Dienstag, 07.10.2008 „Antifaschisten“ bekämpfen einen Laden der Bekleidungsmarke „Thor Steinar“ mit Gewalt
Linke Randale sorgt für Umsatz
Von Torsten Uhrhammer
Politische Korrektheit macht nicht vor Bekleidungsgeschäften halt. Das darf dieser Tage nicht nur die Luxusmarke Escada erfahren, die sich einer Kampagne von radikalen Pelz-Gegnern ausgesetzt sieht. Auch der im brandenburgischen Zeesen bei Königs Wusterhausen ansässige Bekleidungsfabrikant „Thor Steinar“ ist – wieder einmal – betroffen.
Das brandenburgische Landesamt für Verfassungsschutz subsumiert die Firma unter „Szene-Kleidung für Rechtsextremisten“: Ihre „Bekleidungsstücke bedienen in Farbgebung und Schriftzügen eine als völkisch verstandene Symbolik. Die gotischen Lettern werden von der Kundschaft mit dem NS-Regime in Verbindung gebracht. Inhaltlich nehmen die Schriftzüge Bezug auf vorchristlichen Germanen-Kult und eine glorifizierende Sicht der Wehrmacht.“
Strafrechtlich ist Thor Steinar jedoch bisher nicht letztinstanzlich zu belangen. Ein Versuch, das alte Logo der Marke unter dem Vorwurf des Verwendens von germanischen Schriftzeichen zu inkriminieren, scheiterte. Doch die bisher richterlich festgestellte Legalität der „rechten Klamotten“ beeindruckt die Linksextremisten nicht. Ladengeschäfte, die in ihrem Sortiment Produkte wie Hemden oder Jeans aus dem Hause Thor Steinar anbieten, stehen im Fokus gewalttätiger „Antifaschisten“.
Aufdrucke wie „Ski Heil“, „Waidmanns Heil“ oder „Heia Safari“
Grund dafür sei die Verstrickung der Marke mit der rechtsextremen Szene. So belegten T-Shirt-Aufdrucke wie „Ski Heil“, „Waidmanns Heil“ oder „Heia Safari“ den neo-nazistischen Charakter der sportiven Marke. Vor dem kürzlich eröffneten Ladengeschäft in der Hamburger HSH-Nordbank-Passage etwa stehen täglich Aktivisten der linken Szene. Und auch das von DKP-Mitglied Olaf Harms geführte „Hamburger Bündnis gegen Rechts“ ließ sich schon blicken.
Im Geschäft selber wirken sich die Proteste von links und die darauf folgende mediale Berichterstattung hingegen umsatzsteigernd aus. Der Laden ist voll, und im Minutentakt klingelt die Kasse. Das ist für die sonst eher mäßig frequentierte Passage nicht der Normalfall.
Dabei ist das Spektrum der Käufer durchaus breit gefächert. Ein Banker der HSH Nordbank kauft „aus Solidarität“, wie er sagt, ein Shirt mit dem an die Kolonialzeit erinnernden Aufdruck „Ein Platz an der Sonne“. Eine 23jährige Jura-Studentin legt sich zwei Tops zu, und drei breitschultrige Türsteher-Typen erweitern ihre Army-Hosen-Kollektion.
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