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Mittwoch, 18.06.2008

NPD-Schulungszentrum: Hotel in Delmenhorst soll abgerissen werden

Von Felix Krautkrämer

Delmenhorster Rathaus: Die Entscheidung, das marode Hotel zu kaufen, kommt die Stadt teuer zu stehen. Foto: Pixelio/dicky4

DELMENHORST. Das ehemalige „Hotel am Stadtpark“ in der niedersächsischen Stadt Delmenhorst soll offenbar abgerissen werden. Der Pressesprecher der Stadt, Timo Frers, bestätigte die Pläne gegenüber der JUNGEN FREIHEIT. Bislang waren alle Nutzungspläne für das Hotel gescheitert.

Die Stadt hatte das leerstehende Gebäude 2006 für drei Millionen Euro gekauft, nachdem der ehemalige Besitzer angekündigt hatte, die Immobilie an den Hamburger NPD-Anwalt Jürgen Rieger verkaufen zu wollen. Dieser wiederum hatte die Absicht geäußert, nach dem Kauf ein NPD-Schulungszentrum in dem Hotel einzurichten.

Knapp ein Drittel des Kaufpreises, rund 900.000 Euro, waren durch Spenden aufgebracht worden. Den Rest der Kosten mußte die ohnehin hoch verschuldete Stadt tragen. Dennoch gab sich der Delmenhorster Oberbürgermeister Patrick de La Lanne (SPD) nach dem Kauf erleichtert:

„Wir haben es geschafft, daß wir die Nazis raus aus unserer Stadt haben. Die Region ist jetzt von einer großen, großen Gefahr befreit worden“, sagte de La Lanne. Der wesentlich überteuerte Kaufpreis sei nun mal ein politischer Preis gewesen. Und auch die Bürgerinitiative, die die Spendengelder gesammelt hatte, war sich anfangs noch sicher, Nutzer für das gekaufte Hotel zu finden. „Wir werden mit Sicherheit Investoren finden, die bereit sind, für dieses Objekt Geld auszugeben“, sagte Günther Feith von der Bürgerinitiative Radio Bremen-TV im Dezember 2006.

Stadt würde sich an den Abrißkosten beteiligen

Ein Nutzungsvorschlag der Arbeiterwohlfahrt (Awo), die das Hotel in ein Alten- und Pflegeheim umwandeln wollte, war jedoch in einem Bietverfahren vom Rat der Stadt Anfang April abgelehnt worden. Über die Gründe, warum der Nutzungsvorschlag der Awo keine Mehrheit im Rat fand, wollte Frers sich nicht äußern.

Ein erneuter Antrag, der unter anderem den Verkauf des Hotels für 1,3 Millionen Euro vorsieht, stieß zudem auf erhebliche rechtliche Probleme.Nun liegt dem Bauausschuß ein Vorschlag der Verwaltung vor, der empfiehlt, das Grundstück unbebaut anzubieten, da ein Hotel sich nur betreiben lasse, wenn es heutigen Qualitätsstandards genüge. Dies lasse sich durch Umbauten an dem Gebäude aber nicht mehr erreichen. Die notwendigen Kosten für den empfohlenen Abriß könnten zu zwei Dritteln aus Städtebaufördermitteln finanziert werden.

Der Ausschuß wird am Donnerstag über den Vorschlag beraten. Danach muß dann der Rat der Stadt Delmenhorst in einer öffentlichen Sondersitzung nächste Woche endgültig darüber entscheiden, was mit dem Grundstück samt Hotel geschehen soll.

 



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Norbert Anders aus Bielefeld

Freitag, 20-06-08 17:02

so verschleuder die Pappnasen unsere Steuergelder, den Bürgermeister müßte man einsperren und den Betrag abarbeiten lassen.

 

TOBIAS RÜGER aus Frankfurt

Freitag, 20-06-08 01:27

Mensch, Herr Franz, vielen Dank für den Hnweis. Das nämliche Hotel sieht ja wirklich scheußlich aus. Das können die SPD-Typen ruhig abreißen. (Nur hoffe ich, dass sie nicht über die Neubebauung des Grundstücks entscheiden dürfen...)

 

Martin Karrasch aus NRW

Donnerstag, 19-06-08 00:50

@P. Frank:
Nee, ich war noch nie in Delmenhorst.
Ich bezog mich auch nur auf den äußeren Eindruck.

 

Holger Forst aus Köln

Mittwoch, 18-06-08 23:42

Rieger ist sicherlich keine seriöse Persönlichkeit. Einmal ist er gar als "Samenbanker" und "Schädelvermesser" bezeichnet worden, was treffend ist. Wäre ich Delmenhorster, wäre es mir ziemlich egal, ob Rieger sich in dem Hotel festgesetzt hätte. Das hätte ich eher unter der Kategorie Narrenfreiheit verbucht.

 

P. Frank aus D

Mittwoch, 18-06-08 20:38

So ein Blödsinn, „Wir haben es geschafft, daß wir die Nazis raus aus unserer Stadt haben. Die Region ist jetzt von einer großen, großen Gefahr befreit worden“ zu sagen.

Entweder man verbietet die NPD, oder lässt sie ihre Inkompetenz selbst in der Öffentlichkeit vorführen. Ich wäre für den demokratischen und kostengünstigeren zweiten Vorschlag. Man sieht doch schön in Sachsen oder Mecklenburg-Vorpommern, wie unfähig die Nazis sind. Das ist die beste Waffe im Kampf gegen NPD und DVU. Hotels aufzukaufen, wodurch man munkelt, dass die Nazis dabei auch noch was verdienen ist schierer Unsinn.

@Martin: Wenn Du schon Mal in Delmenhorst warst, wirst Du das Hotel ganz bestimmt nicht so häßlich, vielleicht sogar modern finden.

 

Klaus Schlenstedt aus Thüringen

Mittwoch, 18-06-08 18:39

Gibt es eigentlich immer noch Menschen, welche die Geschichte von einem NPD Schulungszentrum glauben? Überflüssige Frage, OK. Schließlich glaubte bzw. glaubt vermutlich ganz Delmenhorst diesen Unfug. Dem ehemaligen Besitzer soll es recht sein. Honi soit qui mal y pense.

 

Martin Karrasch aus NRW

Mittwoch, 18-06-08 16:28

Na, schön ist das Hotel wirklich nicht: http://delmenhorst.de/aktuelles/hotel/

Und bevor es die NPD bekommt, sollte es wirklich abgerissen werden.

 

Karl Franz aus Kiel

Mittwoch, 18-06-08 13:21

@ TOBIAS RÜGER

Das Hotel ist zum Glück nur eine Bausünde, so das der Verlust nur finanziell, nicht architektonisch sein wird.
Vielleicht haben Sie sich vom Rathaus-Bild ober beirren lassen.
Grüße

 

TOBIAS RÜGER aus Frankfurt

Mittwoch, 18-06-08 11:09

Ein albernes Spielchen an dessen Ende der Abriss dieses schönen Gebäudes steht.
Aus Sicht der SPD-Leute reichen Betonsilos in Trabantenstädten zum Glücklichsein.

 

Klaus Schlenstedt aus Thüringen

Mittwoch, 18-06-08 08:56

Mein Vorschlag: Die Stadt lässt das Hotel auf ihre Kosten abreissen und verkauft das Grundstück für 50.000 Euro an einen Immobilienmakler. Dieser bietet das Grundstück dann einem NPD-Mann für 3 Mio. Euro an, der auf dem Gelände ein NPD-Schulungszentrum errichten möchte. Die Stadt kauft dann.....

 
 

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