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Freitag, 09.01.2009

Elsässer gründet „Volksinitiative gegen Finanzkapital“

 

Jürgen Elsässer Foto: Wikipedia

BERLIN. Der linke Journalist und Publizist Jürgen Elsässer will am Wochenende in Berlin der Öffentlichkeit seine „Volksinitiative gegen Finanzkapital“ vorstellen. Mit der neuen Organisation könnte ein neuer „Nationalbolschewismus“ fröhliche Urständ feiern.

Was man sich unter der „Volksinitiative“ vorzustellen hat, wird vorab schon auf der Internetseite „oraclesyndicate.twoday“ verraten: „Hauptaufgabe der Linken ist der Aufbau einer Volksfront, die das national bzw. ‘alt-europäisch’ orientierte Industriekapital einschließt“, schreibt Elsässer. Weiter in den ausgetretenen Pfaden des „Klassenkampfs“ zu wandeln, sei dagegen „sektiererischer Unsinn“.

Schon in seiner Kolumne im Neuen Deutschland wies das ehemalige K-Gruppen-Mitglied auf die prekäre Lage derer hin, die den „spekulativen Attacken des internationalen Finanzkapitals von seinen Hauptbastionen in den USA und Großbritannien“ ausgesetzt seien und in der „Kreditklemme erdrosselt“ würden. „Bei der Abwehr dieses Angriffs“, so Elsässer, „spielt der Nationalstaat die entscheidende Rolle“.

Antigermanismus durchaus nicht unvertraut
 
Solche Töne sind in der deutschen Linken eher eine Ausnahme. Aber mit deren antinationalen Positionen hat Elsässer nichts (mehr) am Hut. Dabei ist Antigermanismus dem einstigen Mitbegründer der linksextremen Zeitung Jungle World und Konkret-Autors durchaus nicht unvertraut.

Die „Antideutschen“ allerdings, deren engagierter Fürsprecher er einst war, brachen mit Elsässer spätestens 2002 bei Beginn der amerikanischen Invasion im Irak, gegen die er wegen ihres „imperialistischen“ Charakters vehement anschrieb. Weil er damit in die Nähe der neuen Friedensbewegung rückte, die Konkret-Herausgeber Herbert L. Gremliza als „deutsch-national“ geißelte, flog Elsässer aus dem Blatt.

Seinen leisetreterischen postnationalen Gesinnungsgenossen von einst, die immer noch von Multikulti schwärmen, schreibt er jetzt geharnischte Dinge ins Stammbuch: Sie machten gemeinsame Sache mit der Großindustrie, welche via Einwanderung „zum Angriff auf das Lohnniveau und den Sozialstaat“ bläst und Immigranten als „Waffe gegen das inländische Proletariat“ einsetzt.

Kritik von der Linkspartei


Für die „Formulierung konservativer Wahrheiten im linken Milieu“ sei Elsässer immer wieder gut, attestierte ihm die JF schon 2005. Den scheint solches Lob nicht unbedingt zu stören, denn: „Es muß eine Koalition zur Verteidigung der nationalen Souveränität geben – von links bis zur demokratischen Rechten“, forderte Elsässer bereits im April 2007 in der Zeitschrift Galore. Ist das wirklich ehrlich gemeint, dürfte die neue „Volksinitiative“ auch nicht-linken Interessenten offen stehen.

Den Wirbel, den Elsässer mit solchen Thesen bei den Linken verursachte, schilderte bereits die Zeitschrift Gegengift in einer Rezension seines aktuellen Buches „Angriff der Heuschrecken. Zerstörung der Nationen und globaler Krieg“. In ihm macht Elsässer auch deutlich, was er  von den Sozialisten verlangt: „Statt sich auf die Probleme von Randgruppen zu kaprizieren, sollten sie mit einer populistischen Strategie die Politikverdrossenen ansprechen, die die anderen Parteien längst aufgegeben haben. Alle Macht dem Volke, verjagt die Heuschrecken, Schluß mit der Unterordnung unter die US-Kriegspolitik – das ist die Melodie, die die Verhältnisse zum Tanzen bringen wird.“ Der internationalen Solidarität nütze nicht die Schwächung der Nationen, „sondern ihre Verteidigung und Stärkung“.
 
Nicht überall kommen Elsässers Querfront-Spiele gut an: Diese Parolen seien nicht links, sondern originär rechts, und sie hätten auch schon eine politische Heimat – die NPD, ätzte die Linksparte-Abgeordnete Petra Pau in Richtung Elsässer; zielte dabei aber wohl eher auf einen anderen, nämlich Parteifreund Oskar Lafontaine, als dessen Stichwortgeber der Linksnationale gilt.  Stellvertretend tobt hier anscheinend auch ein innerparteilicher Richtungskampf zwischen dem populistischen Saarländer und dem anti-nationalen „Reformflügel“ innerhalb der „Linken“.



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Matthias P. aus Franken

Freitag, 16-01-09 10:25

Einen Aspekt gilt es zu unterstreichen: Links und Rechts sind Kampfbegriffe, die dazu dienen Personen zu stigmatisieren, um sie so aus der öffentlichen Meinung auszuschließen. V.a. im Kampf gegen Rechts gibt es stetig Blendgranaten, geworfen von der politisch Klasse und den Medien. Sie dienen alleinig dem Ziel, die "demokratische Mitte" gegen vermeintlich demokratiefeindliche Kräfte in Stellung zu bringen und zu einen. Hierdurch wird für das Volk der Blick auf eine Tatsache verstellt: Nicht politische Randgruppen (links oder rechts) stellen die große Gefahr für unsere demokratische Republik dar, sondern die politische Klasse selbst mit ihrem demokratiefeindlichen Parteienstaat. Exemplarisch hierfür steht (die europäische Integration und) der Lissabon-Vertrag, der von der „demokratischen Mitte“ durchweg mit Applaus bedacht wurde, obgleich er gegen fundamentale Prinzipien unserer Demokratie verstößt und diese sogar außer Kraft setzt! Denkmuster wie links-rechts-mitte taugen kaum noch. Die wahren Trennlinien verlaufen mittlerweile anders. Und zwar zwischen denen, die lediglich vorgeben Demokraten zu sein (politisches „Establishment“, inkl. Lobbyverbände, Medien), und denen, die es im eigentlichen Sinne des Wortes wirklich sind bzw. sein sollten (Bürgerschaft). Daß der Missbrauch unserer Demokratie nur an den politischen Rändern auf echte Resonanz trifft sollte Anlaß sein ideologische Scheuklappen auf beiden Seiten abzunehmen. Vor allem aber das sog. linke Spektrum müßte erkennen, dass einzig der Nationalstaat die Möglichkeit bietet die Gefahr, die sich für die deutsche Demokratie aus der europäischen Integration und dem globalen Kapitalismus ergibt, abzuwehren. Die bestehende Distanz zwischen „Links“ und „Deutsch“ ist enorm. Sie nur annähernd zu überwinden und nicht auf den propagierten „Kampf gegen Rechts-Zug“ aufzuspringen scheint utopisch- Elsässer bildet hier eine positive Ausnahme.

 

A. Schulze aus Berlin

Montag, 12-01-09 18:56

Wenn in unserem land eine politische kultur geschaffen wird in der es um einen wettbewerb der ideen geht in dem soviel verantwortung fürs vaterland,aber auch die menschheit als ganzes herrscht, dass jeder auch ideen der anderen“seite“ bereit für sich anzunehmen,weil sie besser als die eigenen sind, wären allen sehr geholfen. Ich fühle mich bei leuten wie Elsässer und Lafontaine und lehne diese verdummende anti links und antirechts dogmatisierung vieler als dem deutschen volk schadend ab.Wer mich dafür in der linken als einen rechten ansieht,bitte,ich kann damit leben,für andere bin ich ein linksextremer ,auch gut,hauptsache alles bekommt seinen namen.Doch hat unser land,hat europa,die menschheit so viel zeit sich mit solchen plattheiten überhaupt noch abzugeben?!Nein, und deshalb werde ich für mich die berührung mit der anderen „seite“ suchen und ihr da wo es gemeinsamkeiten gibt die hand reichen zum gemeinsamen erreichen eines zieles, auch wenn es in anderen bereichen weiterhin differenzen gibt. Es ist erfreulich zu sehen, dass scheinbar aber auf beiden „seiten“ des politischen spektrums nach und nach mehr und mehr zu dieser einsicht kommen!

 

Daniel Kaufhold aus Stuttgart

Sonntag, 11-01-09 18:26

"Mit Staatsknete wird Multikulti, Gendermainstreaming und schwule Subkultur gefördert, während die Proleten auf Hartz IV gesetzt werden und sich oft auch keine Kita, kein Schwimmbad und keine warme Wohnung mehr leisten können."

……….So weit Aussagen Elsässers in der JUNGEN WELT 08/12/06

Von neurechter Seite würde ich es zwar etwas anders formulieren, in der Essenz hat er aber durchaus Recht.
Damit macht Elsässer sich nicht unbedingt Freunde im Lager der der orthodoxen Linken, der Postkommunisten und im Umfeld der debilen Antideutschen.
Diese alten Freunde werden ihn jetzt auch besucht haben und sich im Sinne des „intellektuellen Diskurses“ der ANTIFA einfach mal geäußert haben.
Noch vor Jahren selbst ein ausgewiesener Antideutscher und Internationalist, erkennt er insbesondere in wirtschaftspolitischen Zusammenhängen die Diskrepanz zwischen Anti- Globalisierung und linken Internationalismus.
Sein direkter substantieller Antiamerikanismus machz ihn auch auf rechter Seite interessant, seine Hinwendung zum nationalen Antikapitalismus und seine Querfront Ideen machen ihn zum „Entfant Terrible“ der Linken in Deutschland und zur Schnittstelle mit Querdenkern im modernen nationalen und neurechten Lager.
Beschwichtigungskonservative und trojanische Pferde Seher
(siehe letze JF Ausgabe Dieter Stein) ist diese Idee vielleicht zu quer.
Nach meiner Bewertung ist er ein interessanter Querdenker, der mir angenehmer ist, als Leute die Jahrzehnte vom metapolitischen Kampf reden und schreiben und sich noch nicht einmal auf Begriffe einigen können.
Wir erinnern uns;
Der Nationalbolschewismus war nicht unwesentlich in der katalysatorischen Metamorphose der Konservativen Revolution.
Ein moderner Nationalismus ist grundsätzlich differenziert und antiegalitär, damit schließen sich bestimmte „linke“ Ideen nicht aus.
Es schließt dagegen die internationalistische Linke in Deutschland aus, der sozialrevolutionäre Gedanke hat kein Monopol auf links.
Diese Ideen müssen Einzug halten, will man nicht noch weitere Jahrzehnte im metapolitischen Umfeld alt werden.

Grüße
aus Stuttgart

 

Paul Mannstein aus USA

Freitag, 09-01-09 18:57

HINWEIS: wir schalten nur noch deutschsprachige Texte frei.

Die Redaktion

 

Andreas M aus Ruhrgebiet

Freitag, 09-01-09 12:16

Es bleibt abzuwarten wie das ganze, gerade innerhalb der Linken, letztlich auf- und angenommen wird. Eine linksnationale 'Splitterpartei' hätte zwar sicher ihren Reiz, würde uns aber auch nicht wirklich voran bringen. Es bleibt daher zu hoffen, dass von den großen Tönen am Ende mehr übrig bleibt, als nur heiße Luft...

 

Frank F. aus NRW

Freitag, 09-01-09 11:06

Die global agierenden Wirtschafts-und Finanzkonzerne streben eine egalitäre Gesellschaftsordnung an, sind somit natürliche Verbündete der Linken.
Außerdem kann Kritik an ihnen als Antisemitismus ausgelegt werden. Da fehlt dann nur noch ein Verweis auf Bernard Madoff.
Elsässer bewegt sich auf dünnem Eis

 
 

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