtung legitim. Wäre es anders, müßten sich der befehlsgebende Kommandeur sowie die Bomberpiloten wegen Kriegsverbrechen verantworten. Mir ist nicht bekannt, daß bereits derartige Verfahren eröffnet wurden. Im Gegenteil, der Verteidigungsminister hat die Entscheidung des deutschen Oberst ausdrücklich verteidigt.

 

Ein Leser aus Franken

Mittwoch, 23-12-09 14:36

@Waldemar Pabst:
"Nochmal: die Bekämpfung von Taliban ist legitim. Wenn sich in deren Begleitung Zivilisten (Nicht-Kombattanten) befinden, ist die Schuld in erster Linie den Taliban anzulasten, die Unschuldige offenbar als menschliche Schutzschilde mißbrauchen."

Die Bekämpfung der Taliban ist dann legitim, wenn diese die Bundeswehrtruppen oder zu schützende Personen oder Einrichtungen angreifen. In diesem Falle dürfen die Soldaten von der Waffe Gebrauch machen und den Angreifer kampfunfähig machen.
Die Bombardierung einer Menschenmenge, die um zwei feststeckende Tanklaster herumsteht, mit dem Ziel, die Menschen "zu vernichten" ist nicht legitim.

 

Ein Leser aus Franken

Mittwoch, 23-12-09 14:28

Ronald Gläser schrieb:
"Tatsache ist, daß die Leute, die die Tanklaster entführt haben, zumindest einen der beiden Fahrer erschossen und den anderen mißhandelt hatten."

Der deutsche Oberst nahm doch den Tod des anderen Fahrers auch in Kauf, als er die Bombardierung der Menschenmenge anordnete. Und, wie bereits des öfteren erwähnt, auch d

Übrigens gibt es keinerlei Beweise dafür, dass der angeblich von den Taliban ermordete Fahrer tatsächlich von den Entführern der Tanklaster getötet wurde.as Leben von Kindern spielte in den Erwägungen des Oberst keine Rolle.

 

Waldemar Pabst aus Berlin

Mittwoch, 23-12-09 10:08

@Klein befahl ausdrücklich die Bombardierung der Personen, nicht der gestohlenen Tanklaster

Interessant! Sie meinen also, die die Laster stehlenden Taliban könnte man bekämpfen, ohne die Laster selbst zu treffen, auf und neben denen sie sich befinden?
Nochmal: die Bekämpfung von Taliban ist legitim. Wenn sich in deren Begleitung Zivilisten (Nicht-Kombattanten) befinden, ist die Schuld in erster Linie den Taliban anzulasten, die Unschuldige offenbar als menschliche Schutzschilde mißbrauchen.

 

Frank F. aus Franken

Dienstag, 22-12-09 20:02

@Leser aus Franken.


Klein befahl ausdrücklich die Bombardierung der Personen, nicht der gestohlenen Tanklaster (die übrigens Köder waren, und nicht umsonst ohne Begleitschutz in Taliban-Gebiet geschickt wurden).

Es wäre mir neu, dass zivile Laster immer einen Begleitschutz erhalten. Insbesondere wenn sie auf der Hauptstraße fahren.
Aber die Anregung, den Wegelagerern gezielt Fallen zu stellen, finde ich gut. Einen asymmetrischen Krieg kann man so wieder symmetrisch machen.


So etwas nennt man im Militärsprech "target killings". Solche "target killings" werden jedoch durch die ISAF-Instruktionen untersagt.


Können Sie die entsprechende Textpassage hier bitte einstellen oder eine Quelle angeben?

 

Frank F. aus Franken

Dienstag, 22-12-09 18:51

"Wenn uns die Amerikaner nichts dafür geben, daß wir uns mit der Bundeswehr dort engagieren, dann sollten wir schleunigst das Weite suchen."

Ich schätze, dass die Gegenleistung für 4000 nicht einsatzfähige deutsche Soldaten gering ausfallen würde. Gerade der Tankerzwischenfall hat doch gezeigt, dass die Bundeswehr unter den bisherigen Einsatzregeln eher ein Hindernis als eine Hilfe darstellt.

Aber Herr Gläser hat schon recht: Wer eine funktionierende Armee hat, der kann dafür Gegenleistungen erwarten. Leider erfüllt Deutschland momentan die Voraussetzung einer funktionierenden Armee nicht. Damit es zu so einem Gegenleistungs-Szenario kommt, müsste D zudem die Fähigkeit entwickeln, eigene Wünsche zu formulieren. Undenkbar.

 

Waldemar Pabst aus Berlin

Dienstag, 22-12-09 17:20

@Frankenleser

Es geht doch nicht darum, ob mir oder Ihnen etwas an der Sachlage paßt oder nicht. Tatsache ist, daß die Taliban als Kombattanten natürlich "Freiwild" sind in dem Sinne, daß sie jederzeit und an jedem Ort bekämpft werden dürfen. Wenn sie sich in Begleitung ihrer Angehörigen befinden, ist das sträflicher Leichtsinn der Taliban. Kollateralschäden sind eben manchmal nicht zu vermeiden. Das ist die schreckliche Realität des Krieges.

 

Ein Leser aus Franken

Dienstag, 22-12-09 15:56

@Waldemar Pabst

Es mag Ihnen vielleicht nicht passen, aber Taliban sind kein Freiwild, erst recht nicht deren Angehörige. Selbst wenn jemand erwiesenermaßen ein Mitglied der Taliban ist, darf er nicht einfach so ermordet werden.

 

Michael V aus dem Werratal

Dienstag, 22-12-09 15:40

@Ein Leser

Ja, was denn nun? Wenn das Illegale ihrer Meinung nach der Tatbestand des Führens eines "Angriffskrieges" ist (absurd!), dann macht dies den Luftschlag nicht zu einem Kriegsverbrechen. Der "Angriffskrieg" ist ein Tatbestand in der Sphäre des "ius ad bellum" - "Kriegsverbrechen" hingegen gehören in die Sphäre des "ius in bello". Machen Sie sich doch bitte zunächst schlau, bevor Sie hier mit Begriffen um sich werfen. Zudem teile ich durchaus Ihre Meinung, dass die Bundeswehr dort nichts zu suchen hat, da sie dort keine deutschen Interessen verteidigt. SOLANGE sie jedoch da sind, sollen UNSERE Soldaten sich gegen die Taliban angemessen verteidigen dürfen – weltfremde „Einsatzregelchen“ interessieren nur den lebensmüden Soldat.

 

Waldemar Pabst aus Berlin

Dienstag, 22-12-09 15:16

@Was sagen Sie zu den unschuldigen Opfern, die von den westlichen Besatzern getötet werden?

Die Frage, um die es hier doch geht, ist die: wo sind diese unschuldigen Opfer? Gab es überhaupt welche? Ein toter Zivilist muß nicht unbedingt ein unschuldiger gewesen sein, denn Taliban-Kämpfer sind strenggenommen auch nichts anderes als (bewaffnete)Zivilisten. Und Herr Gläser hat vollauf recht, wenn er sagt, jetzt werden Angehörige von Taliban vom deutschen Steuerzahler entschädigt. Sie erhalten quasi eine Hinterbliebenenrente aus Deutschland. Spricht sich das herum, werden die Taliban sich darum reißen, nur noch gegen deutsche Soldaten zu kämpfen.

 

Rüdiger Knust aus Kiel

Dienstag, 22-12-09 11:48

Aus militärischer Sicht betrachtet, war diese Aktion allemal gerechtfertigt. Oberst Klein hat die Situation richtig eingeschätzt und entschlossen gehandelt. Die Aufgabe eines Truppenführers ist es nun einmal, dem Gegner (Feind) möglichst hohe Verluste zuzufügen und dabei die eignen Truppen einem möglichst geringen Risiko auszusetzen. Das Geheule der "rot-rot-grünen" Jammerkoalition ist verlogen. Es sind unsere Soldaten, die dort ihren Kopf hinhalten. Auch SPD und Grüne haben sie dorthin geschickt. Wie immer man die Zustände dort nennen will: es ist Krieg. Vielleicht sollten die rot-grünen Täubchen in Afghanistan (vor Ort) ihren friedlichen Beitrag leisten - natürlich ohne militärischen Schutz. Freiwillige vor!

 

Ein Leser aus Franken

Dienstag, 22-12-09 10:50

Paul Pope schrieb:
"Es ist im Übrigen immer einfach Kritik zu üben und eine "Kopf-in-den-Sand-Taktik" zu präferieren. Bitte bringen Sie doch mal eine Alternative zur Sprache. Abziehen und das Land sich selbst überlassen, sehr toll. Das bedeutet Taliban-Herrschaft, die noch gestärkt und als "Sieger" aus der Sache hervorgeht."
Wenn das tatsächliche Ziel der deutschen Präsenz dort Demokratisierung und nation building ist (was ich nicht glaube), dann sehe ich keine Alternative zum Abzug. Alles andere wäre nur das sinnlose Opfern von Menschenleben und Geldverschwendung. Auch hochrangige US-Beauftragte sehen das so: http://www.docstoc.com/docs/13944018/Matthew-Hoh-Resignation-Letter


"Was sagen Sie zu den unschuldigen Zivilisten, die die Taliban tötet? "
Was sagen Sie zu den unschuldigen Opfern, die von den westlichen Besatzern getötet werden?

 

Ein Leser aus Franken

Dienstag, 22-12-09 10:40

@Paul Pope:

Klein befahl ausdrücklich die Bombardierung der Personen, nicht der gestohlenen Tanklaster (die übrigens Köder waren, und nicht umsonst ohne Begleitschutz in Taliban-Gebiet geschickt wurden). So etwas nennt man im Militärsprech "target killings". Solche "target killings" werden jedoch durch die ISAF-Instruktionen untersagt. Oberst Klein nahm auch den Tod von Unbeteiligten, darunter Kinder, in Kauf. Auch dies verstößt gegen geltendes Recht.

A. Müller:

Was den Mohnanbau angeht: meines Wissens ist der Mohnanbau unter der Talibanherrschaft drastisch zurückgegangen. Erst nach dem Einmarsch der Besatzungstruppen ist eine Rekordernte nach der anderen eingefahren worden.

 

Paul Pope aus Baden-Württemberg

Dienstag, 22-12-09 08:49

Es ist im Übrigen immer einfach Kritik zu üben und eine "Kopf-in-den-Sand-Taktik" zu präferieren. Bitte bringen Sie doch mal eine Alternative zur Sprache. Abziehen und das Land sich selbst überlassen, sehr toll. Das bedeutet Taliban-Herrschaft, die noch gestärkt und als "Sieger" aus der Sache hervorgeht. Wieder würden Buddhastatuen gesprengt, Kultur und Religionsfreiheit gäbe es gar nicht mehr, Frauen hätten keinerlei Rechte, müssten in der Burka leben, dürften nichts lernen als dem Mann zu gehorchen. Die Frauen, die in der Zwischenzeit die Burka ablegten, würden vermutlich verfolgt und gesteinigt.
Der Drogenanbau ginge mit Sicherheit auch nicht zurück. Was sagen Sie zu den unschuldigen Zivilisten, die die Taliban tötet?

 

Paul Pope aus Baden-Württemberg

Dienstag, 22-12-09 08:41

An den Leser-Troll:
Ich bezweifle ernsthaft, dass sie die Mord-Tatbestandsmerkmale im StGB verstanden, vermutlich noch nicht einmal zur Kenntnis genommen haben! Ausserdem wollen Sie Zivilrecht auf einen militärischen Konflikt anwenden. Wenn in Deutschland ein Bankraub stattfindet, gehen sie dann zu den Tätern, um zu sehen ob sie auch ein Geldbündel abbekommen? Umso mehr habe ich mich als Zivilist in einem Kriegsgebiet von solchen Tatorten fernzuhalten.
Ich bin weder Zyniker noch Misantroph, wie Sie es mir vorwerfen! Die korrupte Regierung, die wir leider unterstützen würde ohne uns hinweggefegt, da gebe ich Ihnen Recht. Aber durch wen würde diese Regierung ersetzt? Durch Mörder und Verbrecher noch größeren Ausmaßes!

 

Petra Baum aus Wiesbaden

Montag, 21-12-09 21:19

Sehr guter Artikel, Herr Gläser!

Hoffentlich kommt auch bald eine neune Ausgabe des Deutschland-Magazins heraus.

 

Ein Leser aus Franken

Montag, 21-12-09 20:13

@Michael V
"Ihre Pippi-Langstrumpf-Ethik hingegen ist lächerlich. Soll man Ihrer Gutmenschenmeinung nach solange warten, bis der Gegner mit der Waffe auf einen zukommt? Bis er anlegt? Schießt? Oder so lange, bis er mich getötet hat, denn erst dann weiß ich ja ohne Zweifel, dass er WIRKLICH eine Bedrohung war? Albern. Leider typisch deutsche Realitätsverweigerung aus dem Wolkenkuckucksheim."

Noch einmal zum Mitschreiben: Die Bundeswehr hat nichts in Afghanistan verloren. Es ist nicht die Aufgabe der Bundeswehr, fernen Ländern die Segnungen der Demokratie zu bringen oder Brunnen zu bohren, sondern Deutschland im Falle eines Angriffs zu verteidigen. Es wäre mir neu, dass Afghanistan zum deutschen Staatsgebiet gehört. Angriffskriege jedoch sind grundgesetzlich verboten.

 

A. Müller aus der Pfalz

Montag, 21-12-09 19:57

@ Ein Leser aus Franken:

Das Karsai & Co. nur Marionetten sind, steht außer Frage. Aber genau deshalb hat es ein besonderes "Geschmäckle", wenn jetzt ausgerechnet deren Vetter den Afghanischen Robin Hood der Witwen und Waisen mimt! Ein durchsichtiges Spiel und unsere Politiker sind auch noch so blöd, darauf reinzufallen.

Allerdings bezweifle ich, daß sich ohne ISAF oder Karsai irgendetwas in Afghanistan bessern würde. Warlords gab es dort schon immer und auch der Mohnanbau hat erst unter den Taliban so richtig floriert. Die afghanische Bevölkerung wird - selbst wenn sie es könnte (oder überhaupt wollte) - niemanden "hinwegfegen". Denn alle leben in diesen Stammestrukturen, gehören irgendeinem Warlord an oder leben vom Drogenanbau.

 

Matthias Baumann aus Dummerland

Montag, 21-12-09 18:04

Leute, ihr habt ja keine Ahnung, wie das so ist in Afghanistan. Ich auch nicht, aber ich hab den Erklär-Bär gefragt. Also, der gemeine afghanische Zivilist, das ist eine ganz besondere Spezies. Bei Anbruch der Dunkelheit macht sie sich, fernab jeder Ortschaft, auf die Suche. Nach entführten Tanklastern z.B. Manche der Zivilisten haben eine Armbinde, aber da steht nicht "Zivilist" drauf, sondern "Taliban". Und wenn er sich die Binde vom Arm reißt - ist er wieder der waschechte Zivilist, in nichts zu unterscheiden vom Zivilisten, der eben noch Taliban war. So ist das. Oder so ähnlich. Und trotzdem hat die Bundeswehr dort nichts zu suchen. Und man kann es nicht oft genug wiederholen: wir haben es den grün-roten Kriegstreibern zu verdanken.

 

Michael V aus dem Werratal

Montag, 21-12-09 17:51

@Ein Leser

"Kriegswichtig" hat mit "unmittelbarer Bedrohung" nichts zu tun. Selbstverständlich sind Tanklaster voller Sprit "kriegswichtig". Dass sie gerade festgefahren waren, machte sie jedoch zu absolut lohnenden kriegswichtigen Zielscheiben - klasse, dass unsere Jungs dies ausnutzten. Ihre Pippi-Langstrumpf-Ethik hingegen ist lächerlich. Soll man Ihrer Gutmenschenmeinung nach solange warten, bis der Gegner mit der Waffe auf einen zukommt? Bis er anlegt? Schießt? Oder so lange, bis er mich getötet hat, denn erst dann weiß ich ja ohne Zweifel, dass er WIRKLICH eine Bedrohung war? Albern. Leider typisch deutsche Realitätsverweigerung aus dem Wolkenkuckucksheim.

 

Ein Leser aus Franken

Montag, 21-12-09 17:46

@A. Müller
"Die Krönung ist ja die Verbindung des eifrigen Deutsch-Afghanischen Anwaltes Karim Popal - ein Vetter des korrupten Präsidenten Hamid Karsai und dessen Bruder Ahmed Wali Karzai einem der größten Drogenproduzenten und -händler Afghanistans..."

Was regen Sie sich so auf? Schließlich ist der Wahlfälscher Karzai unser Mann in Kabul, den wir im Sattel halten. Wären die ausländischen Besatzungstruppen nicht im Land, wäre dieses Marionettenregime aus Drogenhändlern und Warlords, das über keinerlei Rückhalt bei der Bevölkerung verfügt, schon längst hinweggefegt worden.

 

A. Müller aus der Pfalz

Montag, 21-12-09 17:32

Dieser Augenzeugenbericht ist auch recht aufschlussreich:

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,666825,00.html

 

A. Müller aus der Pfalz

Montag, 21-12-09 17:21

Mit diesem Kommentar dürften sie der Mehrheit der Deutschen aus der Seele sprechen!

Kaum jemand kann verstehen, daß plötzlich Taliban und Mitläufer als Unschuldige dargestellt werden und für jedes "Opfer" Entschädigungen aus dem Steuersäckel gezahlt werden, die in etwa dem 34-fachen (!) Jahreseinkommen eines Afghanen entsprechen. Damit dürfte sich so mancher Taliban sanieren können. Die USA zahlen in solchen Fällen nur einen Bruchteil, nämlich 2500 Dollar pro Mann!

Die Krönung ist ja die Verbindung des eifrigen Deutsch-Afghanischen Anwaltes Karim Popal - ein Vetter des korrupten Präsidenten Hamid Karsai und dessen Bruder Ahmed Wali Karzai einem der größten Drogenproduzenten und -händler Afghanistans...

 

Carsten Schulz aus Mannheim

Montag, 21-12-09 17:17

Die Tanklaster befanden sich meines Wissens in einem unbewohnten Gelände. Man kann ja auch mal fragen, was diese Zivilisten dort zu suchen hatten. Ich bin sicher, dass sie von der gewaltsamen Entführung dieser beiden Tanklaster und vom Mord an dem einen fahrer wussten. Ansonsten hätten sie sich wohl nicht in Scharen auf den Weg gemacht, um Sprit zu klauen - denn nichts anderes war deren Motivation. Und das in einem Bürgerkrieg, in dem jeder dort um die Gefährlichkeit dieser Taliban weiß. Diese Leute wollten nicht nur stehlen, sie haben sich auch selbst fahlässig in Gefahr gebracht. Das sollte man auch mal bedenken, und nicht immer nur Asche aufs eigene Haupt streuen.

 

Der Klaus aus Deutschland

Montag, 21-12-09 16:43

Der Linkstroll der Woche nennt sich also "Ein Leser". Woran erkennt man Zivilisten in Afghanistan? Tragen sie die Kalashnikov auf dem Rücken oder am langen Arm? Oder gar keine? Mutiert man zum Zivilisten sobald man die Kalashnikov weglegt oder wenn man eine Armbinde "ZIVILIST" trägt? Ich weiss es nicht, sagen sie es mir! Und wo beginnt ein Massenmord? Bei 10, 50 oder 100 Toten Feinden? Wer wirklich wissen will was in Afghanistan so passiert aber es sich nie zu fragen traute kann hier nachsehen. Da steht alles was der Gutmensch vom Dienst niemals verraten würde.

http://weblog-sicherheitspolitik.info/

 

Ein Leser aus Franken

Montag, 21-12-09 16:36

@Michael V

Zwei festgefahrene Tanklaster, die keine unmittelbare Bedrohung darstellen, sind kriegswichtige Ziele? Hallo!?

@Paul Pope
Was sollen diese zynischen, menschenverachtenden Aussagen? Bei dem Bombardement wurde nicht lediglich "ein Fahrrad eines Zivilisten beschädigt". Über 140 Menschen wurden getötet, zahlreiche wurden schwer verletzt, trugen bleibende Schäden davon.

Noch einmal in aller Deutlichkeit: die Bundeswehr hat in Afghanistan nichts zu suchen. Das Grundgesetz untersagt die Beteiligung an völkerrechtswidrigen Angriffskriegen. Bei dem Vorfall in Kunduz handelt es sich um vorsätzlichen Mord. Die Verantwortlichen müssen vor Gericht gestellt werden.

 

Paul Pope aus Baden-Württemberg

Montag, 21-12-09 15:15

Wir leben mittlerweile in einer Wohlstandswelt ohne Bezug zum realen Leben. Niemand soll leiden, niemand soll hungern, die ganze Welt muss gerettet werden. Und sobald bei einer Militäroperation irgendwo ein Fahrrad eines Zivilisten beschädigt wird bezahlen wir brav den Schaden. Wir müssen endlich einsehen, dass es tragischerweise in einem Krieg immer mehr oder weniger Unschuldige trifft. Deshalb ist Oberst Klein aber noch kein Kriegsverbrecher, wie es Ihr Beitrag impliziert! Ich empfinde Ihren Beitrag aus der warmen, gemütlichen Stube eher als Anmaßung. Sie diffamieren einen Soldaten, der sich sicher seiner großen Verantwortung bewusst war und ist - und zwar nicht nur gegenüber "Zivilisten" sondern zuvörderst auch gegen seine Soldaten!

 

Michael V aus dem Werratal

Montag, 21-12-09 15:13

@Ein Leser

Da Sie von "Kriegsverbrechen" sprachen, unterstellen Sie hier implizit "Krieg". Im Krieg ist jedoch ein Angriff auf ein kriegswichtiges Ziel unter billigender Inkaufnahme der hierdurch verursachten zivilen Opfer ohne jeden Zweifel legal und KEIN Kriegsverbrechen. Nur der Angriff auf zivile Objekte oder Zivilisten ALS Ziel ist verboten. Entweder handelt es sich um einen völkerrechtswidrigen Vorgang AUßERHALB des Krieges, oder um einen legitimen Angriff INNERHALB des Krieges. "Kriegsverbrechen" ist jedoch ohne jeden Zweifel völliger Blödsinn, wie sehr Sie sich auch ekeln mögen.

 

Paul Pope aus Baden-Württemberg

Montag, 21-12-09 15:10

Lieber Leser aus Franken,
Bombardierung von Zivilisten? In Afghanistan kann man einen Taliban nicht von einem Zivilisten unterscheiden! Erklären Sie mir also wer und wieviele Zivilisten vor Ort waren! Es handelte sich um entwendete Tanklaster. Jeder Zivilist weiß, dass es gefährlich ist, sich dort zu sammeln. Zudem noch Nachts zwischen zwei und drei Uhr. Was Kinder um diese Zeit dort zu suchen haben fragen Sie sich wohl auch nicht wirklich?
Die einfachen Antworten sind nicht immer die richtigen! Künftig führen die Taliban eben bei jeder Aktion ein entführtes Kind mit sich - dann kann man niemals mehr gegen sie vorgehen!? Oder sie schicken einfach eintausend 9-jährige mit Kalaschnikov nach Deutschland. Die besetzen und regieren uns dann!?

 

Ein Leser aus Franken

Montag, 21-12-09 13:43

Die Bombardierung der Zivilisten war ohne jeden Zweifel ein Kriegsverbrechen. Diesen Massenmord als richtig und legitim hinzustellen ist ekelhaft. Recht hat Herr Gläser allerdings mit seiner Forderung, die deutschen Besatzungstruppen unverzüglich aus Afghanistan abzuziehen.

 

Martin K. aus NRW

Montag, 21-12-09 12:57

Sehr gut geschriebener Artikel! Das liegt an guten Argumente - die Grüne/Rote nie haben.

 

Armin Weiblinger aus Westfalen

Montag, 21-12-09 12:10

Für einmal bin ich mit Herrn Gläser voll und ganz einverstanden! Auch das muß gesagt werden!

Fröhliche Weihnachten, Herr Gläser!

 

Bernd Distelrath aus 78224 Singen

Montag, 21-12-09 11:48

Wie wäre es, wenn die Damen und Herren Abgeordneten, die diesen Bundeswehreinsatz zur Verteidigung unsererer Freiheit abgenickt haben die geplante Entschädigung aus eigener Schatulle zahlen würden.

 

Soslan Khan Aliatasi aus Wildon

Montag, 21-12-09 11:43

Herr Gläser: Bitte vor den Vorhang! Das ist der erste relevante Artikel zum Thema Afghanistan, den ich gelesen habe. Weiter so! Die Wahrheit braucht eine Stimme!

Die JF beweist einmal mehr, daß sie nicht zur Systempresse mit amerikanisch-rotgrün-gutmenschlichem Maulkorb und pazifistischem Geheul gehört. Es ist eine der ganz wenigen Zeitungen, in der man Wahrheit finden kann (es gibt zwar noch andere z.B. in Österreich die„Aula”) daher verbreite ich die Nachrichten gerne weiter.

 
 

Anmelden um Kommentare zu schreiben.