Freitag, 03.04.2009 Finnland: Rechtspopulist Soini zieht Kandidatur für Libertas zurück
 Der Vorsitzende der „Wahren Finnen“, Timo Soini Foto: Privat
HELSINKI. Nachdem die EU-kritische Partei Libertas diese Woche den Antritt zur Europawahl in Deutschland wegen mangelnden Unterstützungsunterschriften verpaßt hat, steht mittlerweile auch die Kandidatur in Finnland in Frage.
Wie die JUNGE FREIHEIT erfuhr, zog der finnische Parlamentsabgeordnete Timo Soini seine Kandidatur für Libertas zurück. Er werde nun doch für seine eigene Partei Perussuomalaiset („Wahre Finnen”) antreten. „Ich stehe für die ‘Wahren Finnen’ und das Programm meiner Partei“, sagte Soini der JF. „Sollten wir in das EU-Parlament einziehen, könnte ich mir jedoch eine Zusammenarbeit mit Libertas vorstellen.“
„Sowjetunion für Reiche“
Die rechtspopulistischen „Wahren Finnen” und ihr Parteichef Soini haben gute Chancen, daß ihnen der Einzug gelingt, da sie in Finnland nahezu die einzige EU-kritische Partei sind. Der 46 Jahre alte Politiker sieht in der EU eine „Sowjetunion für Reiche“.
Bei der Kommunalwahl im vergangenen Herbst konnte die Partei einen erheblichen Stimmenzuwachs für sich verzeichnen. Soini war zudem der zweiterfolgreichste Einzelkandidat aller Parteien.
Zudem haben die „Wahren Finnen” für die Europawahl ein Bündnis mit der konservativen Kleinpartei Kristillisdemokraatit (Christdemokraten) geschlossen, was ihnen zusätzliche Prozentpunkte einbringen könnte. Libertas war für eine Stellungnahme zu neuesten Entwicklungen in Finnland bislang nicht zu erreichen.
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