Sonntag, 22.11.2009

Wochenschau

Montag, 16. November 2009

Das Interview mit Avraham Burg (JF 47/09), genauer: dessen „israelkritische“ Thesen, mögen vielleicht einem Großteil der JF-Leserschaft aus dem Herzen sprechen – mir nicht. Wieder werden jene Stereotype bedient, durch welche die Junge Freiheit ihre Paria-Position perpetuiert. Da nützt es auch nichts, wenn sie mit der Frankfurter Rundschau in einem Atemzug genannt wird, im Gegenteil. Einmal mehr wird dies deutlich in der trefflichen Philippika „Der Professor und sein Prophet“, in der Henryk M. Broder mit Avraham Burg und Micha Brumlik abrechnet

Hier ein Auszug: „Im übrigen ist Israel weit weniger auf den Holocaust ‘fixiert’ als beispielsweise die Bundesrepublik Deutschland, wo beinahe alles, vom Einsatz der Bundeswehr im ehemaligen Jugoslawien bis zu der Käfighaltung von Hühnern, vor dem Hintergrund des Holocaust debattiert wird. Die Israelis dagegen haben genügend aktuelle und substanzielle Probleme, um sich nicht täglich mit dem Völkermord von gestern beschäftigen zu müssen; es reicht ihnen, die Drohungen des iranischen Präsidenten ernst zu nehmen, die im holocaustbegeisterten Deutschland als ‘Übersetzungsfehler’ verharmlost werden. Was man wiederum auf zweierlei Weise erklären kann. Entweder wollen die Deutschen, berauscht vom eigenen ‘Sündenstolz’ (Hermann Lübbe), ihr Copyright mit niemand teilen, oder sie hoffen, daß irgendein Irrer den Job zu Ende bringen wird, den die Nazis unvollendet abbrechen mußten.“

Das „Leben in der Schillerststraße“ geht auch nach dem 250. Geburtstag weiter, denn : Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt. Zu völlig neuen Sichtweisen führt dies in der Kulturzeit (3sat). Dort behaupten Pädagogen, daß konventionelles Kriegsspielzeug – beispielsweise Spielzeugsoldaten – mittlerweile einen positiven Einfluß auf Kinder hätten, da hierdurch ein „höheres Konfliktpotential“ bewältigt werden könne als in den alternativlosen Zielvorgaben der gewaltverherrlichenden Computer-Spiele (z.B. „Ego-Shooter”).

Dienstag, 17. November 2009

Es klingelt. Ich öffne meine Wohnungstür und vor mir stehen zwei Damen: „Wir sind hier gerade mal im Haus unterwegs, weil wir festgestellt haben, die Menschen haben Angst, und da wollten wir ...“. – Ich wollte nicht: Mich Jehovas Zeugen beugen.

Mittwoch, 18. November 2009

Einer britischen Studie zufolge, die von der Fachzeitschrift Behaviour vorgestellt wurde, strahlen Frauen, die nur zu 40 Prozent angezogen sind, den meisten Sex-Appeal aus. Popstar Shakira hingegen trägt auf ihrer aktuellen Tournee gleich ein transparentes Kleid, weshalb ihr Freund sie gefragt haben soll, ob sie sich nicht wenigstens einen Schal umbinden wolle. Seit der Jagd auf Dr. No wissen wir allerdings, das immer weniger mehr ist – dank Ursula Undress(ed).

„Shoa-Down“ in München, wo der letzte NS-Prozeß angesetzt sei, so die Süddeutsche Zeitung. Zur Anklage gegen John Demjanjuk werden mehr Zuschauer erwartet, als Platz vorhanden ist.

Donnerstag, 19. November 2009

Welttoilettentag. Der seit 2001 existierende Tag erinnert daran, daß derzeit 2,5 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sanitären Einrichtungen haben. Was also fehlt? Ein Konjunkturprogramm mit Abk...prämie.

Freitag, 20. November 2009

Wieder wurde ein Wettbetrug im Fußball aufgedeckt, und ein Blick auf die Tatbeteiligten zeigt: Alles nur getürkt!

Sonnabend, 21. November 2009

Grubenunglück in einem chinesischen Kohlebergwerk. Jährlich verlieren in China auf diese Weise 3.000 Beschäftigte ihr Leben. Was haben die bloß mit unserer Entwicklungshilfe gemacht?

Sonntag, 22. November 2009

Eigentlich gehe ich nicht mehr auf die Seite des islamkritischen Blogs Politically Incorrect, weil ich – einmal angefangen – vor lauter Empörung mich gar nicht mehr davon lösen kann. Versehentlich habe ich dort gestern auf das Werbebanner von Darvins Illustrierte, dem „Unterhaltungsmagazin für die schweigende Mehrheit“ geklickt – und komme jetzt auch hiervon nicht mehr los, denn: Pardon wird nicht gegeben.

Bernd Zeller, Karikaturist und ehemaliger Herausgeber des zeitweilig wiederbelebten Satire-Magazins Pardon – der einzigen wirklichen Satirezeitschrift Deutschlands – veröffentlicht hier täglich seine politischen Karikaturen und Kommentare. Den trefflichen Beobachtungen und Zuspitzungen eignet ein Reflexionsniveau, das Dieter Hildebrandt und dessen Adepten vermutlich nicht einmal früher besessen haben.

Brillant bösartig etwa die Abrechnung „Alkohol-Geständnis“ (27.10.2009): „Dieter Hildebrandt hat sich als Alkoholiker bezeichnet. Und man dachte immer, das Textweglassen wäre seine künstlerische Methode.“ Im Mittelpunkt von Zellers Attacken steht derzeit jedoch die Sozialdemokratie – so in der Darstellung (7.10.2009), wo Sigmar Gabriel zu Andrea Nahles spricht: „Wir bewegen uns nach links, und wenn wir dann nicht gewählt werden, liegt es eindeutig an den Wählern“.

Gelungen auch das Motiv heute, ein Wahlplakat mit dem Motto „Wählt SPD – die Partei, die ihre Regierung bereut!“. Neben der Sozialdemokratie wird der Islamismus vorgeführt (18.10.2009): „Auf Demonstrationen forderten britische Moslems: Kill Geert Wilders. So weit sind sie schon in der Demokratie angekommen, daß sie es nicht mehr selbst machen, sondern die Forderung an die Gesellschaft erheben.“ – Bei wem es jetzt nicht klickt, ist selber schuld.



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ALON AMSELLEM aus tel aviv

Montag, 23-11-09 18:29

Etappensieg(nur) für Mr. Ganz oder gar nicht.Broder.

 

Martin Heine aus Hannover

Montag, 23-11-09 09:24

Anregend wie jede Woche, erneut besten Dank!

Allgemein die Kolumne mit allen ihren Beitragenden betreffend war ich anfangs durchaus sehr skeptisch, ob die JF in der Lage sein würde, diese neueingeführte Rubrik auch nur quantitativ auf dem anfänglichen Niveau zu halten, geschweige denn qualitativ. Umso angenehmer also bin ich überrascht - handelt es sich m.E. doch um einen Glanzpunkt des Online-Auftritts.

 

Galileo Galilei aus Padua

Montag, 23-11-09 07:02

..""Wieder werden jene Stereotype bedient, durch welche die Junge Freiheit ihre Paria-Position perpetuiert.""..
Vielleicht ist es ja einfach nur die Wahrheit?
Alle dachten, die Erde sei eine Scheibe, nur so ein paar Irre bedienten die Stereotype.......
Ich zweifle, also denke ich, also bin ich!

 
 

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