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Dienstag, 10.03.2009

Rabehl lehnt Kandidatur für Bundespräsidentenwahl ab

 

Bernd Rabehl Foto: JF

BERLIN. Der Soziologe und Publizist Bernd Rabehl hat es abgelehnt, als Kandidat von NPD und DVU für das Amt des Bundespräsidenten anzutreten. Beide Parteien hätten ihn „vor längerer Zeit“ gebeten, er möge sich von ihnen als unabhängiger Bewerber nominieren lassen, teilte Rabehl der JUNGEN FREIHEIT mit.

„Ich hätte als unabhängiger Kandidat auftreten und gewissermaßen den ‘antiimperialistischen Kampf‘ der Studentenrevolte und der außerparlamentarischen Opposition von 1967/68 in Verbindung bringen sollen zur  ‘Selbstbehauptung des deutschen Volkes‘ heute“, erläuterte der ehemalige Mitstreiter von Rudi Dutschke. Es sei ihm jedoch klargeworden, daß er „in diesem Spiel nicht mehr als eine Marionettenrolle hätte einnehmen dürfen“.

Nach Informationen der JF sollte Rabehls Kandidatur ursprünglich am vergangenen Wochenende auf dem Landesparteitag der sächsischen NPD offiziell verkündet werden. Der emeritierte Professor der Berliner Freien Universität gab zu, daß er eine Zeitlang mit dem Gedanken gespielt habe, das Angebot anzunehmen. Eine mögliche Kandidatur habe er als „symbolischen Akt“ verstanden, um deutlich zu machen, daß der moralische Verfall die Politik erreicht habe, sagte Rabehl der JF.

Mit Rassetheorien in die Bedeutungslosigkeit

Daß sich der 70jährige durch eine Kandidatur ins gesellschaftliche Aus gestellt hätte, habe seine Entscheidung nicht beeinflußt. „Ich bin ein unabhängiger Geist. Ich habe keine Parteilichkeit und denke auch nicht daran, alle in der NPD vertretenen Fraktionen zu repräsentieren.“ So halte er die Rassetheorien des stellvertretenden NPD-Vorsitzenden Jürgen Rieger für völligen Unsinn. Wenn diese weiterhin den Kurs der Partei mitbestimmen würden, werde diese in der Bedeutungslosigkeit verschwinden.

Auch die jüngsten Äußerungen des Schweriner NPD-Fraktionschefs Udo Pastörs, der bei einer Veranstaltung Deutschland als „Judenrepublik“ bezeichnet hatte, kritisierte Rabehl auf Nachfrage der JUNGEN FREIHEIT. Derartige kalkulierte Provokationen, dazu die undurchsichtigen Richtungskämpfe und ein eigenartiges Finanzgebaren dieser Partei hätten den letzten Ausschlag gegeben, das Angebot abzulehnen.

NPD schweigt zu inhaltlichen Differenzen

Der „Sehnsucht nach den Formeln und Parolen der Vergangenheit“ sowie jeglicher „Diktatur-Folklore“ habe er weder bei den Linken noch bei der Rechten etwas abgewinnen können und wolle damit nicht in Verbindung gebracht werden. „Auch wenn ich formal als ‘unabhängiger‘ Kandidat der genannten Parteien angetreten wäre, wäre es naiv zu glauben, diese Unabhängigkeit ließe sich aufrechterhalten“, stellte Rabehl abschließend fest.

Die NPD teilte auf Anfrage der JUNGEN FREIHEIT mit, ihr ursprünglich vorgesehener Kandidat für die Bundespräsidentenwahl habe „aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig abgesagt“. Einen neuen Bewerber wolle man auf dem Bundesparteitag im April der Öffentlichkeit vorstellen. (vo/krk)

 

 



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georg winnecker aus Bad Nauheim

Donnerstag, 12-03-09 17:16

Ein Nebenkriegsschauplatz ist dies Thema,wichtig ist bloß,daß Frau Gesine Schwan nicht Bundespräsidentin wird.Denn noch einen Politiker dem Polen näher als Deutschland steht brauchen wir nicht.Aussenpolitisch können wir uns mit der vorhandenen Garde genug blamieren.Innenpolitisch sind wir bereits links überrepräsentiert.Lieber Köhler im Amt,als Schwan auf dem Dach.

 

Kai Karstens aus Leipzig

Dienstag, 10-03-09 19:43

Wie naiv sind denn die Führungskräfte beider Parteien, wenn sie glauben, solche Personen aus dem ''öffentlichen Leben'' setzen sich mit Kraft für irgendeine Umgestaltung in diesem Staat ein !? Das gilt übrigens ebenso für die Namen anderer Parteien rechts der linken CDU.
Ob man antritt oder nicht weiss man vom Anfang an und macht nicht einen Rückzieher kurz vorm Schluss!

 

Alexander D. aus Ebersberg

Dienstag, 10-03-09 18:28

Bernd Rabehl hat die grundsätzliche Problematik mit der NPD meiner Ansicht nach vollkommen zutreffend auf den Punkt gebracht. Verständlich und richtig, warum er sich nicht für eine Kandidatur zur Verfügung gestellt hat. Seine Unabhängigkeit wäre nicht nur durch NPD/DVU vereinnahmt, sondern durch alle anderen politische Kräfte, die sich gegen diese Parteien eingeschossen haben, vollends zerstört worden. Rabehls „symbolischer Akt“ wäre von diesen zweifellos auf gemeine Art uminterpretiert und gegen ihn verwendet worden. Die Möglichkeit zu einer rechten und nationalen Politik ohne NS-affine Allüren wird in Deutschland seit Jahrzehnten gezielt hintertrieben. Dazu benötigt das Establishment eine Partei wie die NPD.

 
 

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