Deutschland

Montag, 08.02.2010

Millionär sucht Partei

Von Felix Krautkrämer

Patrik Brinkmann 2008 im Schweriner Landtag Foto: JF

Für Pro-NRW-Chef Markus Beisicht ist der jüngste prominente Parteibeitritt nur die logische Konsequenz des Aufwärtstrends der vergangenen Monate. Pro NRW sei mittlerweile im Westen zum „Marktführer“ rechts der Mitte aufgestiegen. „Patrick Brinkmann hat das große politische Potential unserer Bürgerbewegung erkannt, so wie das FPÖ, Vlaams Belang und andere schon vor einigen Jahren getan haben“, sagte Beisicht der JUNGEN FREIHEIT.

Seine Begeisterung ist verständlich. Der Beitritt des schwedischen Unternehmers, der durch Immobiliengeschäfte und Mineralienabbau zu einem Vermögen gekommen sein soll, hat der Pro-Bewegung erhebliche mediale Aufmerksamkeit beschert. 

„Schwede will Rechtspopulisten Millionen spenden“, titelte etwa Spiegel online anläßlich Brinkmanns Ankündigungen, Pro NRW im Wahlkampf für den Urnengang in Nordrhein-Westfalen am 9. Mai finanziell zu unterstützen und der Partei beim Aufbau eines Zentrums gegen Islamismus behilflich zu sein.

Für zusätzlichen Wirbel sorgten Brinkmanns Äußerungen, er wolle den Vorsitz des sich noch im Aufbau befindlichen Landesverbandes Pro Berlin übernehmen und als Spitzenkandidat bei den Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus im nächsten Jahr antreten. Prompt sah sich Innenstaatssekretär Ulrich Freise (SPD) in der Berliner Zeitung genötigt, vor einer „besorgniserregenden Entwicklung“  zu warnen. 

Pro NRW ist nicht die erste politische Station Brinkmanns

Dabei könnte es gute Gründe geben, auf Brinkmanns Ankündigungen gelassen zu reagieren. Schließlich ist Pro NRW nicht die erste Partei, für die sich der 1966 im schwedischen Motala geborene Unternehmer interessiert.  2008 geriet Brinkmann als Vorsitzender der von ihm gegründeten „Kontinent Europa Stiftung“ in die Schlagzeilen, als diese in Schwerin unter der Schirmherrschaft des NPD-Fraktionsvorsitzenden von Mecklenburg-Vorpommern, Udo Pastörs, eine Tagung abhielt. Zuvor war bekanntgeworden, daß Brinkmann eine Villa im Berliner Stadtteil Zehlendorf gekauft hatte, in der er auch führende NPD-Mitglieder empfing. 

Offenbar erhoffte sich die NPD damals finanzielle Unterstützung von dem schwedischen Unternehmer. Doch aus der erwartenden Finanzspritze wurde nichts. Zwar erhielt die NPD nach Informationen der JF ein Darlehen in Höhe von 200.000 Euro, die von Brinkmann zugesagten Wahlkampfunterstützungen blieben jedoch offenbar aus.

Vor allem auf eine angekündigte Spende über 60.000 Euro für den Wahlkampf in Niedersachsen wartete die Partei vergeblich. Und das, obwohl der damalige Spitzenkandidat der niedersächsischen NPD, Andreas Molau, zugleich Vorstandsmitglied in Brinkmanns Kontinent Europa Stiftung war. Lediglich zur Landtagswahl in Hessen im Januar 2009 gewährte Brinkmann nochmals ein Darlehen in Höhe von 30.000 Euro. Dann endete sein Engagement bei der NPD. 

Statt dessen wandte sich Brinkmann der DVU zu. Nachdem Molau im Streit um die Parteiführung die NPD entnervt verlassen hatte und als Pressesprecher bei der DVU anheuerte, trat auch Brinkmann der Partei bei. Auch hier stellte er Gelder in Aussicht, so zum Beispiel für die brandenburgische Landtagswahl. >>



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Meyer Sebastian aus Ratingen bei Düsseldorf

Mittwoch, 10-02-10 02:09

Meine Frau und ich werden bei den Landtagswahlen die Republikaner wählen, da uns die NPD zu rechts ist und wir mit der bisherigen Arbeit der örtlichen REP-Vertreter sehr zufrieden sind. PRO ist sowieso indiskutabel und bedarf kaum einer Erwähnung, denn wer verschwendet seine Stimme denn an diesen Miniverein, der nur die Reps schlecht kopiert?!

 

Horst Boßbig aus Mühlheim

Dienstag, 09-02-10 00:07

NPD? DVU? Na, ich weiß ja nicht, ob das so gut ist...

 

Frank Herrmann aus Berlin

Montag, 08-02-10 19:18

Berlin braucht dringend eine "rechte" Partei, wie Pro.

Das Herr Brinkmann sich umgeschaut und geprüft hat, ist doch wohl sein gutes Recht.
Ein bißchen wohlwollende Berichterstattung wäre hier angezeigt.

Wenn sich echte negative Fakten ergeben sollten, dann können diese auch benannt werden, aber man sollte dabei auch bedenken, wer unser Land in Wirklichkeit kaputt macht.

Man kann natürlich auch sagen: Berlin (und Deutschland) ist eh nicht mehr zu retten, also brauchen wir auch keine andere Politik mehr.

 

Holger Forst aus Köln

Montag, 08-02-10 17:22

Wer in NRW wohnt, der weiß, wie aktiv Pro NRW und Pro Köln im Vergleich zu anderen Grüppchen sind, die entweder politisch irrelevant, lethargisch oder abseitig sind. Das verbale Einprügeln auf Brinkmann scheint Konjunktur zu haben, doch warten wir erst einmal ab und schauen, was für ein Wahlkampf in den nächsten Wochen stattfinden wird.

 

Lion Edler aus Mahlow

Montag, 08-02-10 17:15

An Marco R., Kommentar von Montag, 08-02-10 15:27:

Ich sehe das nicht als Bashing, finde es sehr richtig, den Rechtsparteien kritisch gegenüberzustehen und nicht alles von denen zu loben, nur weil sie polit. inkorrekt sind. Dieser unkritische Blick gegenüber diesen Parteien, wie er oft innerhalb der Rechten auftritt,ist auch kontraproduktiv und verhindert, dass diese Parteien sich verbessern, was ja auch in unserem Interesse sein sollte. Und es ist nunmal kritikwürdig, dass die Pro-Partei immer wieder achselzuckend über manche Dinge hinwegsieht, wenn sie ihr Personal - und zudem auch noch ihr Führungspersonal - aussucht. Gibt es denn wirklich keine Anderen? Wenn ja, sieht es ohnehin düster aus, dann ändern solche Artikel auch nichts mehr.

 

Torben Meyerhofer aus Ratingen

Montag, 08-02-10 16:16

Als "führend" kann man PRO höchsten im Bereich der völlig überdrehten Pressemitteilungen bezeichnen, aber mehr auch nicht.

 

Marco R. aus F.

Montag, 08-02-10 15:27

Liebe JFler, lieber Felix Krautkrämer,

was soll dieses Brinkmann- und somit auch Pro-NRW-Bashing?

 
 

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