Dienstag, 16.09.2008
„Wir sind die Stimme der Bürger“
Von Moritz Schwarz
„Pro Köln ist freiheitlich und rechtspopulistisch“
Pro Köln ist also keine Anti-Moscheebau-Bürgerinitiative, sondern ein rechtes Parteiprojekt, das nur in diesem Gewand daherkommt?
Beisicht: So könnte man sagen. Das Thema Islamisierung drückt die Menschen und es liegt uns politisch nahe, also haben wir es uns ausgesucht. Wir haben nach Inhalten Ausschau gehalten und waren anfangs selbst überrascht, welche außerordentliche Resonanz wir mit dem Thema gefunden haben. Gerade in Großstädten kann man damit punkten! Wir haben die Marktlücke besetzt, und es ist uns der Einbruch in Schichten gelungen, die wir sonst nicht erreicht hätten.
Mit der NPD liegen Sie im Clinch, obwohl Pro Köln-Mitbegründer Manfred Rouhs Mitglied der NPD-Jugend war.
Beisicht: Das war in den achtziger Jahren, damals war die NPD noch eine andere Partei und Rouhs hat sehr schnell erkannt, daß der politische Extremismus in eine Sackgasse führt. Tatsache ist, daß wir im Vergleich zur NPD von heute auf dem Boden des Grundgesetzes stehen – bei uns will niemand die Bundesrepublik abwickeln! Die NPD verfolgt uns mit Haßausbrüchen, bezichtigt uns, „Systemknechte“ zu sein und uns für die Integration von Ausländern einzusetzen. Ich kann nur sagen: Natürlich tun wir das! Pro Köln würde ich als freiheitlich und rechtspopulistisch definieren.
Sie befürworten dieses Adjektiv?
Beisicht: Wir verstehen uns als Lobbyorganisation der Bürger. Das Problem in unserem Land ist die Abgehobenheit der politischen Klasse. Populismus sollte daher für demokratische Politiker Ehrensache sein.
„Keine Zusammenarbeit mit NS-Nostalgikern und dem NPD-Narrensaum“
2003 wünschte sich Pro Köln-Vize Judith Wolter im Interview mit der NPD-Parteizeitung eine „Zusammenarbeit mit anderen nationalen Organisationen“, sprich der NPD.
Beisicht: Es gab und gibt keinerlei Zusammenarbeit mit NS-Nostalgikern und dem NPD-Narrensaum! Selbstverständlich begrüßen wir aber die Vernetzung und Zusammenarbeit aller konstruktiven, seriösen und demokratischen Kräfte unseres Spektrums.
Ihr Kongreß hat keine inhaltlichen Ziele, sondern ist eine reine Symbolveranstaltung.
Beisicht: Es stimmt, der Kongreß kann inhaltlich natürlich keine Lösung bieten. Aber er ist ein wichtiges Symbol: Ein Symbol, das für die Etablierten zum Fanal werden kann, wenn es gelingt, das Thema Islamisierung gegen alle Versuche der Tabuisierung zu behaupten. Für die Bürger, sich nicht entmutigen zu lassen, wenn sie sehen, daß sie ihrem Protest eine politische Stimme verleihen können. Und für Europa, wenn es gelingt, durch internationale Zusammenarbeit wie etwa auf unserem Kongreß langfristig eine europäische Rechtspartei zu gründen. Dann besteht auch noch eine Chance, der Islamisierung unseres Kontinents zu begegnen.
Markus Beisicht ist Initiator des Anti-Islamisierungskongresses in Köln und Vorsitzender von Pro Köln und Pro NRW.
|