Sonntag, 20.12.2009

Wochenschau

Montag, 14. Dezember 2009

Jetzt auch noch Mario Barth mit dem Spruch „Ich steh auf Spree!“ - wird Zeit, daß die ganzen Blödmänner, die sich für den Werbespruch des Radiosenders hergeben (darunter verantwortliche Politiker, unter anderem der Regierende Bürgermeister) endlich nasse Füße holen. Das könnte ein Anfang sein, um den Sumpf solcher Sender zu durchleuchten, wo entgegen der Rechtslage die Trennung von redaktioneller Moderation und Werbung vollständig aufgehoben scheint.

„Salzgitter II“: Claudia Roth fordert den Rücktritt Thilo Sarrazins als Bundesbank-Vorstand, weil dieser ein Kopftuch-Verbot im Schulunterricht gefordert hatte („Ich würde Kopftücher im Unterricht untersagen, sie sind kein religiöses, sondern ein politisches Symbol“, so die inkriminierte Äußerung des vormaligen Berliner Finanzsenators).

Dienstag, 15. Dezember 2009

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) erklärt in der Freundin, er sei ein Männerversteher. Eben hier liegt das Problem: Er müßte verstehen, warum seine Schließung des Zentralflughafens Tempelhof ein Verbrechen an Geschichte und Zukunft dieser Stadt ist.

„Salzgitter II“: Seit 2009 hat die Berliner Polizei mehr als 60 Beschädigungen an sogenannten „Luxuslofts“ registriert. Wegen der sprunghaft gestiegenen Zahl linksautonomer Brandanschläge hat nun der Sozialdemokrat Thomas Kleineidamm, Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses, vollkommen die Orientierung verloren. Während er eine Woche zuvor - in der Debatte des Innenausschusses - noch erklärt hatte, Teile der linken Szene, etwa im Bekennerschreiben „Koukoulofori“, erinnerten ihn an den Ku-Klux-Klan, fordert er jetzt „eine politische Diskussion um diese Bauvorhaben“. Das hat dieselbe Logik, als wenn Bürgerrechtler in den Vereinigten Staaten, die, um sich des Ku-Klux-Klan zu erwehren,  erklärten, man müsse über die Problematik der schwarzen Rasse diskutieren.

Mittwoch, 16. Dezember 2009

„Sichtbares Weichen“: Der polnische Historiker Tomasz Szarota hat den Wissenschaftlichen Beraterkreis der Bundesstiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung unmittelbar nach dessen Konstituierung verlassen. Im Gegenzug wird der polnische Außenminister Radoslaw Sikorski wenig später von Deutschland fordern, daß es den hier lebenden Deutsch-Polen den Minderheiten-Status zuerkennt.

Donnerstag, 17. Dezember 2009

Für eine Recherche zum Thema Attenat habe ich mit einem Anwalt der Sauerland-Zelle telefoniert. Dieser erklärt mir, daß es sich nicht um eine „Zelle“, sondern um eine „Gruppe“ gehandelt habe, denn so gefährlich seien sie nicht gewesen – allerdings, so sein Mandant, auch nicht so harmlos, wie Jürgen Elsässer es in seinem „Terrorziel Europa“ darstellt.

Freitag, 18. Dezember 2009

DIW-Chef Klaus Zimmermann droht der Verlust seines Amtes. Der Rechnungshof des Landes Berlin wirft ihm vor, Mittel in Höhe von insgesamt sieben Millionen Euro nicht ordnungsgemäß verwendet zu haben. Passend zu dieser offenbaren Fehlbarkeit veröffentlichen sämtliche Medien ein Bild vom April dieses Jahres, als der DIW-Präsident im Bundespresseamt in gieriger Geste einen überdimensionierten Globus zu umfassen suchte – „Der große Diktator“ von Charlie Chaplin ließ schon damals grüßen.

Sonnabend, 19. Dezember 2009

Keine Pro7-Produktion, dennoch heißt es: „Zerschlag den Saab!“ - General Motors wickelt die schwedische Traditionsmarke ab. China kauft die Rechte an Motor- und Getriebetechnik.

Sonntag, 20. Dezember 2009

„Berliner Sorgenpost“: Seit Dienstag dieser Woche sind die Online-Beiträge von Berliner Morgenpost und Hamburger Abenblatt, die einen regionalen Bezug besitzen, kostenpflichtig. Springer-Chef Mathias Döpfner erklärt diese Regelung zum längst überfälligen Schritt, um das Ende des Web-Kommunismus herbeizuführen.

Allerdings erwächst daraus die Frage nach dem „Login“ - und eine kommende Losung: „Entschlüsselt Springer!“.

 



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