Deutschland

Freitag, 03.07.2009

Fragt endlich das Volk!

Von Michael Paulwitz

Leipziger Montagsdemonstration, Januar 1990: Wir sind das Volk! Foto: Wikimedia/Bundesarchiv/F. Gahlbeck

Nach dem historischen Urteil des Bundesverfassungsgerichts kann der Souverän wieder aufatmen: Die Ratifizierung des Vertrags von Lissabon ist gestoppt – vorerst jedenfalls. Das Begleitgesetz muß neu verabschiedet werden, weil es Bundestag und Bundesrat unabdingbare Beteiligungsrechte vorenthält und deshalb verfassungswidrig ist.

Das ist eine schallende Ohrfeige für alle leichtfertigen Euromanen in Bundesregierung, Bundestag und Bundesrat, die den Vertrag bedenkenlos durchgewinkt haben. Der Traum vom Brüsseler Superstaat, in dem der Club der Regierungschefs in geschlossener Gesellschaft nach Belieben schalten und walten kann, ist damit erst einmal geplatzt.

Peter Gauweiler, Franz Ludwig Schenk Graf von Stauffenberg und die anderen Kläger haben vor dem Bundesverfassungsgericht einen Sieg für das Europa der Vaterländer erstritten, der die Rechte aller europäischen Völker stärkt. Solange es kein „europäisches Volk“ gibt, das als Souverän agieren könnte, darf es auch keinen europäischen Bundesstaat geben. Karlsruhe sieht die EU als „völkerrechtlich begründeten Herrschaftsverband“, der „vom Vertragswillen souverän bleibender Staaten getragen wird“.

Karlsruhe stellte ein klares Stoppschild auf

Einem europäischen Bundesstaat dürfte Deutschland nicht ohne einen Akt der „Verfassungsneuschöpfung“ beitreten, in dem der „Verzicht auf die vom Grundgesetz gesicherte souveräne Staatlichkeit“ erklärt würde. Wer einen solchen Akt vollziehen kann, wird nicht explizit gesagt, es liegt aber auf der Hand: Nur der Souverän selbst, das Volk, kann auf seine Souveränität oder Teile davon verzichten. Kein Bundesstaat ohne Volksabstimmung.

Ist die Europäische Union noch Staatenbund oder schon Bundesstaat? Noch entsprächen die internen Entscheidungs- und Ernennungsverfahren denen einer internationalen Organisation, heißt es aus Karlsruhe. Jedoch: „Der Umfang politischer Gestaltungsmacht der Union ist – nicht zuletzt durch den Vertrag von Lissabon – stetig und erheblich gewachsen, so daß inzwischen in einigen Politikbereichen die Europäische Union einem Bundesstaat entsprechend – staatsanalog – ausgestaltet ist.“ Karlsruhe stellt hier ein klares Stoppschild auf: Bis hierher und nicht weiter.

Zwar sind die Verfassungsrichter vor der letzten Konsequenz, den ganzen Vertrag für verfassungswidrig zu erklären, zurückgeschreckt. Die Gefahr haben sie dennoch erkannt, und die Pflöcke, die sie dagegen einrammen, sind markant: Das Grundgesetz untersage „die Übertragung der Kompetenz-Kompetenz“, Hoheitsrechte dürften nicht in einer Art und Weise an eine internationale Organisation wie die EU übertragen werden, daß daraus selbstherrlich weitere Zuständigkeiten abgeleitet werden könnten. >>



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Paul Mannstein aus USA

Dienstag, 07-07-09 17:19

Das Volk fragen? Die Berliner Bonzen haben Angst vorm Volk.

 

Bernd Schmieder aus Ostberlin

Sonntag, 05-07-09 20:34

Ha ha ! Warum sollen die das Volk noch fragen ? Die kennen die Antworten doch ganz genau ! Und ? Sie machen doch, was sie wollen.

 

Michael Schärfke aus Berlin (Preußen)

Samstag, 04-07-09 18:57

Würden die Völker gefragt, würde das den Untergang der Euro-Diktatur bedeuten!

 

Mike Strauch aus Mainz

Freitag, 03-07-09 18:25

Warum steht das Volk nicht auf und ruft "WIR SIND DAS VOLK".
Vielleicht werden unsere Politiker endlich mal wach.

Geht zur Wahl! Demokratie bedeutet Volksherrschaft, also muss sich das Volk äußern. Wer zu Hause bleibt und die Herrschaft anderen überlässt, hat das demokratische Prinzip nicht verstanden. Durch Nichtwählen festigt man das Meinungskartell genauso, als würde man für die etablierten Parteien stimmen.

 

Joachim Greenwood aus USA

Freitag, 03-07-09 18:22

Also herr Paulwitz, ich kann nur befuerchten, das der Lisabonvertrag zum Wahlkampfthema verkommt.
Wie wuerde den so ein Wahlkampf aussehen? Nun man wuerde Kinderrollerbesteuerung diskutieren und ein klares nein zum Krieg auf dem Mars breittreten. Der Lisabonvertrag kaehme doch nur in der Form vor, das sich alle Parteien und MSM mit einem „JA“ zu Europa eussern wuerden. Schauen sie sich doch bitte mal um. Wieviele Europatraeumer es tatsaechlich ohne jedweden Schverstand ueber dieses Europas gibt!
Am Wahlabend wuerden dann doch Politiker aller Parteien sagen:
“ Wie Kinderrollerbesteuerung??? Krieg auf dem Mars?? - auch davon hoerte ich nie?
Aber das Volk hat uns den klaren Auftrag gegeben die Lisabonvertraege zu unterschreiben. So fuzt doch heute BRD demokratie!!
Ich waehre fuer eine klare Volksabstimmung bei der alle politischen Parteien, gerichtlich angewiesen werden die Vertraege offen zu legen und die MSM gerichtlich ihrem Auftrag zur neutralen Brichterstattung verpflichtet werden muessen.
Denn sonst wird von seiten der Politiker und der MSM gelogen was das Zeug haelt.
Eine Entscheidung kann nur der treffen, der auch ueber die wahren Fakten informiert ist. Schade,-so wird es nie kommen, denn dann wuerden die Seifenblasen all der Europatraeumer ueber Nacht platzen und das kann die Politik mal ueberhaupt nicht brauchen.

 

Bernd Schmieder aus Berlin

Freitag, 03-07-09 15:03

Es wird sicher allerhand gemacht werden, nur das Volk wird niemals gefragt werden !Die EU dient der Gewinnmaximierung, da braucht man doch kein Volk ! Wie in der DDR,die Demokratie ist eine gern benutzte Worthülse.
Art 20, Abs 2 GG spricht von "Wahlen und Abstimmungen" - ja wer soll denn wofür abstimmen ?
Das Volk mal für´s Land wäre n guter Weg...

 

Benji Prell aus Reutlingen

Freitag, 03-07-09 11:58

Es wäre wirklich sehr zu wünschen, dass durch das, leider auch nur halbherzige Urteil des Verfassungsgerichtes ein Signal an andere Länder gehen würde, das demokratiedefizitäre, gewaltenteilungslose, rechtsstaatslose, sozialstaatslose Machtkonstrukt mit aller Vehemenz abzulehnen und nicht nur dem Markt, Geld und unendlichen Machtstreben Brüssels eine sechsspurige Autobahn ins Glück zu bauen!

Im Mittelpunkt muss der MENSCH stehen und nicht seine Verwaltungskonstruktionen. Wir leben für die Struktur: Das ist so, als ob Parkhäuser aus Gold wären, und die Autos schlecht gewartete, auf den Zustand verweisend, selbstmörderische Trabbis. Es ist sehr naiv zu glauben, dass gewaltige Macht nicht korrumpieren würde!!!

 
 

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