Deutschland

Donnerstag, 04.02.2010

Peter Scholl-Latour kritisiert Taliban-Aussteigerprogramm

 

Peter Scholl-Latour Foto: JF

BERLIN. Der Afghanistan-Experte Peter Scholl-Latour hat die Pläne für ein Taliban-Aussteigerprogramm als unsinnig zurückgewiesen. Der Westen offenbare damit, daß er am Hindukusch nach wie vor an der Realität vorbeischaue.

„Aussteigerprogramme gehen an der Mentalität der Afghanen vorbei. Gern nehmen sie das Geld. Verpflichtet fühlen sie sich dadurch nicht“, schreibt Scholl-Latour in einem Beitrag für die JUNGE FREIHEIT.

Wenn überhaupt, müsse versucht werden, die „harten Kämpfer“ zu sich herüberzuziehen – und nicht irgendwelche gemäßigten Taliban. Eine Beruhigung der Situation oder gar einen Waffenstillstand könne es nur geben, wenn man mit den wirklichen Führern des Widerstandes verhandle.

„Einberufung einer Loya Jirga ist sinnvoller“

Diese seien zwar oft unerbittlich, dafür aber zuverlässige Verhandlungspartner – „jedenfalls verläßlicher als jene ‘Gemäßigten’, die man nun kaufen will, aber letztendlich nur mieten würde“, so Scholl-Latour.

Der Journalist und Kriegsberichterstatter riet den Vereinigten Staaten und ihren Verbündeten zudem, in Afghanistan nicht länger auf Präsident Hamid Karsai zu setzen, sondern statt dessen auf die Traditionen des Landes zurückzugreifen.

„Die Einberufung einer Loya Jirga, einer Versammlung der Stammesführer und der wichtigsten Warlords, wäre weit sinnvoller als das Pseudoparlament, das immer noch unter der Ägide Karsais als Staatschef fungiert. Dieser Freund des Westens verfügt bei seinen Landsleuten über keinen Kredit und hat nach der letzten getürkten Wahl an Legitimität verloren“, kritisierte Scholl-Latour. (krk)


> Der vollständige Beitrag Peter Scholl-Latours ist in der aktuellen Ausgabe der  JUNGEN FREIHEIT erschienen.
 



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Private Penguin aus Potsdam

Montag, 08-02-10 12:00

Auch Probleme bezüglich Auftrag und Rechtssicherheit müssen gelöst werden.

 

Dietrich Mainz aus Düsseldorf

Sonntag, 07-02-10 21:10


Es ist schon ein schreckliches Dilemma, dass keiner auf einen so erfahrenen Asienkenner wie Peter Scholl-Latour, hören will!
Er kennt die Mentalität der Afghanen und nur so, wie er es schon seit Jahren vorhersagt, wird es dort gehandhabt.
Das Clanwesen in diesem Land ist uralt und nicht mit Amerikas und Europas Freiheits- und Gleichheitsgedanken zu vergleichen.
Laßt die Menschen sich selber regieren!
Die Kriegsteilnehmer werden nichts erreichen, so wie die Russen schon nicht!
Die Taliban sind nur unsichere Kandidaten und nur am Geld interessiert, welches sie dann für weitere Terroranschläge nutzen!

 

Willi Wurst aus Hamburg

Sonntag, 07-02-10 19:09

der us Politiker Joe Liberman droht dem Iran mit Krieg.

Das totale Versgagen der brd - Eliten in Fragen der Landesverteidigung muss von der JF erörtert werden .

 

Kaiser Wilhelm aus Kaiser Wilhelm-Land

Freitag, 05-02-10 06:55

In Afghanistan gibt es nichts zu gewinnen, sondern nur alles zu verlieren. „Unsere“ Politiker betrachten das Geschehen in Afghanistan bedauerlicherweise vom Horizont des Buttereinkäufers.
Bereits in den 1950-er Jahren hat ein kluger Kopf über den Umgang der Völker miteinander resümiert: „Wir begehen denselben Fehler, wenn wir alles, was sich in Rußland oder China (oder anderswo) zuträgt, nach den Regeln einschätzen, die der westlichen Welt eigen sind, und Russen wie Chinesen machen es ebenso. Hier wie dort wurde eine Ordnung ersonnen, deren Praxis einen Menschentyp hervorgebracht hat, dessen Vorstellungen vom sozialen Leben und vom Verhalten des Einzelnen voneinander abweichen, wenn nicht sich entgegengesetzt sind.“ Erklärt Vieles.

 

C. Henrich aus Berlin

Donnerstag, 04-02-10 19:33

Wie kommt es, daß man als Leser schon exakt die gleichen Gedanken hatte, die handelnden Politiker dagegen nicht? Auch die Bewertung, Geld nähmen gern ohne sich verpflichtet zu fühlen verblüfft eigentlich niemanden mehr so recht.

 

ALTIORA PETO aus Frankfurt/Main

Donnerstag, 04-02-10 19:20

Die Menschen sollten viel mehr auf Peter Scholl-Latour hoeren...Gott sei Dank ist er ja oft in den Medien praesent!

Hat PSL eigentlich eine ePost Adresse? Man sollte ihn wissen lassen wie viele Leute ihn unterstuetzen und seine Meinung teilen...obwohl, er wird das wissen...und zudem wuerde sein Postfach innerhalb kuerzester Zeit explodieren;-)

 

Stefan Weber aus Göppingen

Donnerstag, 04-02-10 19:12

Wir brauchen weder eine Loya Jirga noch Aussteigerprogramme für Taliban, sondern einen sofortigen und vollständigen Abzug unserer Soldaten und Polizisten. Dieser Krieg ist nicht unser Krieg, darüber hinaus geht er uns nichts an. Wenn der Ami meint, weiter Steuermillionen und Gefallene beerdigen zu müssen - meinetwegen. Das alleine ist aber für uns Deutsche kein Grund, dasselbe tun zu müssen. Spätestens beim kommenden Abenteuer Iran stehen die Amis hoffentlich alleine da.

 

Otto Ohnesorge aus Berlin

Donnerstag, 04-02-10 19:09

Mich wurdert schon lange nicht mehr, was unsere drittklassigen Interessenvertreter so fabrizieren.
Ohne Kenntnis. Hilflos. Amerika- und israelhörig. In ihrer Orientierungslosigkeit auf Aktionismus setzend. So nach dem Motto: Irgendetwas muß ich ja tun. Tatenlosigkeit kommt nicht gut an für meine Karriere.

Solch wirklichen Experten der Materie und Kenner der dort lebenden Völker, wie Peter Scholl-Latour, nehmen solche Eintänzer wie Westerwelle nicht an.

Das wäre ja noch schöner. Lieber setzt der ein paar Milliönchen in den afghanischen Sand.
Und der dämliche Michel vergißt sowieso bereits am nächsten Tag, was er gestern gehört hat.

Wenn er überhaupt zuhört.

 

P. Riege aus Bremen

Donnerstag, 04-02-10 15:47

Es verwundert mich jedes Mal aufs Neue, wie blauäugig westliche Politiker, in diesem Fall sogar unser Außenminister, politische Forderungen an fremde Länder stellen.
Sicher gibt es genug Experten und Kenner der z.B. in Afghanistan herrschenden Kultur, die auch Herrn Westerwelle informieren, oder?
Aber unter Missachtung sämtlicher Unterschiede werden auf unsere westlichen Verhältnisse zugeschnittene Forderungen dort geäußert und dann herrscht Verwunderung, dass es dort nicht "funktioniert".

Den Römern ein Römer, den Griechen ein Grieche, diese alte Weisheit gilt noch immer!

 

Alfred Tetzlaff aus Saarbrücken

Donnerstag, 04-02-10 14:55

Wie recht er doch hat! Und wie gut stünde es unserem Staat an, ebenfalls auf "Traditionen zurückzugreifen"!

 
 

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