Ausland

Donnerstag, 29.10.2009

Westinstitut fordert mehr Rechte für Polen in Deutschland

 

Das Westinstitut in Posen (Polen) Foto: Wikipedia/Radomil

BERLIN. Der Direktor des polnischen Westinstituts, Andrzej Sakson, hat eine Zusatzdeklaration zum Nachbarschaftsvertrag mit Deutschland gefordert, um angeblich bestehende Asymmetrien zwischen beiden Ländern abzubauen. „Es nähert sich sein 20jähriges Jubiläum, und es wäre gut, über eine Durchsicht nachzudenken“, sagte Sakson der polnischen Tageszeitung Rzeczpospolita (Rz).

Gegenstand des Vorstoßes, der auch von polnischen Politikern unterstützt wird, ist die aus polnischer Sicht nach wie vor bestehende Ungleichbehandlung der in Deutschland lebenden deutschen Staatsbürger polnischer ethnischer Herkunft im Verhältnis zur deutschen Minderheit in den ehemaligen Ostprovinzen des Deutschen Reiches. Seit Jahren gibt es immer wieder Versuche, unter Verweis auf die vergleichsweise befriedigende Rechtsstellung der deutschen Heimatverbliebenen und ihrer Nachkommen für Polnischstämmige in Deutschland den Minderheitenstatus zu erwirken.

Informelle Beratungen über einen interpretierenden Zusatz zum „Vertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Polen über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit vom 17. Juni 1991“ sollen nach Informationen der Rz im Februar kommenden Jahres beginnen: auf einer wissenschaftlichen Konferenz am Westinstitut in Posen aus Anlaß des 70. Jahrestages der „Verordnung über die Organisationen der polnischen Volksgruppe im Deutschen Reich vom 27. Februar 1940“ des Ministerrats für die Reichsverteidigung, welche die Auflösung aller polnischen Vereinigungen und die Einziehung ihres Vermögens zur Folge hatte.

„Riesengroßes Mißverhältnis”

Bereits Ende August hatten polnische Organisationen in Deutschland die Anerkennung als polnische Minderheit sowie die Aufhebung der Verordnung gefordert.

„Die Bundesregierung gibt für die Unterstützung polnischer Sprache und polnischer Kultur höchstens einige hunderttausend Euro, wohingegen die Ausgaben Polens für das deutsche Schulwesen etwa 38 Millionen Złoty jährlich betragen“, monierte West-Institutschef Sakson. Die „Disproportionen“ seien „riesengroß“.

Die stellvertretende Vorsitzende der Sejm-Kommission für die Verbindung mit den Auslandspolen, Joanna Fabisiak von der Regierungspartei Platforma Obywatelska (PO), schlug in die gleiche Kerbe: „Wir haben es mit einer jahrelangen Nichtbeachtung von seiten vieler Regierungen zu tun, denn nur so läßt sich das bestehende Mißverhältnis zwischen unseren Ländern erklären.“

Sich anzusehen, wie zwischenstaatliche Verträge umgesetzt werden, sei nur zu berechtigt, und das polnische „Außenministerium führt solche Analysen durch“, versicherte die Sejm-Abgeordnete gegenüber der Rz.

„Verzicht auf Entschädigungsansprüche”

Auch vom ehemaligen Vize-Chef des Außenamtes, Karol Karski von der sozialkonservativen PiS-Vorgängerregierung, kam Unterstützung: „Ein guter Vorschlag.“ Seit den neunziger Jahren sei der Schutz der Minderheitenrechte weit ins Hintertreffen geraten. „Man kann also eine Deklaration herausgeben, die die Vorschriften des Vertrages interpretiert“, sagte Karski. Die Wiener Konvention lasse das zu.

„Zielführend“ wäre es nach Direktor Andrzej Sakson auch, darüber nachzudenken, „ob in einer künftigen Deklaration zum Vertrag von 1991“ nicht ein Zusatz „über gegenseitigen Verzicht auf alle Entschädigungs- und Besitzansprüche“ aufgenommen werden sollte. (ru)

> Das Westinstitut: „Die Heimstatt des nationalpolnischen Chauvinismus“ 




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antonius golly aus Kedzierzyn - Polen

Freitag, 30-10-09 15:27

Eigentlich bin ich durch Zufall bei Junge Freiheit gelandet - ich bin so mehr "Alte Sklaverei". Das Problem der nicht existierenden polnischen Minderheit beschaeftigt auch andere polnische Medien und ich wollte die Meinung der Deutschen kennen lernen, das habe ich jezt zu Genuege getan. Nicht mit allem bin ich einverstanden, manches leuchtet mir ein. Das"schlimme" Los der polnischen Imigranten interessiert mich eigentlich nicht besonders, ich moechte nur wissen, wann die Polen nach Westfalen kamen?

 

Bernd Sydow aus Berlin

Freitag, 30-10-09 11:11

Sorben und Dänen sind amtliche Minderheiten, weil sie seit Jahrhunderten auf deutschem Boden leben. Hingegen sind die Polen, besonders im Zuge der Industrialisierung im 19.Jahrhundert, nach Deutschland eingewandert (und haben sich überwiegend assimiliert). Sie können aus diesem Grund keinen Minderheitenstatus für sich beanspruchen.

Der Vergleich mit der deutschen Minderheit in Polen ist unzulässig. Diese lebt im Prinzip noch immer in ihrer angestammten, urdeutschen Heimat; bis 1946 waren Polen dort Fremde.

Die Taktik des Westinstituts in Posen (bis 1919 urdeutsches Land) ist durchschaubar: Eine amtliche polnische Minderheit hierzulande als Druckmittel für die Zementierung des Vertreibungsunrechts an den Ostdeutschen.

 

Marie Podlech aus Erlangen

Freitag, 30-10-09 10:38

Nach polnischer Logik sind auch die in den deutschen Ostgebieten verbliebenen Deutschen und ihre Nachkommen Einwanderer, die in Ostdeutschland quasi widerrechtlich gelebt haben. Wie sonst sind die ganzen Erlasse über die "wiedergewonnenen Gebiete" zu verstehen? Nachlesen kann man sie in der Dokumentation "Die Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus den Gebieten östlich der Oder-Neiße", herausgegeben vom ehemaligen Bundesministerium für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte.
Die jetzigen Forderungen kann man nur noch als Chuzpe bezeichnen.

 

dito, rechtsvorlinks aus Hamburg

Donnerstag, 29-10-09 18:56

JF Red.,- mas espacio por favor,- eure Technik hat meinen Link zerquetscht, hier:

http://www.youtube.com/watch?v=kcXjcrPgaX4&feature=related

 

Claus Z. aus Leipzig

Donnerstag, 29-10-09 18:40

Tja, ich sage mal wenn das so weiter geht wird wohl Leipzig bald Lipsk heißen und dann sollen wir sicher noch die Namensänderung im Ausweis selbst bezahlen ... und wenn unsere "Fette Henne" weiter so ausgezehrt wird ... kann man getrost auch den Polenadler gleich mit übernehmen weils dann ohnehin nicht mehr auffiele, wäre dann nur noch der Rote Stern drüber zu machen ... aber das schaffen "die" und "unsere" dann auch noch, bitte nicht ganz Ernst nehmen, ... aber man darf doch mal drüber nach/denken.

 

Carsten Schulz aus Mannheim

Donnerstag, 29-10-09 17:52

Die Polen in Deutschland sind Einwanderer, die Deutschen in Polen sind hingegen Ureinwohner, die erst durch eine brutale ethnische 'Säuberung' nach dem Krieg durch die Polen zur nationalen Minderheit gemacht worden sind. Eigentlich sind auch die Polen, die jetzt in den ehemaligen deutschen Ostgebieten wohnen, Einwanderer, wobei diese Art von 'Einwanderung' erst durch völkerrechtswidrige Vertreibung der Deutschen möglich war.

Diese schlichten Wahrheiten muss man immer wieder deutlich sagen. Solange, bis endlich klar ist, dass auch die schlimmsten Verbrechen der Nazis die nachfolgende Vertreibung der Deutschen nicht rechtfertigen.

 

O. Ditges aus NRW

Donnerstag, 29-10-09 17:07

Es ist doch längst an der Zeit, daß der deutsche Staat Entschädigungszahlungen als Ausgleich für den schlechten Zustand der entwendeten Gebiete an Polen leistet. Auch nicht zu vergessen sei die seelische Grausamkeit den Nachkommen gegenüber, die permanent der Gefahr ausgesetzt sind mit Unrecht und Grausamkeiten ungeheuren Ausmaßes konfrontiert zu werden. Auch da muß großzügig etwas geschehen.

 

dito, rechtsvorlinks aus Hamburg

Donnerstag, 29-10-09 17:00

Einige hier verstehen nicht ganz.
Sonst versucht es mal damit, Euch in einen Hausbesetzer zu versetzen, welcher beim Grundbuchamt die Eintragung desselben einfordert.
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http://www.youtube.com/watch?v=kcXjc[..] ominöse "Westinstitut" rechnet Folgekosten auf, einerseits freiwillig in de. lebender Polen, gegen die andererseits seit 800 Jahre in den preußischen Provinzen lebenden Restdeutschen.
Die polnisch politische Nomenklatura ist genau so verschlagen wie "unsere Moslems"
Macht euch nichts draus, Chauvinisten können nicht anders, das Verhalten ist zwanghaft.
Wir erinnern uns an die 2+4+Polen Gespräche.
http://plebiszit.blogspot.com/

 

Marie Podlech aus Erlangen

Donnerstag, 29-10-09 16:42

Ich wußte gar nicht, daß zu Deutschland Gebiete gehören, die früher polnisch waren und in denen heute eine dort verbliebene polnische Minderheit lebt.

 

Willi Wunder aus Dresden

Donnerstag, 29-10-09 14:57

„über gegenseitigen Verzicht auf alle Entschädigungs- und Besitzansprüche“

"Gegenseitig" is gut :-)

Und was wollen deutsche Staatsbürger mit einem Minderheitenstatus? Waren die jahrelangen verbissenen Bemühungen der Massenmedien, uns einzutrichtern, dass Leute mit BRD-Staatsbürgerschaft Deutsche und nur Deutsche sind, etwa für die Katz?

 

Bernd Schmieder aus Berlin

Donnerstag, 29-10-09 14:56

Man fordert irgendwie seit 1918 hab ich den Eindruck. Ich finde das sehr unfreundlich. Sie haben doch schon alle Rechte in Polen und in den deutschen Ostgebieten, die ihnen die Siegermöchte, Honecker und Schröder überlassen haben - was denn nun noch ?

 

Ulrich Motte aus München

Donnerstag, 29-10-09 14:07

In Deutschland gibt es recht viele, staatlich mitfinanzierte Privatschulen für recht viele Sprachgrupppen Eingewanderter, sich vorübergehend in Deutschland Aufhaltender und deutsche Kinder, die frendsprachige Schulen besuchen.
In Berlin gibt es seit Jahrhunderten ein staatliches, französischsprachiges Gymnasium.
Insofern ist die Kritik des polnischen Westinstitutes für mich nicht ganz nachvollziehbar.

 

Klaus Reichel aus Forchheim

Donnerstag, 29-10-09 13:54

Schon wieder eine dieser "Forderungen", und es steht zu befürchten, daß auch die neue Regierung demütig zu Kreuze kriecht.

2001 schrieb H.Jerischioro, 1.Vorsitzender des Zentralrates der vertriebenen Deutschen: "Am Anfang von Verständigung und Versöhnung muß das Ende von Unrecht und Lüge stehen."

Da hat Polen noch ein gewaltiges Stück Weg zu gehen, aber anders als kontraproduktive, ungerechtfertigte Forderungen zu stellen.

 

Kevin-Silvio Nowitzky aus koeln

Donnerstag, 29-10-09 13:27

Warum auch nicht absurde Forderungen in der BRD stellen? Die Chance auf Anerkennung haben die allemal!

 
 

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