Interview

Dienstag, 16.09.2008

„Wir sind die Stimme der Bürger“

Von: Moritz Schwarz

„Nazidreck“ und „braunes Exkrement“

Mehrere Ihrer Aktivisten haben für diesen Erfolg bereits den Preis bezahlt.

Beisicht: Drei wurden zusammengeschlagen. Zwei – einer ein 67jähriger Rentner – kamen gar bewußtlos ins Krankenhaus.

Wer ist verantwortlich für die Übergriffe?

Beisicht: Wenn der CDU-Oberbürgermeister der Stadt an die Hoteliers appelliert, keine Kongreßteilnehmer zu beherbergen, wenn unsere ausländischen Gäste offiziell zu unerwünschten Personen erklärt werden, wenn die SPD im Stadtrat fordert, im Fall Pro Köln das Grundgesetz nicht so streng formal anzuwenden und uns als „Nazidreck“ und „braunes Exkrement“ tituliert, dann wird damit eine Atmosphäre erzeugt, die solche Gewalttaten linker Politkrimineller scheinbar legitimiert, wenn nicht provoziert!  

Was ist der Schlüssel zum Erfolg Pro Kölns?

Beisicht: In den neunziger Jahren waren alle herkömmlichen rechtsbürgerlichen Oppostionsprojekte an einen toten Punkt gelangt. Es war klar, wir mußten etwas Neues erfinden: Statt einer bundesweiten Partei, haben wir mit Pro Köln den entgegengesetzten Ansatz gewählt: den einer kommunalen Bürgerbewegung. Viele haben uns damals belächelt, aber durch unermüdliche Arbeit haben wir mit langem Atem eine kommunale Verankerung erzielt und es auf dieser Grundlage geschafft, der Meinungsführerschaft der Etablierten etwas entgegenzusetzen: Ich glaube, wir können für uns beanspruchen, zumindest hier in Köln die Schweigespirale in Sachen Islamisierung endlich durchbrochen zu haben!

Das Thema Moscheebau ist hier dank uns nicht mehr mit einem politisch korrekten Tabu belegt. Und wir setzen auf den Modellcharakter unseres Erfolges: Was in Köln möglich ist, ist auch in anderen Städten Deutschlands möglich! Und tatsächlich bestätigen Parteienforscher inzwischen, daß bei der Kommunalwahl 2009 nicht die Linkspartei, sondern wir die große Unbekannte in NRW sind.

2005 wurde Pro Deutschland gegründet

Sie sprechen von Pro NRW.

Beisicht: Pro NRW ist der Versuch, das Konzept Pro Köln auf die Kommunalwahl am 7. Juni landesweit anzuwenden. Sollten wir erfolgreich sein, werden wir auch einen Antritt bei der Landtagswahl 2010 anstreben. Falls nicht, werden wir uns statt dessen weiter der kommunalen Verankerung widmen.

Was verstehen Sie unter erfolgreich?

Beisicht: Ein zweistelliges Ergebnis in Köln und den Einzug in Fraktionsstärke in weit mehr als ein Dutzend nordrhein-westfälischer Großstädte und Kreise.

2005 haben Sie Pro Deutschland gegründet.

Beisicht: Pro Deutschland kann vielleicht einmal ein Projekt für ganz Deutschland werden, im Moment liegt der Verband aber auf Eis, weil wir entsprechend unserer Graswurzelphilosophie unsere begrenzten Kräfte auf Pro NRW konzentrieren müssen. Da die NPD aber überall Vereine mit der Vorsilbe Pro gründet, um den Namen für uns zu sperren, ist es klug, diese Position schon besetzt zu haben.

Die Zukunft von Pro Deutschland hängt vom Erfolg von Pro NRW ab. Auf keinen Fall werden wir uns zu irgendetwas hinreißen lassen. Ich habe in meinem politischen Leben gelernt, daß man Geduld und Ausdauer haben muß, wenn man langfristig Erfolg haben will. Das gleiche gilt übrigens für Pro-Verbände wie Pro München, Pro Heilbronn und andere. Gerne würden wir auf ihnen aufbauen, aber erst müssen wir hier in NRW eine tragfähige Basis schaffen.