Interview

Dienstag, 16.09.2008

Der Kampf um den Islamisierungskongreß ist zur Kraftprobe gegen die Political Correctness geworden

„Wir sind die Stimme der Bürger“

Von: Moritz Schwarz

Herr Beisicht, in wenigen Stunden beginnt der Anti-Islamisierungskongreß der Bürgerbewegung Pro Köln, der inzwischen bundesweit für Schlagzeilen sorgt.

Beisicht: Ja, die Anspannung ist enorm. Wir erwarten über eintausend Teilnehmer. Mit Filip Dewinter, Jean-Marie Le Pen, Hans-Christian Strache und anderen ist es uns gelungen, führende Köpfe europäischer Rechtsparteien als Redner zu gewinnen. Aber wir werden es voraussichtlich auch mit ca. 40.000 teils gewaltbereiten Gegendemonstranten zu tun haben: Über der ganzen Stadt liegt seit Tagen diese Spannung, der Kongreß ist das Thema in Köln.

Le Pen und Strache haben nun doch kurzfristig abgesagt.

Beisicht: Das ist bedauerlich. Strache hat allerdings bereits früher an Veranstaltungen von uns teilgenommen. Er wäre wirklich gerne gekommen. Ich habe Verständnis, daß der heiße Wahlkampf in Österreich ihm nun leider einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Immerhin wird ihn aber FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky vertreten, im Gepäck eine Video-Grußbotschaft Straches für uns.

Le Pens Absage dagegen ist mir unverständlich. Wir hatten feste Zusagen, das können wir belegen. Wir hoffen, daß ihn wenigstens eine Delegation des Front National vertreten wird. Wir lassen uns nicht entmutigen! Immerhin haben sich bis heute mehr als hundert demokratisch legitimierte rechtspopulistische Politiker aus ganz Europa für das Wochenende bei uns angesagt.

Sind über eintausend Teilnehmer realistisch?

Beisicht: Wir sind normalerweise in der Lage, in Köln 500 bis 600 Anhänger zu mobilisieren. Nun hat der Anti-Islamisierungskongreß bundesweit für Wirbel gesorgt und wir haben zahlreiche Zusagen von patriotischen Bürgern aus ganz Deutschland bekommen,  die am Samstag extra nach Köln reisen wollen. Dazu kommen Gäste aus dem Ausland, allein aus Belgien wollen Hunderte Anhänger des Vlaams Belang kommen, für die bereits zehn Busse gemietet worden sind. Wenn ich tausend sage, dann ist das also wohl auf jeden Fall eine seriöse Schätzung.

„Wir setzten auf Polizei und Justiz"

Gegendemonstranten und Antifa wollen den Kongreß zur Kraftprobe machen: Sie werden versuchen, alle Zufahrten zu sperren.

Beisicht: Das ist unsere große Sorge. Bundesweit haben linke Chaoten regelrechte Übungslager abgehalten, um sich auf die Verhinderung des Kongresses vorzubereiten. Im Internet kursieren unverhohlene Aufrufe zur Gewalt gegen uns. Aber wir setzen auf Polizei und Justiz, mit denen wir vertrauensvoll und konstruktiv zusammenarbeiten.

Bitte? Die Polizei macht vor islamischen Einrichtungen per Flugblatt Stimmung gegen Sie! Sie unterstellt gewalttätige Ausschreitungen von seiten des Kongresses und stellt ihn als direkte physische Bedrohung für alle Moslems hin. Schürt die Polizei nicht offensichtlich Haß und Gewalt gegen den Kongreß? 

Beisicht: Wir haben nach wie vor ein Grundvertrauen gegenüber unserer Polizei. Die Kölner Polizei wird derzeit diffamiert, weil sie ihrer Aufgabe nachkommt, eine ordnungsgemäß angemeldete friedliche Kundgebung nach dem Versammlungsgesetz zu schützen. Manche Aktionen der Polizei in den letzten Tagen waren jedoch mehr als unglücklich. Ganz politisch korrekt wendete sie die alte Masche an, das Opfer – die Pro-Bewegung – zum Täter zu stempeln.

So hieß es einmal, Köln – und insbesondere die Migranten – müßten vor „Rechtsextremen aus ganz Europa“ beschützt werden; man dürfe nicht zulassen, daß Pro Köln „Angst und Unruhe“ verbreite. Dabei weiß jeder, daß Gewalt und illegale Aktionen ausschließlich von den militanten und extremistischen Gegnern Pro Kölns und Pro NRWs ausgingen.

Einerseits wären tausend Teilnehmer ein großer Erfolg, von dem andere nur träumen können. Andererseits ist selbst diese Zahl für eine Großstadt wie Köln doch eher enttäuschend.

Beisicht: Wir leiden natürlich erheblich unter der Verhetzung durch die Medien, die dazu führt, daß zahlreiche Bürger, die uns eigentlich unterstützen, eingeschüchtert sind und sich nicht trauen, offen Flagge zu zeigen – vor allem nicht angesichts so vieler gewaltbereiter Gegendemonstranten. Natürlich würden wir uns noch mehr Bürgerbeteiligung wünschen, denn den Kongreß machen wir nicht für uns, sondern er soll ein Signal der Hoffnung für die schweigende Mehrheit der Bürger sein, die sich von der etablierten Politik nicht mehr vertreten sieht.

Doch ganz so pessimistisch bin ich nicht. Bisher haben sich immer etliche unbeteiligte Bürger noch angeschlossen. Aber selbst wenn es „nur“ bei tausend Teilnehmern bleiben sollte: Ich kann Ihnen sagen, der Druck ist so groß, daß selbst diese zusammenzubringen, ein hartes Stück Arbeit war und als großer Erfolg betrachtet werden muß. Daß sich bereits weit über hundert Journalisten aus dem In- und Ausland, darunter Fernsehteams, bei uns angemeldet haben, spricht doch für sich.