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Dienstag, 10.02.2009

Karlsruhe verhandelt über EU-Reformvertrag

 

Richterroben am Bundesverfassungsgericht: Entscheidung über die Zukunft der EU Foto: Wikipedia/Evilboy

KARLSRUHE. Vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe wird heute und morgen über die Verfassungsbeschwerden gegen den EU-Reformvertrag verhandelt.

Beschwerdeführer sind unter anderem der CSU-Bundestagsabgeordnete Peter Gauweiler, die Linksfraktion im Bundestag, der Münchner Physiker und Vorsitzende der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP), Klaus Buchner, sowie der ehemalige Bundestags- und Europaabgeordnete, der CSU-Politiker Franz Ludwig Schenk Graf von Stauffenberg.

Urteil wird erst im Frühsommer erwartet

Bundestag und Bundesrat hatten dem sogenannten „Vertrag von Lissabon“ im vergangenen Jahr zugestimmt. Die Annahme des Vertrages und die damit verbundene Änderung des Grundgesetzes ist jedoch noch nicht rechtskräftig, da Bundespräsident Horst Köhler mit der Ratifizierung bis zum Urteil des Verfassungsgerichtes warten will.

Gauweiler befürchtet, daß durch den EU-Reformvertrag das Demokratiedefizit in Deutschland noch verstärkt werde. Zahlreiche nationale Hoheitsrechte würden an die EU abgegeben. Zudem bestehe die Gefahr einer Entmachtung des Bundestages.

Wenn die Bundesregierung hier ein Gesetz nicht durchbringen könnte, hätte sie durch den Vertrag die Möglichkeit, dieses über Brüssel doch noch durchzusetzen. Befürworter des Vertrags von Lissabon sind dagegen der Meinung, der Vertrag stärke die demokratischen Elemente in der EU. Eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes wird für Mai oder Juni erwartet.
 



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Karl Franz aus SH

Dienstag, 10-02-09 14:16

@Kai Karstens
Das Gegenteil könnte der Fall sein. Das Bundewsverfassungsgericht würde sich selber beschneiden. Lesen Sie den Ausschnitt aus einem Tagesschauartikel von Heute:
"Die Materie ist nicht nur höchst komplex, die Verfassungsrichter sind bei ihrer Entscheidung auch noch in einer höchst undankbaren Situation. Denn durch den Lissaboner-Vertrag würde auch das Bundesverfassungsgericht beschnitten. Für Fragen bezüglich der EU wäre dann der Europäische Gerichtshof zuständig. Daher spekulieren Beobachter bereits, die Verfassungsrichter würden keine Entscheidung fällen, sondern ein Referendum einfordern. "Womöglich entscheidet das Gericht diesmal, dass nun die Zeit dafür da ist, das Volk entscheiden zu lassen", kommentiert Heribert Prantl"

 

M. H. aus Bochum

Dienstag, 10-02-09 13:51

Sollte laut Art. 146 GG nicht sowieso mal langsam Zeit für eine eigene Verfassung werden?

Ein Grundgesetz ist ja nichts anderes als ein Gesetz zur Erhaltung der Ordnung in einem militärisch besetzten Gebiet.

 

Kai Karstens aus Leipzig

Dienstag, 10-02-09 13:41

Ausgang ungewiss? Mit nichten! Irgendeine Möglichkeit und Lücke, gegen den Willen des Volkes zu entscheiden wird man mit Sicherheit finden. Die Elite will den EU-Vertrag, also wird sie ihn durchsetzen! Zur Not wird das lästige Grundgesetz geändert.

 
 

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